Hansgrohe Group trauert um Klaus Grohe
Abschied von Wegbereiter
- Der lnagjährige Firmenchef von hansgrohe, Klaus Grohe, starb am 3. Januar 2026.
- Foto: Dirk Bruniecki for Syngroh Beteiligungsgesellschaft mbH
- hochgeladen von Christina Großheim
Schiltach (st) Am 3. Januar 2026 verstarb der langjährige Firmenchef Klaus Grohe im Alter von 88 Jahren, teilt die Firma Hansgrohe mit. Der jüngste und dritte Sohn des Firmengründers Hans Grohe wurde am 3. April 1937 in Aachen geboren. Nach seinem Studium der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre in Bern und zahlreichen beruflichen Praktika trat er 1968 als Prokurist und Vertriebsleiter in den väterlichen Betrieb ein.
Fünf Jahrzehnte Verantwortung
Fast fünf Jahrzehnte habe Klaus Grohe die Geschicke des Schiltacher Unternehmens, als geschäftsführender Gesellschafter, ab 1999 als Vorstandsvorsitzender und von 2008 bis 2015 als Vorsitzender des Aufsichtsrats bestimmt. Mit seinen visionären Ideen, seinem unerlässlichen Tatendrang und seiner steten Kundenorientierung habe er das Familienunternehmen zu einem Global Player der Sanitärbranche entwickelt. Innovative Produkte mit herausragendem Design seien sein besonderes Augenmerk gewesen. Er habe es geliebt, Brausen und Armaturen bis ins kleinste Detail zu perfektionieren. Er habe aber auch gewusst, dass hochwertige Produkte richtig vermarktet werden müssten – auch international – und habe bereits Anfang der 1980er Jahre ein professionelles Marketing im Unternehmen integriert. Mit seinem Weitblick, seiner Weltoffenheit und seinem zupackenden Pragmatismus sei er Wegbereiter der Marken AXOR und hansgrohe gewesen.
Seine Maxime sei gewesen: „Immer hands-on – nah am Kunden, nah am Produkt, nah am Mitarbeiter, sowohl in der Verwaltung als auch in der Produktion.“ Als Chef zum Anfassen habe Klaus Grohe grundsätzlich auf Privilegien verzichtet. Schon in den 1980er-Jahren, bevor Nachhaltigkeit in aller Munde war, habe sich Klaus Grohe für umweltbewusstes Denken und Handeln engagiert: Hansgrohe habe einen Umweltbeauftragten eingestellt, wassersparende Brausen entwickelt, am Offenburger Standort sei bereits 1993 der Solarturm und ein dachintegriertes Solarkraftwerk, das 1994 mit dem Umweltpreis des Landes Baden-Württemberg prämiert wurde, entstanden. Sein ganzes Leben lang habe sich Klaus Grohe dem Wohl von Hansgrohe, dem seiner Familie und auch der Allgemeinheit gewidmet.
Ehrenbürger von Schiltach
2001 habe ihn seine Heimatstadt Schiltach zum Ehrenbürger ernannt. 2009 habe er die Stiftung Klaus Grohe gegründet. 2012 sei er für sein Lebenswerk als Unternehmer und Impulsgeber der Sanitärbranche ausgezeichnet worden. Anlässlich der Sanitärfachmesse SHK Essen habe er den „Best of Management Award“, der Fachzeitschrift „si Informationen“ erhalten. 2022 sei ihm für sein Lebenswerk den Deutschen Gründerpreis von stern, Sparkassen, ZDF und Porsche, einen der renommiertesten Wirtschaftspreise in Deutschland, verliehen worden.
„Mit Klaus Grohe verlieren wir unseren Wegbereiter, der bis zuletzt als Ehrenvorsitzender unseres Aufsichtsrats die Entwicklung von Hansgrohe mit großem Interesse und Engagement verfolgte“, sagt Hans Jürgen Kalmbach, Vorsitzender des Vorstands der Hansgrohe SE. „Er hat das Fundament für den weltweiten Erfolg der Unternehmensgruppe gelegt und die DNA von Hansgrohe maßgebend geprägt. Wir sind ihm dafür sehr dankbar und werden ihn und seine Ratschläge vermissen. Seine Grundsätze und seine Leidenschaft für Hansgrohe werden aber für immer im Unternehmen und im Bewusstsein von uns allen bleiben. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der Vorstand sowie der Aufsichtsrat von Hansgrohe und auch unser Anteilseigner Masco trauern um ihn und sind in Gedanken bei seinen Angehörigen.“
Richard Grohe, ältester Sohn von Klaus Grohe, Mitglied des Aufsichtsrats der Hansgrohe SE und Geschäftsführer der Syngroh Beteiligungsgesellschaft mbH, ergänzte: „Klaus hinterlässt ein menschliches und unternehmerisches Lebenswerk von unbeschreiblicher Fülle. Als er 1975 die Führung von Hansgrohe übernommen hat, hat er das Familienunternehmen von Grund auf neu erfunden und zu einer Größe geführt, die sich damals niemand vorzustellen vermochte. Damit hat er Wohlstand in die Region, aber auch an viele andere Orte der Welt gebracht. Er hat eine Großfamilie gegründet und uns erfolgreich gelehrt, wie man diese zusammenhält – über Persönlichkeiten, Generationen und Ländergrenzen hinweg. Anstand und Werte hat er nicht nur selbst vorgelebt, sondern auch weitergegeben. Seine Inspiration und seine unternehmerische Leistung leben in einer Weise fort, die Generationen überdauern wird. Wir nehmen sein Vermächtnis an, dieses Erbe zu bewahren.“




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