Polizeirevier Haslach sorgt für Sicherheit
Trend in Straftatenstatistik steigend

Linda Müller und Andreas Redt gehen auf Streife.
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Haslach (ro). Im Auto der Polizeistreife Haslach hört man eine männliche Stimme aus dem Digitalfunkgerät. "In der Funkleitzentrale in Offenburg sehen die Kollegen, wo wir jetzt sind. Sie können uns einen Einsatz geben", erklärt Linda Müller, die an einem Freitagnachmittag als eine von fünf Beamten im Spätdienst ist. Am Lenker sitzt Andreas Redt, der Dienstgruppenleiter. Sie fahren auf der B33 Richtung Hausach. "Der Bahnhof und die Schule sind unsere Brennpunkte", sagt Andreas Reit. Draußen regnet es in Strömen. Langsam biegt das blau-gelbe Polizeiauto zur Straße Richtung Schule ab. "Am Bahnhof werden gerne Fahrräder geklaut", so der Polizist "und auf dem Schulhof treiben sich Jugendliche herum. Die Anwohner rufen uns oft an", ergänzt er, während er das Polizeiauto über das Gelände steuert: "Man kennt schon die Ecken, wo sie sitzen." Doch bei dem Regen hält sich heute niemand draußen auf. Es ist recht ruhig.

Polizeieinsätze besonders am Wochenende

Normalerweise ist gerade Freitag- und Samstagabend besonders viel los auf dem Polizeirevier. Da gibt es hier und da auch mal eine Schlägerei oder Drogensünder. "Natürlich haben wir im Kinzigtal nicht so viele Einsätze wie die Polizei in Lahr oder Offenburg", erzählt Linda Müller. "Wir haben auch all diese Delikte, aber nicht in dem Maße wie in den Städten", erklärt Müller weiter.
Das Polizeirevier Haslach hat 14 Gemeinden zu betreuen, diese sind Biberach, Fischerbach, Gutach, Hausach, Hofstetten, Hornberg, Mühlenbach, Nordrach, Oberharmersbach, Oberwolfach, Steinach, Wolfach, Zell am Harmersbach und natürlich Haslach. Damit ist das Revier für die Sicherheit von etwa 54.000 Einwohner verantwortlich. Flächenmäßig ist es mit 502 Quadratmetern das größte Polizeirevier im Kreis. Unterstützt wird es durch die Außenposten in Wolfach und in Zell am Harmersbach. Laut der Kriminalstatistik aus dem Jahr 2017 gibt es in Haslach und Hausach die meisten Straftaten. Im Jahr 2017 wurden in Haslach 340 und in Hausach 226 Straftaten gezählt. In Zell a. H., die nach der Einwohnerzahl die größte Stadt im Einzugsgebiet ist, waren es dagegen nur 137 Straftaten. "In diesem Jahr scheint der Trend in der Straftatenstatistik nach oben zu gehen", sagt Martin Ringwald, der Erster Polizeihauptkommissar auf dem Revier ist.

Polizeiberuf ist ein Schreibberuf

Zurück zur Streife: Damit die Polizisten gut geschützt sind, tragen sie eine schusssichere Weste und einen Gürtel. Dieser wiegt alleine zirka drei Kilogramm. Er ist ausgestattet mit Pfefferspray, Taschenlampe und natürlich mit einer Waffe. "Auf Streife habe ich noch nie geschossen", sagt Linda Müller. Auch Andreas Redt hat die Waffe, laut eigener Aussage, noch nie auf Menschen richten müssen. Einmal musste er ein verletztes Tier erschießen. "Dass man die Waffe aber mal ziehen muss, zum Beispiel bei Einbrüchen, kann schon vorkommen", erklärt Redt. Mehrmals im Jahr gehen die Polizisten zum Training auf den Schießstand. Ansonsten hat, so die beiden Beamten, das reale Polizeileben wenig mit den Polizeiserien im Fernsehen zu tun. "Der Polizeiberuf ist ein Schreibberuf, insofern, dass alles dokumentiert werde muss", erläutert Ringwald. Linda Müller bestätigt: "Wir sitzen viel am Schreibtisch. Viele wissen das gar nicht. Wir schreiben Berichte und kommunizieren mit den anderen Behörden, wie zum Beispiel mit dem Jugendamt."
Die beiden Streifenpolizisten mögen aber ihren Beruf dennoch und würden ihn jederzeit nochmal wählen. "Ich wollte nicht zur Bundeswehr und bin so zur Polizei gekommen. Das hat mir gefallen", sagt Redt. "Es ist ein spannender Beruf, man weiß nie, was auf einem zukommt", ergänzt Müller fröhlich.
Lesen Sie weiter zu diesem Thema das "Im Grunde".

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