Lahr ist "Schächtili"-Stadt
1818 erste Manufaktur gegründet

Stadthistoriker Thorsten Mietzner und Museumsleiterin Gabriele Bohnert zeigen die Lahrer "Schächtili".
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  • hochgeladen von Daniela Santo

Lahr (ds). Die Lahrer wissen sofort, was gemeint ist, wenn von "Schächtili" die Rede ist. Der Mundartdichter und ehemalige Oberbürgermeister der Stadt Lahr, Philipp Brucker, hat seiner "Schächtili-Stadt" sogar ein eigenes Buch gewidmet – all den großen und kleinen, oft kunstvoll dekorierten Schachteln, die seit dem 19. Jahrhundert in zahlreichen Fabriken hergestellt wurden und Lahr über die Ländergrenzen hinaus bekannt machte.

Der Lahrer Buchbinder Carl Friedrich Dreyspring, der in Paris die Herstellung von Schachteln und Etuis erlernte, gründete 1818 die erste Manufaktur in Lahr. Christian Dahlinger, der 22 Jahre bei Dreyspring beschäftigt war, machte sich 1871 selbstständig. Noch heute stellt das Unternehmen Verpackungen, Displays und Tragetaschen her. Die Firma Leser, 1937 von Fritz Leser gegründet, zählt auch 80 Jahre später noch zu den international tätigen Verpackungsspezialisten. Während es um 1900 rund 30 "Schächtili"-Firmen in Lahr gab, die jeweils zwischen zehn und 100 Mitarbeitern beschäftigten, setzte in den 70er-Jahren der Niedergang der "Schächtilistadt" ein.

Im Stadtmuseum Tonofenfabrik sind unzählige wunderschöne und kunstvolle "Schächtili" zusammengetragen. Da gibt es Seifenschachteln, Schmuckschatullen oder Zigarilloschachteln. Viele Exponate stammen aus Privatbesitz und sind Leihgaben. Zu sehen sind außerdem alte Preislisten, Handwerksmaterialien und Musterbücher.

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