Jubiläumsprogramm zu "175 Jahre Illenau" spiegelt die Geschichte wider
Mehr als nur ein historisches Gebäude in Achern

Eine Szene aus der Dokumentation "Illenau – Geschichte einer ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt", die im Rahmen des Jubiläums gezeigt wird.
  • Eine Szene aus der Dokumentation "Illenau – Geschichte einer ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt", die im Rahmen des Jubiläums gezeigt wird.
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  • hochgeladen von Isabel Obleser

(fk). Zur Feier des 175-jährigen Bestehens der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Illenau in Achern werden von April bis Dezember dieses Jahres zwölf verschiedene Veranstaltungen initiiert, die mehr oder weniger mit der Historie des Gebäude-Komplexes zusammenhängen und diesen aus jeweils eigenem Licht beleuchten. Den Startschuss bildet am Donnerstag, 6. April, um 20 Uhr eine musikalische Lesung im Illenauer Festsaal mit Namen „Vom Sonnenaufgang – Heinrich Hoffmann als Psychiater“. Rezitatorin Nina Weniger wird hierfür von Johanna Hessenberg am Saxophon begleitet.
Am Mittwoch, 26. April, wird ebenfalls im Festsaal der Christian-Roller-Preis verliehen. Am Donnerstag, 11. Mai, hält Thomas Röske, Leiter der Sammlung Prinzhorn, einen Vortrag zum Thema: „Das Bild des Irren in der Kunst – eine Herausforderung in der Kunstgeschichte“ im Atelier der Illenau-Werkstätten. Der darauffolgende Vortrag von Ingrid von Beymes: „Wahre Portraits? – Selbstdarstellungen von Anstaltsinsassen zwischen Realität und Vorstellung um 1900“ findet am Donnerstag, 18. April, am gleichen Ort statt. Die vorerst letzte Jubiläums-Veranstaltung vor dem Sommer, die Gedenkveranstaltung „Verschleppt und entwurzelt vor 75 Jahren. Die polnischen Mädchen in der Illenau.“ ist auf den 27. Juni datiert; zum Ort des Geschehens wurde das Illenau Arkaden Museum gewählt.
Mit einem echten Highlight nimmt das Jubiläumsjahr am Samstag, 29. September, um 20 Uhr in der Lagerhalle der Firma „segezha group“ wieder Fahrt auf, wenn die Theaterproduktion der Regisseure Dieter E. Neuhaus und Rosa Maria Gannuscio mit dem Titel „Illenauer Narrenspiegel“ Premiere feiert. Folgetermine werden am 24., 29 und 30. September sowie am 1. und 2. Oktober stattfinden. Co-Regisseurin und Mitglied des Illenau-Theaters Gannuscio erklärt, was zur Umsetzung motiviert: „Mich reizt das regionale, historische Themengebiet. Durch das Kennenlernen der Geschichte erfährt man manches über die eigene Heimat.“
Ein weiterer programmlicher Schwerpunkt folgt am Samstag, 7. Oktober, in Form einer Filmvorführung im Festsaal. Die Dokumentation „Illenau – Die Geschichte einer ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt“ behandelt die gesamte Historie. Initiator und Co-Regiesseur Emre Özlü erklärt, was ihn gerade an der Illenau als Stoff reizte: „Schon in der Kindheit hat sie mich fasziniert. Dieses Projekt war die perfekte Gelegenheit, mehr über die Illenau herauszufinden und sie zu ehren.“ Nach der Premiere am 7. Oktober wird die Dokumentation unter anderem im Acherner Kino Tivoli vorgeführt. Es folgt am 19. Oktober ein Vortrag von Marga Burkhardt namens „Die Illenau – ihre Anfänge und der Neubeginn“ mit einer vorausgehenden Ansprache des Acherner Oberbürgermeisters Klaus Muttach und musikalischen Beiträgen aus dem Illenauer Liederhandbuch. Am Samstag, 21. Oktober, führt das abwechslungsreiche Programm durch eine „Ausstellung mit Werken aus der Kunstwerkstatt der Diakonie Kork, gestalten von Menschen mit schweren Behinderungen“ namens „Licht und Schatten“. Am Donnerstag, 16. November, präsentiert das Frauen Forum Achern den Vortrag „Frauen der Illenau – Biografien und Texte“. Ein Jubiläumsgottesdienst zur Erinnerung an den ersten evangelischen Gottesdienst in der Raumschaft Achern des Jahres 1842 beginnt am 11. November um 17 Uhr in der Illenau. Das Jubiläumsprogramm endet am Dienstag, 19. Dezember, im Festsaal der Illenau mit einer Gedenkveranstaltung der Stadt Achern und des Förderkreises Forum Illenau e.V. mit Texten und Musik. Titel des Schlussprogramms ist das Zitat des verstorbenen Illenau-Experten Gerhard Lötschs: „Am 19.12.1940... wird die Illenau aus der Liste der badischen Heil- und Pflegeanstalten gestrichen“.

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