Dotiert mit 25.000 Euro
Deutscher Schulpreis nach Schuttertal

Inklusion ist an der Grundschule Schuttertal eine Selbstverständlichkeit.
  • Inklusion ist an der Grundschule Schuttertal eine Selbstverständlichkeit.
  • Foto: Andree Kaiser
  • hochgeladen von Daniela Santo

Berlin/Schuttertal (st). Die Grundschule Schuttertal gewinnt einen mit 25.000 Euro dotierten Preis beim Deutschen Schulpreis 2020. Vier weitere Preise in Höhe von 25.000 Euro gehen an die Gemeinschaftsschule Hardtschule Durmersheim, die Berufsbildenden Schulen BBS Einbeck, das Gymnasium Essen Nord-Ost und die Marie-Kahle-Gesamtschule in Bonn. Den mit 100.000 Euro dotierten Hauptpreis erhält die Otfried-Preußler-Schule in Hannover.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Hauptpreisträger am Mittwoch online auf dem Deutschen Schulportal bekanntgegeben. Die virtuelle Preisverleihung stehe auch für das, was alle Schulen in den vergangenen Monaten erlebt haben, so die Bundeskanzlerin: „Kinder und Jugendliche dürfen nicht zu Verlierern der Pandemie werden. Deshalb gilt es auch, alles daran zu setzen, erneute flächendeckende Schulschließungen zu vermeiden. Unter diesen außergewöhnlichen Umständen sieht sich die Bundesregierung in der Mitverantwortung. Daher werden wir die Bundesländer auch über den Digitalpakt Schule hinaus unterstützen.“

Susanne Junker leitet die Grundschule der Gemeinde, zu der dreiStandorte zählen: Die Stammschule befindet sich im Ortsteil Schuttertal, die zwei Außenstellen liegen in Dörlinbach und Schweighausen. Ihr und ihren Kolleginnen ist es wichtig, dass Kinder, die sich von Geburt an kennen und in einem Dorf aufwachsen, auch zusammen in einer vertrauten Umgebung lernen können und einen kurzen Weg zur Schule haben. Das gilt für alle Kinder, die im Schuttertal zu Hause sind. „Wir sind der Überzeugung, dass Inklusion an Grundschulen eine Selbstverständlichkeit ist“, sagt Susanne Junker.

Philosophieren mit Kindern

Zu einem der neuen Felder zählt das Projekt „Philosophierenmit Kindern“. Seit Kurzem ist die Schule die erste zertifizierte „Philosophierende Grundschule“ in Baden-Württemberg.Über das Schulentwicklungsprojekt „Ortenauer Weg“ ist die Grundschule Schuttertal auf dieses Konzept aufmerksam geworden. Das Netzwerk unterstützt Schulen in der Region vor allem dabei, außerschulische Partner und Lernorte einzubinden. Wann immer es möglich ist, versucht die Grundschule Schuttertal, die Umgebung mit in den Unterricht einzubeziehen. „Wir gehen in den Wald und setzen dort Projekte um. Oder wir besuchen regelmäßig den Bauernhof in der Nachbarschaft“, sagt Susanne Junker.

Warum aber Philosophie? „Das passt einfach zu uns“, sagt sie, „denn wir betrachten ein Kind in seiner ganzen Einzigartigkeit und versuchen, seine Stärken und Schwächen zu fordern und zu fördern.“ Für den Unterricht bedeutet das zum Beispiel, dass die Kinder mit den sogenannten Lernspuren arbeiten, die die Grundschule Schuttertal für die Fächer Mathematik und Deutsch entwickelt hat. Die Lernspuren ermöglichen, dass Kinder individuell gefördert werden und in ihrem Tempo auf ihrem Niveau arbeiten. Im dazugehörigen Lernspurenheft können die Kinder dokumentieren, welche Kompetenzen sie erworben haben. „Mit dem Philosophieren bekommen wir noch mal einen viel intensiveren Eindruck von der Individualität unserer Kinder“, sagt Susanne Junker.

Philosophie steht deshalb nicht auf dem Stundenplan. Vielmehr versuchen die Lehrkräfte das Instrument Philosophieren immer dann einzusetzen, wenn Kinder Fragen zu Themen haben, die in diese Richtung abzielen. „Es ist erstaunlich, wie tiefgründig die Gedanken sind, die die Kinder äußern, und mit welcher Ernsthaftigkeit sie existenzielle Fragen betrachten“, erzählt die Schulleiterin. Sie erlebt immer wieder, wie sehr es die Kinder genießen, dass diese Gespräche nicht zweckorientiert sind. „Durch diese Freiheit lernen wir uns viel besser kennen“, sagt Susanne Junker und fügt hinzu: „Das Philosophieren ist ein unglaublich guter Baustein für demokratisches Lernen. Wenn wir den anderen besser verstehen, sind wir auch toleranter.“

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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