Marta-Schanzenbach-Gymnasium ist "Fairtrade-School"
Globalisierung und fairer Handel

Schülerinnen der AG verschenkten fair gehandelte Rosen
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  • hochgeladen von Christina Großheim

Gengenbach (djä). Für das Marta-Schanzenbach-Gymnasium (MSG) ist dies ein großer Tag: Die Schule bekommt am heutigen Mittwoch den Titel "Fairtrade-School" verliehen. Damit ist das Gymnasium eine von über 600 Schulen in Deutschland.

Die im Jahr 2012 gestartete Kampagne verankert das Thema fairer Handel im Schulalltag und schafft bei den Schülern ein Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung. Durch fünf "Fairtrade-School"-Leitlinien wird das Engagement von Kindern und Jugendlichen für Nachhaltigkeit gefördert, eigenständiges Handeln bestärkt und die Vernetzung von motivierten Akteuren unterstützt. Das lizenzierte Siegel "Fairtrade" kennzeichnet Waren, die aus fairem Handel stammen und bei deren Herstellung bestimmte soziale, ökologische und ökonomische Kriterien eingehalten wurden.

Fairtrade als Unterrichtsfach

"Meine Kollegin Patricia Ziegler und ich haben das Thema bereits vor Jahren im Unterricht aufgenommen", erzählt Irmgard Hahn, Religionslehrerin am MSG. Globalisierung und fairer Handel seien für viele junge Menschen hochaktuelle Themen. In das MSG zog der "Fairtrade"-Gedanke ein. Im Lehrerzimmer wurden schon lange fairer Kaffee und Riegel genossen. Die Schüler gründeten eine Fairtrade-AG, die seither kleine Aktionen startet. Den Schülern wurde ein Getränkeautomat mit fairem Kaffee und Kakao zur Verfügung gestellt. Faire Schul-T-Shirts wurden verkauft. Bei jedem Schulfest wurden fair gehandelte Artikel angeboten. "So lag es nahe, dass wir uns vor zwei Jahren entschlossen, 'Fairtrade-School' zu werden", erinnert sich Irmgard Hahn. 

Mit den Erdkundelehrern konnte die für den Titel geforderte zweite Fachschaft gewonnen werden. Die Kriterien der Kampagne verlangen, mindestens zweimal im Verlauf der Schulzeit den fairen Handel als Unterrichtseinheit durchzunehmen. Ein "Fairtrade"-Schulteam musste gegründet werden. Es besteht aus Schülern, Eltern und Lehrkräften, die das Unternehmen gemeinsam vorantreiben.

Themenbezogene Schulaktionen

Es gehört auch dazu, mindestens einmal im Jahr eine themenbezogene Schulaktion durchzuführen. So verschenkten AG-Schülerinnen anlässlich 100 Jahre Frauenwahlrecht beim Elternsprechtag fair gehandelte Rosen und machten auf die Situation kenianischer Frauen aufmerksam, deren Leben sich durch den fairen Rosenhandel deutlich verbessert.

Im Vorfeld des Nikolaustags zogen als Nikolaus verkleidete Schüler über das Schulgelände und demonstrierten gegen Kinderarbeit und für faire Löhne auf den Kakaoplantagen, denn: "Der echte Nikolaus würde fair naschen". Kursstufenschüler gründeten eine Schülerfirma, die seit vergangenem Herbst Produkte mit dem "Fairtrade"-Siegel verkauft. All diese Aktionen müssen für die Bewerbung dokumentiert werden. 

Seit dem 17. Juli ist das MSG nun eine "Fairtrade-School". Ein Vertreter des Trägers "TransFair e.V." zeichnet das Gymnasium im Rahmen einer kleinen Feier aus. "Die Anerkennung freut uns einerseits und verpflichtet uns andererseits für die Zukunft", sagt Hahn. "Uns ist wichtig, dass Gelerntes nicht beim Verlassen des Schulhauses vergessen, sondern als wichtig erachtet und in die Tat umgesetzt wird. Dass sich die Jugendlichen als selbstwirksam erleben und merken: Ihre Sensibilität, ihr Sinn für Gerechtigkeit und ihre Tatkraft sind gefragt".

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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