Römischen Straßenstation in Niederschopfheim
Raststätte mit allem Komfort für Reisende

Die Reste einer römischen Straßenstation wurden in den 1970er-Jahren in Niederschopfheim entdeckt und ausgegraben.
  • Die Reste einer römischen Straßenstation wurden in den 1970er-Jahren in Niederschopfheim entdeckt und ausgegraben.
  • Foto: Historischer Verein Hohberg
  • hochgeladen von Christina Großheim

Hohberg-Niederschopfheim (tf). "Einem glücklichen Zufall ist es zu verdanken, dass die römische Straßenstation in Niederschopfheim überhaupt wiederentdeckt wurde", erzählt Lucien Mutzig, erster Vorsitzender des Historischen Vereins Hohberg. Beim Pflügen eines Maisfeldes stieß man immer wieder auf alte Ziegel. Es wurde vermutet, dass sich auf diesem Gelände einst eine ehemalige Ziegelei befand. Doch dann wurden alte Fragmente und schließlich sogar einen Dachziegel mit dem Stempel der 21. Legion Rapax, die um 50 nach Christus im Legionslager Straßburg stationiert war, in Niederschopfheim gefunden.

Dieser Ziegel erweckte die Aufmerksamkeit des Landesdenkmalamts und so gruben Freiburger Studenten von 1978 bis 81 auf dem Areal Steinacker-Feld tatsächlich eine gut erhaltene Straßen- und Raststation aus, die vor rund 800 Jahren von Römern gebaut worden war. Diese Ausgrabung wurde durch den Grundstücksankauf durch die Gemeinde ermöglicht.

Bei den Grabungen fanden sich Unmengen zerbrochener Leistenziegeln und Scherben, die auf einer flachen Erhebung im ansonsten ebenen Ackergelände lagen. Hypokaustplatten, die zu einer Fußbodenheizung gehörten, mehrfarbige Wandbemalungsreste und Mosaiksteinchen beweisen, dass es sich um einen mit beachtlichem Komfort ausgestatteten Gebäudekomplex gehandelt haben muss. Abgetrennte Schlafräume, ein Stall zur Unterbringung der Pferde, eine Schmiede für die Reparatur der Reisewagen, ein Vorratskeller und Gasträume sowie ein Bad mit Fußbodenheizung standen den Reisenden zur Verfügung. Es wird vermutet, dass die Straßenstation nahe an einer römischen Hauptstraße gelegen war, so dass sie wohl als Rasthaus von Fernreisenden genutzt wurde. Von dem im Westen der Anlage liegenden kleinen Hügel kann der Besucher das Gelände gut überblicken.
Umfangreiche Informationen auf Schildern helfen, sich die Anlage in ihrem früheren Zustand vorzustellen. Vor allem den Mitarbeitern des Archäologischen Arbeitskreises des Historischen Vereins und vielen Freiwilligen, die immer wieder kurzfristig mithelfen, ist es zu verdanken, dass die Fundamente und Mauerreste, die sich in rechteckigen Linien über das Gelände ziehen, gut zu erkennen sind. Die regelmäßige Entfernung des Moses sowie das Mähen und Sauberhalten der Anlage werden von den Ehrenamtlichen erledigt.

Die Straßenstation liegt nur einen Steinwurf vom Niederschofheimer Heimatmuseum entfernt und kann zu Fuß oder mit dem Auto gut erreicht werden. Die Anlage ist jederzeit zu besichtigen, Führungen bietet der Historische Verein Hohberg im Internet unter www.historischer-verein-hohberg.de auf Anfrage an.

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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