Graf Heinrich VI. lebt jetzt wieder auf der Burg Husen

Graf (Marco Jörger) und Amorena (Jasmin Preuss): Hat die große Liebe eine Chance?
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  • Foto: Jürgen Clever
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Hausach. Es geht wieder besonders spannenden Zeiten auf der Burg Husen entgegen: Die Proben für die Burgfestspiele laufen auf Hochtouren, denn am Samstag, 18. Juli, ist
die Premiere. Das diesjährige historische Stück handelt von Graf
Heinrich VI. zu Fürstenberg.

Nach der modernen Aufführung im vergangenen Jahr – „Das magische Lied von Burg Husen“ – war klar, dass es in diesem Jahr wieder ein historisches Stück sein sollte. Für Jürgen
Clever stand bereits im vergangenen Jahr fest, dass Graf Heinrich VI. zu
Fürstenberg im Mittelpunkt stehen soll. „In Hausach ist eine Schule
nach ihm benannt, er hat die Burg Husen erbaut, die heute die Kulisse
für uns bietet, wobei nicht belegt werden kann, ob er die vorherige Burg
ganz oder nur teilweise abgerissen hat, und er hat viel Gutes in
Hausach bewirkt“, sagt Jürgen Clever, der als Autor des Stücks,
Intendant und Regisseur sowie als Schauspieler beteiligt ist. Clever
hatte 2011, ohnehin von der Burg fasziniert, mitbekommen, dass die
Infrastruktur der Burg modernisiert werden soll, um diese kulturell
erlebbar zu machen.

Mit der Idee der Bürgerarbeit und seinem Konzept überzeugte er Ende 2011 und so konnte bereits 2012 ein erstes
kleines Stück auf der Burgruine gespielt werden. 2013 war Graf Albrecht
Dreh- und Angelpunkt von „Die Hexe von Hausach oder dein reines Herz“.
„Über Graf Heinrich VI. zu Fürstenberg ist nicht sehr viel bekannt. Er
hat nie geheiratet, soll aber fast 80 ,Spuri‘ gehabt haben, also
uneheliche Kinder, die an seinem Grab weinten. Sein Geburtsjahr ist
nicht bekannt, da er erst beim Tode seines Vaters erstmals urkundlich
erwähnt wird, wobei er zu diesem Zeitpunkt noch nicht mündig war, sein
Tod 1490 aber darauf schließen lässt, dass er über 70 Jahre alt wurde“,
erzählt Clever.

Bei der Recherche im vergangenen Jahr hat Hausachs Archivar Helmut Spinner eine große Rolle gespielt: „Er hat mir
sehr viele Unterlagen herausgesucht und zur Verfügung gestellt, leider
ist er Ende 2014 verstorben.“ Graf Heinrich VI., soll für die
Abschaffung der Leibeigenschaft gewesen sein, dafür gesorgt haben, dass
die Bauern bei ihrem Vogt Eisenpflüge leihen konnten. Clever: „Im
Kinzigtal hat er die sonst schon bekannte Vier-Felder-Wirtschaft
durchgesetzt. Er war wohl auch ein offener Christ, so ist überliefert,
dass er bei einem Hexenprozess getrickst hat und die Frau freigesprochen
wurde.“ Auf all dem hat Jürgen Clever sein Stück aufgebaut. Natürlich
geht es auch um eine große Liebe des jungen Grafen in seiner Zeit als
Mündel, wobei er es nicht einfach hatte mit den Brüdern seines Vaters,
die damit das Sagen hatten. Nicht fehlen darf entsprechend das Intrigenspiel.

Insgesamt wirken 18 Darsteller mit. Die meisten Kostüme kommen vom Staatstheater Stuttgart und aus Breunlingen, wobei
Birgit Kern die Änderungen vornimmt und selbst Kostüme schneidert.
Nachdem das Stück bis Ende Januar fertig war, begannen die Leseproben,
mittlerweile wird längst auf der Burg Husen geprobt. Mit Glück können
Wanderer somit manches aufschnappen. Von Donnerstag bis Sonntag steht
ein Probenwochenende an.

Die Uraufführung ist am Samstag, 18. Juli, die weiteren Termine sind am Sonntag, 19. Juli, Mittwoch, 22. Juli, Freitag, 24. Juli, Sonntag, 26. Juli, Mittwoch, 29. Juli, sowie am
Samstag und Sonntag, 1. und 2. August, jeweils um 20 Uhr.
Eintrittskarten gibt es über Reservix und bei der Tourist-Information in Hausach.

Autor: Daniel Hengst

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