Offenburger Bahntunnel
Gutachten spricht für Tübbingwerk in Hohberg

Pressekonferenz der Gemeinde Hohberg zum neuen Gutachten zum Offenburger Bahntunnel. | Foto: Gemeinde Hohberg
3Bilder
  • Pressekonferenz der Gemeinde Hohberg zum neuen Gutachten zum Offenburger Bahntunnel.
  • Foto: Gemeinde Hohberg
  • hochgeladen von Karen Christeleit

Hohberg (st) Eine der größten Infrastrukturmaßnahmen der Region steht auf dem Prüfstand: der Bahntunnel Offenburg. In einer Pressekonferenz stellte die Gemeinde Hohberg gemeinsam mit Experten des Ingenieursbüro Katzenbach ein neues Gutachten zur Optimierung des Projekts vor. Das Ergebnis laut Pressemeldung zeigt: Eine Tübbingfabrik direkt an der Baustelle könnte Kosten senken, Umweltbelastungen vermeiden und gleichzeitig regionale Wertschöpfung schaffen.
Bürgermeister Andreas Heck erinnerte zu Beginn an die bisherigen Planungen der Deutschen Bahn, die den Abtransport von Millionen Kubikmetern Aushubmaterial vorsehen. Er machte deutlich, dass sich die Gemeinde eine umweltfreundlichere und wirtschaftlichere Lösung wünsche – und leitete über zur Vorstellung des Sachverständigengutachtens Nr. IK2515-SV/01.
Erarbeitet wurde es von Prof. Dr.-Ing. Rolf Katzenbach und Dr.-Ing. Alexandra Weidle von der Ingenieursozietät Prof. Dr.-Ing. Katzenbach GmbH und der TU Darmstadt. Die Gutachter untersuchten, wie der Tunnelbau effizienter, ressourcenschonender und zugleich wirtschaftlich realisiert werden kann.

Herstellung vor Ort als Schlüssel zur Entlastung

Nach den bisherigen Plänen der Deutschen Bahn sollen rund 2,3 Millionen Kubikmeter Aushubmaterial von der Baustelle Süd abtransportiert werden – darunter etwa 1,85 Millionen Kubikmeter verwertbare Sande und Kiese. Allein dafür wären rund 3.800 Züge nötig, die über die bestehende Rheintalstrecke ein- und ausfahren müssten.
„Das entspricht dem Volumen eines mittelgroßen Hochhauses“, verdeutlichte Prof. Katzenbach. „Dieses wertvolle Material zu entsorgen, statt es vor Ort zu nutzen, wäre ökologisch und wirtschaftlich unsinnig.“ Auch der Antransport der rund 8.600 Tübbing-Ringe, die die Tunnelröhre auskleiden, würde zusätzliche 800 Züge erfordern.
Würden die Tunnelbauteile direkt auf der Baustellenfläche Süd in einer Tübbingfabrik hergestellt, ließen sich Transporte massiv reduzieren. Der Bau würde weitgehend unabhängig von den Kapazitäten der ohnehin überlasteten Rheintalstrecke, Lärm und Verkehrsemissionen würden deutlich sinken, und die Umweltbilanz des Projekts würde sich spürbar verbessern.
Nach Berechnungen des Gutachtens könnten auf diese Weise über 100.000 Tonnen CO₂-Emissionen eingespart und mindestens 240 Millionen Euro an Baukosten reduziert werden. Zudem würde die Region profitieren: durch neue Arbeitsplätze, zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen und eine stärkere lokale Wertschöpfung.

Bürgermeister Heck fordert Berücksichtigung im Planverfahren

Bürgermeister Heck bezeichnete die vorgestellte Lösung als „ökologische Vernunftentscheidung mit regionalem Mehrwert“. Er betonte, dass die „Jahrhundertbaustelle“ nicht nur Belastungen, sondern auch Chancen für die betroffenen Kommunen bringen müsse. „Das Gutachten liefert fundierte Argumente, die die Bahn nicht ignorieren darf. Wir werden dafür kämpfen, dass diese Lösung im weiteren Planfeststellungsverfahren als Option berücksichtigt wird.“
Er sieht sich auch in Verantwortung gegenüber den umliegenden Kommunen und deren Belange. In der Nachbargemeinde Schutterwald sind durch den vorgeschlagenen Standort zwischen Rheintalbahn und Autobahn A5 die bisherigen Bedenken wohl ausgeräumt. Die Bürgerinitiative Bahntrasse Offenburg e.V., vertreten durch Karl Bäuerle und Anita Rost, begrüßte die Ergebnisse: „Unnötige Transporte müssen vermieden werden. Das Projekt soll den Menschen dienen und die Region stärken.“
Nun soll das Planfeststellungsverfahren der Deutschen Bahn ergänzt werden, um die rechtliche Grundlage für die Umsetzung dieser nachhaltigen Alternative zu schaffen.
Bürgermeister Heck abschließend: „Die Fakten liegen auf dem Tisch. Jetzt braucht es Vernunft, Weitblick und die Bereitschaft, innovative Lösungen ernsthaft zu prüfen.“

Pressekonferenz der Gemeinde Hohberg zum neuen Gutachten zum Offenburger Bahntunnel. | Foto: Gemeinde Hohberg
Pressekonferenz der Gemeinde Hohberg zum neuen Gutachten zum Offenburger Bahntunnel. | Foto: Gemeinde Hohberg
Lageplan für das mögliche Tübbingwerk in Hohberg | Foto: Gemeinde Hohberg

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.