Claus Haberecht und sein Engagement
Der unermüdliche Möglichmacher

Die Kehler Stadthalle ist für Claus Haberecht fast so etwas ein Wohnzimmer. Denn er hat im Laufe seines Lebens eine Vielzahl von Veranstaltungen dort auf die Beine gestellt – zuerst mit Stadtjugendring, heute mit dem Verein Rheinkultur. | Foto: Michael Bode
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  • Die Kehler Stadthalle ist für Claus Haberecht fast so etwas ein Wohnzimmer. Denn er hat im Laufe seines Lebens eine Vielzahl von Veranstaltungen dort auf die Beine gestellt – zuerst mit Stadtjugendring, heute mit dem Verein Rheinkultur.
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Appenweier Erst vor Kurzem wurde Claus Haberecht in der Kehler Stadthalle mit dem Bundesverdienstkreuz für sein außergewöhnliches soziales Engagement ausgezeichnet. Der 72-Jährige lebt zwar in Appenweier, arbeitete die meiste Zeit seines Lebens in Rastatt und wurde in Gengenbach geboren, doch mit der Stadt am Rhein verbindet ihn eine "fast symbiotische Beziehung", wie er selbst sagt.
Das liegt daran, dass er in Kehl aufwuchs und sich dort Zeit seines Lebens einbrachte: im Kehler Fußballverein, im Stadtjugendring oder für den Verein Rheinkultur, mit dem er schon in den 1990er-Jahren Grenzen überwand und mit der Stadt Straßburg gemeinsame Kulturevents auf die Beine stellte.

Engagement, das nicht vor Grenzen halt macht

Doch dieses ehrenamtliche Engagement konzentriert sich nicht nur auf seine ehemalige Heimatstadt: Nach wie vor ist er geschäftsführender Vorstand im Verein PAMINA-Rheinpark, an dessen Gründung er in seiner Tätigkeit beim Landkreis Rastatt tatkräftig beteiligt gewesen war. Bei der Bioregion Mittelbaden wie auch der LEADER-Region Mittelbaden ist er ebenfalls noch aktiv, auch wenn er schon seit fünf Jahren im Ruhestand ist. "Ich schaue gerne über den Tellerrand hinaus und gehe über Grenzen hinweg", sagt er mit einem Lächeln.
Angesichts dieser Überzeugung wundert es nicht, dass er weit über die Region hinaus tätig war und ist. Sein Weg in die Entwicklungshilfe begann Ende der 1980er-Jahre als er in einem Flüchtlingslager in Mosambik arbeitete. Später engagierte er sich bei Brot für die Welt. "Ich war quasi der TÜV für Projekte: Ich prüfte, ob sie legitim waren und ob die Gelder vor Ort ankamen." In dieser Zeit hat er gelernt, "mit dem zu leben und zu arbeiten, was es vor Ort gibt". "Projekte zu unterstützen, die nachhaltig sind, das finde ich ideal", sagt der umtriebige Haberecht.
Seine Liebe zu Sri Lanka, das für ihn wie eine zweite Heimat ist, resultiert aus dieser Zeit. Auch später, als er bereits für die Stadt und später den Landkreis Rastatt als Raumplaner tätig war, organisierte er noch über den Arbeitskreis Dritte Welt Reisen dorthin. Das waren allerdings keine Urlaube im Luxusferienressort, die Teilnehmer unterstützten die Menschen vor Ort bei der Arbeit. Die Politik sah er allerdings nie als passendes Spielfeld für sich an. "Man muss auch erkennen, wenn man nichts beitragen kann", sagt Haberecht. "Ich lasse mich nicht gerne instrumentalisieren."

Immer auf den eigenen Takt gehört

So mancher wundert sich, wie so viel persönliches Engagement mit der Tatsache zusammengeht, dass der Tag nur 24 Stunden hat. "Die Begriffe Arbeit und Freizeit sind und waren immer fließend bei mir", so Haberecht. "Das ist keine Belastung, denn ich achte immer darauf, dass es auch mir etwas bringt." Inzwischen fährt er – in seinem eigenen Tempo – seine Aktivitäten Stück für Stück zurück. In diesem Jahr hat er sich als Präsident des Kehler FV zurückgezogen und genießt es, der Ehrenpräsident des ehrwürdigen Vereins zu sein.
"Die angenehmste Zeit kommt noch ab 75 Jahren", ist er sich sicher. "Dann habe ich keine Belastung mehr. Ich muss nichts, ich kann alles." Denn: "Von meinen Enkeln habe ich gelernt, auch mal nichts zu tun", verrät der stolze Großvater, nachdem diese einmal Ruhepausen eingefordert hatten. Wenn die beiden zu Besuch sind, bleibt alles andere liegen: "Dann genieße ich die Zeit mit ihnen", so Haberecht. 

Bücher, die ihn maßgeblich beeinflusst haben:

  • "Menschen am Wendepunkt", Bericht des Club of Rome, Autoren Mesarovic/Pestel
  • "Stufen des Lebens" von Tobias Brocher
  • "Deutschland 2030 – Wie wir in Zukunft leben" von Horst W. Opaschowksi
  • "Geschichte Europas" von Dietrich Schwanitz

Claus Haberechts persönliche Tipps

Die Kehler Stadthalle ist für Claus Haberecht fast so etwas ein Wohnzimmer. Denn er hat im Laufe seines Lebens eine Vielzahl von Veranstaltungen dort auf die Beine gestellt – zuerst mit Stadtjugendring, heute mit dem Verein Rheinkultur. | Foto: Michael Bode
Auch mit 72 Jahren ist Claus Haberecht vielseitig interessiert und engagiert. | Foto: Michael Bode

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