Spanien kulinarisch: Von Tapas bis Eintopf
Fisch und Meeresfrüchte sind beliebt

Tapas, diese unwiderstehlichen Häppchen aus Spanien, werden warm oder kalt serviert.
  • Tapas, diese unwiderstehlichen Häppchen aus Spanien, werden warm oder kalt serviert.
  • Foto: AlvaroNieto/pixabay.com
  • hochgeladen von Christina Großheim

Ortenau (gro). In Spanien wird zwei Mal am Tag warm gegessen: Das Mittagessen wie auch das Abendessen bestehen aus zwei Gängen plus einem Nachtisch. Das mag dem ein oder anderen üppig erscheinen, aber wer schon einmal in Spanien gefrühstückt hat, der weiß, dass dem nicht so ist. Denn am Morgen liebt der Spanier seinen Kaffee und ein Stück Gebäck, mehr ist nicht üblich.
Das Mittagessen wird zwischen 13.30 und 15.30 Uhr zu sich genommen, also deutlich später als in Nord- und Mitteleuropa. Auch die letzte Mahlzeit des Tages verschiebt sich nach hinten, deshalb ist Abendessen vielleicht nicht ganz das richtige Wort. Wer um 19 Uhr in einem spanischen Restaurant essen gehen möchte, der wird entweder verblüfft angesehen oder merkt, dass er in einer typischen Touristenfalle sitzt. Denn Spanier schwärmen erst ab 21 Uhr aus, um zu Abend zu essen. 

Die späten Zeiten resultieren möglicherweise daher, dass auf der iberischen Halbinsel die gleiche Zeitzone gilt wie in Deutschland, allerdings liegt das Land wesentlich weiter westlich. Wer auf den Stand der Sonne achtet, stellt fest, Spanier essen nach dieser Zeiteinteilung auch nicht später als der Rest der Europäer.

In der spanischen Küche vereinen sich eine Vielzahl von Einflüssen: Sie wurde natürlich durch Kultur der Mauren und Sephardim, den spanischen Juden, beeinflusst. Als ehemalige Weltmacht bereicherte Spanien seine Speisekammer aber ebenfalls schon früh mit den Erzeugnissen der neuen Welt: Tomaten, Kartoffeln, Paprika und Kakaobohnen wurden bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts importiert. 

Es gibt keine einheitliche Küche in dem Land: Im Inneren wird mehr Fleisch verzehrt, als entlang der Küste, wo Fisch und Meeresfrüchte bevorzugt werden. Hülsenfrüchte werden im gesamten Land gerne verwendet, ebenso wie Olivenöl. Im Gegenteil zu anderen mediterranen Kochtraditionen werden in Spanien Kräuter und Gewürze recht sparsam eingesetzt.
Ganz in der Tradition der bäuerlichen Küche stehen die beliebten Eintopfgerichte: So wird in der Region Kantabrien ein Gericht aus weißen Bohnen, Blattkohl und Schweinerippe, Chorizo und Speck serviert. Der Bohneneintopf aus Asturien, die Fabada, vereint ebenfalls Schweinefleisch mit Chorizo, der typischen scharfen Wurst. Aber auch Blutwurst, Zwiebeln und Knoblauch stehen auf der Zutatenliste. Weitere beliebte Hülsenfrüchte sind Linsen und Kichererbsen, aus denen ebenfalls reichhaltige Eintöpfe zubereitet werden. 

Beliebter erster Gang Spanien ist unter anderem Gazpacho, eine kalte Gemüsesuppe aus Andalusien. Fritada bezeichnet ein Schmorgemüse aus dem Landesteil Aragonien. Zum ersten Gang wird auch die Paella gezählt: Sie stammt ursprünglich aus der Region Valencia. Einfach, aber lecker ist Tortilla. Dabei handelt es sich um ein Omelett mit Kartoffeln. Garnelen in verschiedenen Zubereitungsarten werden ebenfalls gerne als erster Gang gegessen. 

Fisch oder Fleisch bestimmen den zweiten Gang: Das können Schmorgerichte wie Carne Guisada – ein Schmorgericht mit Kartoffeln, Fleischstücken und Gemüse – sein, aber auch dünn geschnittene Rinderschnitzel oder die Edelfischpfanne Zarzuela, in der sich auch Meeresfrüchte befinden. Beliebt ist natürlich ebenfalls Lammfleisch, das mariniert oder mit einer deftigen Soße serviert wird. 

Auf den Kanaren werden kleine Kartoffeln mit einer leichten Salzkruste serviert. Sie werden in der Regel von Mojo, einer roten oder grünen Würzsoße, begleitet. Zu Meeresfrüchten oder Gemüsetellern essen die Spanier gerne Aioli, eine Knoblauchsoße. Salat wird in der Regel am Tisch mit Essig, Öl, Salz und Pfeffer selbt angemacht.

Klassische Süßspeisen sind Crema Catalana, die spanische Antwort auf die französische Crème Brûlée, der im Wasserbad gestockte Flan oder die spanische Variante des weißen Nougats, die Turrón genannt wird.

Auf keinen Fall dürfen Tapas vergessen werden, zu erwähnen. Die wundervollen Appetithäppchen werden in Spanien in Bars zu einem Glas Wein, Portwein oder Sherry serviert. Ursprünglich handelte es sich eine kostenlose Beilage zum Getränk. Je nachdem wie üppig sie ausgestaltet sind, müssen sie mittlerweile extra bestellt und dann natürlich bezahlt werden. Es gibt unzählige Rezepte, aber typisch sind: Oliven, kleine Fleischklößchen, Albondingas genannt, in Essig marinierte Sardellen, gesalzene Mandeln, Brot, Serrano-Schinken, kleine Kartoffeln in Knoblauchmayonnaise, frittierter Babytintenfisch, Gambas, sehr kleine Oktopusse in eigener Tinte gekocht, geröstetes Weißbrot mit Tomatenfruchtfleisch bestrichen und vieles mehr. Auch die Tortilla wird in kleine Stücke geschnitten als Tapa gereicht.

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