Gesundheitsfördernde Einrichtung
Kindertreff erfolgreich rezertifiziert
- Das Team der Kita Kindertreff Willstätt mit den Leiterinnen Susanne Amtsberg und Astrid Wiebe (mittig), Prozessbegleiter Matthias Schäfer (dahinter), Regionale Präventionsbeauftragte Andrea Heiberger (rechts) und Dominik Hertlein (AOK Südlicher Oberrhein).
- Foto: Gemeinde Willstätt/Holger Hemler
- hochgeladen von Christina Großheim
Willstätt (st) Die kommunale Kindertageseinrichtung Kindertreff Willstätt hat erfolgreich eine Rezertifizierung als gesundheitsförderliche Einrichtung im Rahmen des Präventionsnetzwerks Ortenaukreis (PNO) erhalten. Der Zertifizierungsprozess erstreckte sich laut einer Pressemitteilung der Gemeinde Willstätt über den Zeitraum von Juli 2025 bis Anfang März 2026. Die Zertifikatsübergabe an das Team fand nach dem Abschlussgespräch in der Kita-Einrichtung statt. Gefördert wurde die Rezertifizierung der Organisationsentwicklung durch das Landratsamt Ortenaukreis und die AOK Südlicher Oberrhein.
Bereits im Jahr 2018 hatte die Einrichtung erstmals die Zertifizierung durch das Präventionsnetzwerk Ortenaukreis erhalten. Damals beschäftigte sich das Team intensiv mit Themen wie Resilienz, sozialer Teilhabe, Kommunikation sowie der professionellen pädagogischen Begegnung mit herausforderndem Verhalten. Für die aktuelle Rezertifizierung entschied sich das Team bewusst dafür, diesen Schwerpunkt weiter zu vertiefen.
Vielfältige Herausforderungen
„Das Thema ist seit 2018 nicht weniger, sondern deutlich brisanter geworden“, betonte Astrid Wiebe von der Einrichtungsleitung in ihrer Ansprache. Familien seien heute mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert – von gesellschaftlichen Unsicherheiten über die Auswirkungen internationaler Krisen bis hin zu der großen Informationsflut durch soziale Medien. Diese Entwicklungen wirkten sich auch auf den Alltag von Kindern aus.
Auch in der pädagogischen Arbeit der Einrichtung treten immer wieder herausfordernde Situationen auf, etwa verweigerndes Verhalten, Beschimpfungen oder aggressive Handlungen. Gerade in solchen Momenten sei es Aufgabe der pädagogischen Fachkräfte, professionell, besonnen und orientierend zu handeln.
Reflexion
Ein zentraler Bestandteil der Rezertifizierung war deshalb die Reflexion der eigenen pädagogischen Haltung. Diese prägt maßgeblich den Umgang mit Kindern, die Gestaltung von Beziehungen sowie das Handeln in schwierigen Situationen. „Gesellschaft verändert sich – und wir verändern uns mit“, so Astrid Wiebe. Kontinuierliche Weiterentwicklung und fachlicher Austausch seien daher unverzichtbar für eine qualitativ hochwertige pädagogische Arbeit.
Begleitet wurde die Rezertifizierung von Prozessbegleiter Matthias Schäfer. Gemeinsam mit ihm entwickelte das Team konkrete Zielsetzungen und Handlungsstrategien für den Umgang mit herausfordernden Situationen im Alltag. Ein wichtiger Grundgedanke dabei lautete: Niemand muss schwierige Situationen alleine bewältigen. Sich Unterstützung zu holen und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, ist ein Zeichen von Professionalität.
Stärkebilanz
In mehreren Fortbildungsbausteinen beschäftigte sich das Team unter anderem mit einer Stärkebilanz und Zielsetzung, der professionellen pädagogischen Begegnung mit herausforderndem Verhalten sowie der Bilanzierung und nachhaltigen Verankerung der erarbeiteten Maßnahmen. Begleitend fanden kontinuierliche Reflexionen und ein Nachhaltigkeitsgespräch zur Sicherung der Ergebnisse statt.
Bei der Abschlussveranstaltung dankten die Einrichtungsleiterinnen Susanne Amtsberg und Astrid Wiebe dem gesamten Team für seine Offenheit, die investierte Zeit und das große Engagement während des gesamten Prozesses. Die Rezertifizierung sei nicht nur ein formaler Schritt, sondern Ausdruck einer gemeinsamen pädagogischen Haltung und eines kontinuierlichen Qualitätsanspruchs.
Ein besonderer Dank galt auch Prozessbegleiter Matthias Schäfer sowie Andrea Heiberger, der regionalen Präventionsbeauftragte des Präventionsnetzwerks Ortenaukreis, die die Zertifikate übergab. Zur Zertifizierung gratulierte unter anderem auch Dominik Hertlein, Koordinator Prävention in Lebenswelten bei der AOK Südlicher Oberrhein.
Hintergrund
Seit vielen Jahren ist das Präventionsnetzwerk Ortenaukreis (PNO) als Unterstützungssystem für die Kindertageseinrichtungen und Schulen aus der Ortenau nicht mehr weg zu denken. Über eine sich stetig ausweitende Präventionskette, beginnend bei der Schwangerschaft bis hin zum Übergang der Schule in den Beruf ist die Förderung der körperlichen und seelischen Gesundheit sowie der sozialen Teilhabe von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien das Ziel aller Maßnahmen. Die Kommunale Präventionsstrategie vereint und koordiniert neben den Angeboten des PNO auch die Frühen Hilfen und Angebote des Öffentlichen Gesundheitsdienstes. Vielseitige Kooperationen mit Sozialversicherungsträgern ermöglichen die Umsetzung von Angeboten in den Lebenswelten Kindertageseinrichtung und Schulen zur Entwicklung gesundheitsförderlicher Einrichtungen. Zudem stehen regionale und zentrale Präventionsbeauftragte als hilfreiche Lotsen und Netzwerkkoordinierende den Fachkräften aus dem Gesundheits-, Jugendhilfe- und Bildungssystem zur Seite.







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