Weinlese in Durbach
Gesunde Trauben und vielversprechende Qualität
- Die Durbacher Winzer sind am Mittwoch in die Weinlese gestartet.
- Foto: Durbacher Winzer eG
- hochgeladen von Christina Großheim
Durbach (st) Bei leichtem Nebel und angenehm kühlen Temperaturen ist die Durbacher Winzer eG am Mittwochmorgen, 26. August, in die Weinlese 2026 gestartet. Nach den heißen vergangenen Wochen waren die Bedingungen zum Auftakt geradezu ideal, heißt es in einer Pressemitteilung. „Diese Temperaturen sind eine echte Wohltat nach den vergangenen Hitzewochen“, freut sich Jürgen Klaus, Aufsichtsratsvorsitzender der Durbacher Winzer eG, über den gelungenen Start.
Anders als in den vergangenen Jahren machte diesmal nicht die Rebsorte Findling für den beliebten „Neuen Wein“ den Anfang. Den Startschuss gaben zwei Spezialitätenlesen: Sauvignon Blanc sowie Weißburgunder als Sektgrundwein aus der Spitzenlage Durbacher Steinberg. Mit 86 beziehungsweise 84 Grad Oechsle präsentierten sich die Trauben zum Erntezeitpunkt in hervorragender Verfassung und mit optimaler Reife.
Der Geschmack der Traube entscheidet
Neben den analytischen Werten spielt für die Durbacher Kellermeister vor allem eines eine entscheidende Rolle: der Geschmack. „Wir ernten dann, wenn die Trauben schmecken, die Fruchtaromen voll ausgeprägt sind und die Schalen ihre pelzige Struktur verloren haben“, erklärt Rüdiger Nilles, Erster Kellermeister der Durbacher Winzer eG. „Oechsle, Säure und pH-Wert sind selbstverständlich wichtige Parameter. Entscheidend ist für uns im Durbachtal aber immer auch der Geschmack der Trauben. Er ist die Grundlage für mineralische, charaktervolle und vor allem langlebige Weine.“
Die drei Winzerfamilien Werner, Rohrer und Klaus, die mit ihren Trauben die Weinlese 2026 eröffneten, zeigen sich insbesondere mit der Gesundheit und Qualität des Leseguts äußerst zufrieden. Das Vegetationsjahr verlief insgesamt sehr positiv. Die Reben entwickelten sich hervorragend und blieben gesund. Eine besondere Herausforderung waren allerdings die außergewöhnlich heißen Wochen und die damit verbundene Trockenheit. Vor allem in jüngeren Anlagen waren deshalb zahlreiche Wasserfahrten notwendig. „Die Bewässerung hat unsere Winzerfamilien viel Zeit, Arbeit und natürlich auch Geld gekostet“, erklärt Stephan Danner, Geschäftsführer der Durbacher Winzer eG. „Einige frühere Regenschauer hätten uns diese Arbeit sicherlich erleichtert. Umso dankbarer sind wir, dass wir in den vergangenen zehn Tagen noch rund 30 Liter Niederschlag pro Quadratmeter bekommen haben – für unsere Reben war das tatsächlich flüssiges Gold.“
Ab kommender Woche nimmt die Weinlese Fahrt auf
Nach dem Auftakt mit den Spezialitätenlesen wird die Ernte ab der kommenden Woche deutlich an Fahrt aufnehmen. Dann stehen unter anderem Müller-Thurgau und Rosé- Sektgrundweine auf dem Leseplan. Gerade bei den Grundweinen für die Sektherstellung ist der richtige Erntezeitpunkt entscheidend, damit Frische, Säure und moderate Öchslewerte erhalten bleiben.
Wann es den ersten beliebten „Neuen Wein“ aus Durbach geben wird, lässt sich derzeit noch nicht exakt vorhersagen. „Wir beobachten die Entwicklung in den kommenden Tagen sehr genau und entscheiden dann kurzfristig, wann wir die entsprechenden Trauben lesen“, so Stephan Danner. „Wer wissen möchte, wann der erste Neue Wein erhältlich ist, fragt am besten direkt bei uns in der Durbacher Winzer eG nach.“
Die Ausgangslage für den neuen Jahrgang stimmt die Verantwortlichen jedenfalls optimistisch. „Unsere Winzerinnen und Winzer haben auch in diesem Jahr wieder großartige Arbeit geleistet und damit die Grundlage für einen vielversprechenden Jahrgang geschaffen“, betont Danner. Nun richtet sich der Blick vor allem auf das Wetter der kommenden Wochen. Gerade in der finalen Reifephase können Sonnenschein, kühle Nächte und möglichst trockene Bedingungen entscheidenden Einfluss auf die spätere Weinqualität nehmen. „Wir wünschen uns jetzt einen schönen Altweibersommer mit sonnigen Tagen und kühlen Nächten. Wenn das Wetter während der Hauptlese mitspielt, haben wir beste Voraussetzungen für einen hervorragenden Jahrgang 2026“, so Danner.
Ganz auf Regen verzichten möchte man im Durbachtal angesichts der vorausgegangenen Trockenheit allerdings noch nicht. „Über ein paar Liter Regen würden wir uns durchaus noch freuen“, ergänzt Jürgen Klaus mit einem Schmunzeln. „Am besten natürlich am Wochenende – wenn gerade nicht geerntet wird.“





Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.