Helmut Meyerhöfer arbeitete seit 2008 an den jetzt erschienenen drei Bänden
Bergbauchronik: wertvolles Stück Heimatgeschichte

Helmut Meyerhöfer am "Giftschrank" in der Erzpoche
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Hausach (cao). Ein wertvolles Stück Heimatgeschichte liegt nun mit der Bergbauchronik vor. Helmut Meyerhöfer hat die Arbeiten an seinem umfassenden Werk abgeschlossen, es umfasst drei Bände. Band I behandelt nahezu alle Felder rund um den historischen Bergbau auf Silber und Blei. In Band II geht es um die erste Phase des Hausacher Hammerwerks von der Gründung 1740 bis zum Ende der Fürstenberger Zeit als Fabrikherr. "Große Teile widmen sich auch den dahinter stehenden Familien als Pächter oder Betreiber", verriet er. Im nächsten Abschnitt werden die Zeit des Hammerwerks ab dem Verkauf an Sohler (1888) über Wolf Netter & Jakob, Mannesmann bis in die heutige Zeit geschildert. Band III gliedert sich in vier Teile: die herrschaftliche Ziegelei, die Ziegelei der Familie Dorner, die 17 Kohlplätze und Kohlenmeiler sowie die Geschichte der fast 30 Hausacher Steinbrüche.
"Helmut Meyerhöfer ist ein profunder Kenner des Metiers, was auch in seinen Hinterlassenschaften im Bergbaufreilichtmuseum Erzpoche und auf dem von ihm entwickelten Bergbauwanderweg deutlich zum Ausdruck kommt", betonte Kulturamtsleiter Hartmut Märtin. Beim Pressegespräch im Kultur- und Tourismusbüro gewährte Helmut Meyerhöfer Einblicke in sein Schaffen.
Seit Januar 2008 forschte der geschichtsinteressierte Hausacher und ehemalige Vorsitzende der Dorfer Erzbrüder. Seine Recherchen führten ihn in die unterschiedlichsten Archive. Zusätzlich habe er unzählige Gespräche mit Forstbediensteten, Land- und Waldwirten geführt. "Wichtiges Leitwerk war auch das Schmieder-Verzeichnis", berichtete er und erklärte, dass darin alle Gruben aufgelistet seien. Übrigens hätten alle Gruben, die vor 1806 geöffnet wurden dem Hause Fürstenberg gehört, jüngere fielen an das Großherzogtum Baden. Allein in Hausach, samt den seit der Gemeindereform 1971 zugehörigen Seitentälern, habe es um die 60 Bergwerke, Stollen und Schächte gegeben. Fast alle habe er ausfindig machen können. Kein leichtes Unterfangen, bei zwei bis drei sei es ihm nicht gelungen. Mitunter sei jedoch das Schwierigste an der ganzen Arbeit die Konzentration gewesen. "Mit 75 Jahren fällt einem das manchmal etwas schwerer", gab er unumwunden zu. Auch die Übersetzungen aus der alten Kurrentschrift habe ihn gefordert. Durchweg auf positive Resonanz sei er bei den Landwirten gestoßen. Mittlerweile seien auch alle Gruben mit GPS kartiert. "Diese Werte sind der Stadt Hausach und dem Landesamt für Geologie im Regierungspräsidium Freiburg bekannt", informierte Meyerhöfer. "Das ist einfach eine Sicherheitsfrage", erklärte er, warum die GPS-Daten in der Chronik nicht auftauchen.
In vielen Details geht Meyerhöfer auf die damaligen Lebensverhältnisse ein. Dabei wird deutlich, dass Bergbau nicht nur den Abbau von Edelmetallen betrifft. "Eisenerze waren auch in unserer Umgebung ein begehrter Rohstoff, ebenso Lehm für Ziegelwaren, Sandsteine für den Hochbau und Granit für Grabsteine und Wegebau", erklärte er. Nicht zu vergessen seien Holz und Holzkohle, ohne die das Schmelzen der Erze nicht möglich war.
In einer Auflage von jeweils 100 Stück sind die drei Bände im Eigenverlag erschienen und im Kultur- und Tourismusbüro der Stadt Hausach erhältlich. Alle drei Bände zusammen kosten 45 Euro.

Autor:

Daniel Hengst aus Lahr

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