Neben Alltäglichem landet auch Kurioses in Fundbüros
Gegenstände, die nach sechs Monaten nicht abgeholt wurden, werden vernichtet

Ein gefundener Schlüssel gehört ins Fundbüro.
  • Ein gefundener Schlüssel gehört ins Fundbüro.
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  • hochgeladen von Laura Bosselmann

Mittleres Kinzigtal (cao). Immer wieder gehen Dinge verloren, manche werden zum Glück auch wiedergefunden. In vielen Fällen sind Fundbüros wichtige Anlaufstellen für Finder und Suchende. "Drei bis vier Mal pro Woche wird etwas bei uns abgegeben", berichtete Silke Sorychta vom Bürgerbüro der Stadt Hausach. Von Schlüsseln, Geldbörsen und Kreditkarten über Schmuck und Uhren bis hin zu Kleidung und Fahrrädern reicht die Palette an Fundstücken. "Es wurde sogar schon mal ein ganzer Koffer abgegeben oder auch ein Hörgerät", zählt sie auf.

Über einen Zeitraum von sechs Monaten werden alle Fundgegenstände aufgehoben, die wertvollen Dinge im Tresor, Fahrräder in der Fundgarage. Wenn sich kein Suchender meldet, wird der Finder angeschrieben und gefragt, ob er das Fundstück abholen und behalten möchte. Falls nicht, wird es vernichtet. Eine Ausnahme gibt es allerdings: Datenträger werden nach einem halben Jahr vernichtet, ohne den Finder anzuschreiben. Dazu gehören Handys, USB-Sticks oder Fotoapparate. Aber auch Schlüssel gehen nicht zurück an den Finder. "Damit kann er nichts anfangen. Das muss nach sechs Monaten ebenfalls vernichtet werden", erklärt Silke Sorychta.

Die Abläufe sind in allen Fundbüros gleich. Viele Bürgerbüros bieten als einen besonderen Service die Möglichkeit, online nach Fundsachen zu recherchieren. So auch die Gemeinde Fischerbach. Dennoch kommen viele persönlich in das Fundbüro: "Meistens bleibt bei größeren Festen irgendetwas liegen und wird dann bei uns abgegeben", berichtete Andrea Kalt vom Fischerbacher Bürgerbüro. "Sonst kommt nur ab und zu etwas Gefundenes rein." Wie zuletzt die außergewöhnliche Fundsache eines Flüchtlings. Er fand in einem Möbelstück, das seiner Familie gespendet wurde, ein Kuvert mit einem Bündel D-Mark-Scheine und brachte es prompt aufs Fundbüro. Für den ehrlichen Finder gab es einen Finderlohn.

Nicht nur in Fundbüros werden verloren gegangene Gegenstände gesammelt. Auch bei Marko Rückert sammelt sich einiges an. Der Hausmeister der Kaufmännischen Schulen und des Robert-Gerwig-Gymnasiums in Hausach bewahrt wertvolle Dinge, wie Uhren oder Schmuck, längere Zeit auf. Kleidungsstücke werden, wenn sich niemand bei ihm meldet, aufs Fundbüro gebracht. "Schäbiges kommt allerdings in den Container", berichtet er. "Immer wieder bleiben Kleidungsstücke hängen, die kaputt sind und die keiner mehr haben will. Irgendjemand macht es ja weg". Und in dem Fall ist es der Hausmeister, der die Kleidungsstücke abhängt, aufbewahrt und nach Monaten dann entsorgen muss. "Es sind nur wenige Sachen, die abgeholt werden", bedauert er. Aber es sei auch weniger geworden, was so liegenbleibe. "Etwa zwei 120-Liter-Säcke voll pro Jahr", schätzt Marko Rückert.

Sein Kollege Harry Eggert, Hausmeister in der Hausacher Stadthalle und Tannenwaldhalle, hat ebenfalls mit Fundsachen zu tun. "Wir haben in der Tannenwaldhalle zugängliche Behältnisse. Darin bewahren wir Fundstücke auf", erklärt er. Nach einem viertel bis halben Jahr werden sie dann aufs Fundbüro gebracht. "Natürlich nicht die alten Socken, die keiner mehr haben will", schmunzelt Eggert. Oft sind es aber gerade die kleinen, unscheinbaren Dinge, die gesucht und wiedergefunden werden. In der Stadthalle bleiben nach Veranstaltungen regelmäßig Dinge liegen. "Wenn wir etwas zuordnen können, melden wir uns direkt beim Besitzer", so der Hausmeister. "Ein Klassiker sind die Schirme, die liegen bleiben. Es regnet, wenn die Leute kommen und dann nicht mehr, wenn sie wieder gehen."

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