Bodybuilder Eugen Wagner holte sich drei Titel in drei Wochen
„Ich habe sogar einen Moonwalk gemacht“

Keine Angst vor schweren Gewichten: Der Willstätter Eugen Wagner holte sich auf Anhieb drei Titel bei wichtigen Meisterschaften im Bodybuilding.
  • Keine Angst vor schweren Gewichten: Der Willstätter Eugen Wagner holte sich auf Anhieb drei Titel bei wichtigen Meisterschaften im Bodybuilding.
  • Foto: Foto: Michael Bode
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Willstätt. „Obenherum noch ein bisschen mehr und Du bist Weltmeister“, sagte ein Mann zu Eugen
Wagner, als er gerade den Sieg bei der Internationalen Deutschen
Newcomer Meisterschaft im Bodybuilding in Fulda in der Tasche hatte.
Später erfuhr der 22-jährige Willstätter, dass der Mann es wissen
musste: Es handelte sich um Horst Wetterau, Weltmeister in dem Sport von
2014.

Zum Bodybuilding kam Wagner eher zufällig: Schon mit acht Jahren begann er mit dem Judotraining und blieb der Sportart lange Jahre
treu. Hinzu kam das Boxen, in dem er schon sechs Wettkämpfe absolviert
hat. „Als ich 2012 mit der Ausbildung begonnen habe, hatte ich nicht
genug Zeit fürs Training“, erinnert sich der junge Mann, der
Fensterbauer in einem Unternehmen in Willstätt gelernt und gerade das
erste Semester der Ausbildung zum Holztechniker per Fernstudium begonnen
hat. Da er dennoch etwas für sich tun wollte, meldete er sich in einem
Fitnessstudio an. „Ich wollte gar nicht so viel trainieren“, erzählt er.
„Nur drei Mal die Woche waren geplant.“

Doch das änderte sich schnell – er wurde in seinem Studio darauf angesprochen, ob er nicht
Interesse am Bodybuilding habe. „Ich habe die richtigen Proportionen“,
sagt Eugen Wagner mit einem feinen Lächeln. „Dank der Genetik habe ich
den perfekten Körper dafür.“ Und da er kein Mann für halbe Sachen ist,
stieg er voll ins Training ein: „Ich bin jeden Tag ins Fitnessstudio
gegangen, um meine Muskeln aufzubauen.“ Dabei steht im Mittelpunkt
seines Trainings nicht der Aufbau von Kraft wie bei Gewichthebern,
sondern das Aussehen. Seine Muskeln müssen möglichst gut ausgebildet
sein. „Dabei macht man acht bis zwölf Wiederholungen mit den Gewichten“,
erklärt er das Training. Jeden Tag wird eine andere Muskelpartie
gezielt in Angriff genommen. Begleitet wird das strenge
Trainingsprogramm durch eine passgenaue Ernährung „Ich hatte mir einen
Trainer geholt, der mich geführt und angeleitet hat“, so Wagner. Denn,
das macht er sehr deutlich, Bodybuilding im Alleingang führt selten zum
Erfolg: „Allein die Ernährung ist eine Wissenschaft für sich.“ Viele
Kohlenhydrate und Eiweiß und möglichst wenig Fett stehen auf dem
Speiseplan.

Drei Monate vor dem Wettkampf begann er mit einer speziellen Diät. Kohlenhydrate wurden vom Essensplan gestrichen: „Im
Mittelpunkt steht dann Ausdauertraining.“ Damit die Muskeln am Tag der
Tage auch besonders gut zu sehen sind, wird fünf Tage vor einem
Wettkampf der Körper ausgetrocknet.

„Mein erster Wettkampf waren die Deutschen Meisterschaften in Offenbach“, so Eugen Wagner. Er war in
der Juniorklasse im Schwergewicht über 75 Kilogramm gemeldet. „Ich war
komplett trocken und habe mich praktisch ohne Fett eingewogen“,
beschreibt er sein Wettkampfgewicht von 83 Kilogramm. „Es werden sieben
Pflichtposen gezeigt“, erläutert der junge Bodybuilder den
Wettkampfmodus. „Ich wurde direkt unter die Top sechs gewählt“, freut er
sich heute noch. Nach weiteren Pflichtposen und einer Minute freiem
Posen stand Eugen Wagner als neuer Deutscher Meister fest. Bei seiner
Kür lief Michael Jacksons „Beat it“ im Hintergrund. „Ich habe sogar
einen Moonwalk gemacht“, berichtet er grinsend.

„Das Posen habe ich mit meinem Trainer eingeübt. Da muss der Winkel der Arme perfekt
sitzen, jeder Muskel wird angespannt“, so Walter. Und er gibt zu: „Man
genießt das, alle schauen einen an, das macht Spaß. Die Bühne ist echt
meine Welt.“ Nur eine Woche später holte er sich den Titel bei den
Internationalen Newcomer-Meisterschaften und siegte bei den
Baden-Württembergischen Meisterschaften – drei Titel in drei Wochen, das
macht ihm so schnell keiner nach.

Und wie geht es weiter? „Ich konzentriere mich jetzt erst einmal auf mein Studium, das geht
dreieinhalb Jahre“, sagt der  22-Jährige und lacht. „Sie müssen halt ein
bisschen auf mich warten, solange haben andere Zeit, sich die Titel zu
holen.“ Dass er wieder einsteigen möchte, gibt er offen zu. Es gebe noch
ein paar internationale Titel, die er sich sichern möchte. Sein Trainer
macht ihm Mut, wenn er sagt, dass Eugen Wagner eine große Zukunft in
dem Sport habe. Und was macht der Sportler, wenn er keine Gewichte
stemmt? „Ich spiele Klavier und das gar nicht mal schlecht.“

Autor: Christina Großheim

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