5. Dezember 2017, 18:30 Uhr | 0 | 4 Leser

"Nikolaus zu sein, ist für mich eine große Ehre"
Alois Krafczyk, alias der Nikolaus, spricht im Interview über sein Amt

Alois Krafczyk als Nikolau (zweiter von links) mit seinen Gefährten.
Alois Krafczyk als Nikolau (zweiter von links) mit seinen Gefährten. (Foto: privat)

Halsach (bos). Heute, am 6. Dezember, ist es wieder soweit – der Nikolaus macht sich auf den Weg, um die Kinder zu Hause zu besuchen. So auch in Haslach, wo Alois Krafczyk, alias der Nikolaus, gemeinsam mit seinen Gefährten unterwegs ist. Im Interview mit Laura Bosselmann spricht er über sein Amt, die Reaktionen der Kinder und das Brauchtum.

Seit wann sind Sie als Nikolaus mit ihren Gefährten in Haslach unterwegs?
Als Nikolaus bin ich in der Haslacher Nikolausgruppe seit der Wiederbelebung dieses Brauches vor 33 Jahren unterwegs. Die Gruppe meiner Gefährten besteht aus Nikolaus, Engel, Biggeresel, Ruprecht und Pelzmärtel. Auch in den Gemeinden Steinach und Unterentersbach haben sich ähnliche Bräuche erhalten, wobei die Figuren hier eine andere Zusammenstellung haben

Wie kam es dazu, dass Sie der Nikolaus geworden sind?
Als ich vor über drei Jahrzehnten daran gegangen bin, mit Unterstützung von Maria Schaettgen und weiteren Haslachern, diesen Brauch wieder aufleben zu lassen, war klar, dass ich als Nikolaus der Gruppe vorstehen werde. Für die Wiederbelebung hatten wir als Nachweis Fotos gefunden und Zeitzeugen unterstützten mit ihren Erinnerungen diese Bemühungen, so dass wir diese Gruppe ganz nach historischem Vorbild wiederbeleben konnten. 

Was bedeutet es für Sie, Nikolaus zu sein?
Das Amt Nikolaus zu sein, ist für mich eine ganz große Ehre. Mit Kindern zu tun zu haben, das ist immer wieder ein Erlebnis, wenn auch sehr anstrengend. Doch das ist mir nicht fremd, bin ja auch seit 33 Jahren alljährlich am 22. Februar, beim Storchentag der Storchenvater, der weit über zweihundert Kinder durch die Stadt zu führen hat. Und dann habe ich auch ein gutes Team, das sich in dieser langen Zeit bestens bewährt hat. Ich bin immer wieder glücklich und freue mich auf diese Tage.

Wie reagieren die Kinder?
Beim Erscheinen der Gruppe mit mir als Nikolaus herrscht zu Beginn des Besuches schon mal etwas Angst, vor allem beim Anblick der finsteren Begleiter des Nikolauses. Doch die Furcht währt meist nicht lange, denn dann treten Nikolaus und Engel in den Mittelpunkt des Besuches. Im Vergleich zu früher hat sich wohl nur die Art der Geschenke verändert, die die Kinder durch den Nikolaus bekommen – aber Weihnachtsbrötchen, Nüsse und Äpfel gehören immer noch dazu.

Was ist Ihre Aufgabe?
Meine Aufgabe ist es, den Brauchablauf zu organisieren und der Gruppe vom 3. bis zum 6. Dezember vorzustehen. Der Nikolaus führt als einziger den Dialog mit den Kindern, fragt nach dem Benehmen, wie es mit dem Beten steht und ermahnt sie, folgsam zu sein und auf die Eltern zu hören.

Was bedeutet Ihnen persönlich der 6. Dezember?
Der 6. Dezember ist für mich ein besonderer Tag. Da gedenken wir ja des Heiligen Bischof Nikolaus von Myra. Er wurde durch viele Wunder und Zeichen bekannt und gilt als Freund der Kinder, was auch mit der Legende um die Rettung dreier Knaben vor dem Tode zusammenhängt. Gerade deshalb stellen ja die Kinder auch immer wieder einen Stiefel vor das Fenster oder vor die Tür und hoffen, dass dieser dann gefüllt wird.