"Juleica"-Schulung ist bundesweit vereinheitlicht
Jugendleiter-Card in Lahr erwerben

Freuen sich auf "Juleica": Die FSJ-Kräfte Moritz Wilhelm und Jaqueline Kolling sowie Dominique Rüger (Mitte) | Foto: ds
  • Freuen sich auf "Juleica": Die FSJ-Kräfte Moritz Wilhelm und Jaqueline Kolling sowie Dominique Rüger (Mitte)
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Lahr (ds). Wer ehrenamtlich in der Jugendarbeit tätig ist, sollte sie unbedingt haben: die "Juleica". Seit Einführung der bundesweit einheitlichen Jugendleiter-Card 1999 haben sich allein in Baden-Württemberg über 14.000 meist Jugendliche und junge Erwachsene nach vorgegebenen Standards ausbilden lassen und für ihre Tätigkeit qualifiziert. In Zusammenarbeit mit dem Jugendamt des Landratsamts Ortenaukreis bietet das Kinder- und Jugendbüro der Stadt Lahr vom 13. bis 16. Februar wieder eine Schulung an, an der nicht nur alle Interessierten ab 16 Jahren aus Lahr, sondern aus der ganzen Ortenau teilnehmen können. Anmeldeschluss ist der 2. Februar.

"Ich freue mich schon auf die Lebhaftigkeit der unterschiedlichen Teilnehmer und darauf, ihnen in ihrer Entwicklung etwas mitzugeben und sie darin zu bestärken, sich zu befähigen, etwas zu tun", betont Dominique Rüger, Sozialpädagogin im städtischen Kinder- und Jugendbüro. Zum ersten Mal ist sie bei "Juleica" mit dabei und steckt noch mitten in den Vorbereitungen. Zwar ist es ihr Beruf, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, doch sie weiß, dass es für jeden eine Bereicherung ist, ehrenamtlich tätig zu sein: "Man bekommt ganz viel zurück", betont sie und will damit vor allem Jugendliche und junge Erwachsene ermutigen, an der Schulung teilzunehmen. Willkommen ist jeder, der in seiner Freizeit Lust hat, etwas mit Kindern zu unternehmen, beispielsweise Spielaktionen, Freizeiten oder Gruppenstunden. Außerdem sind all diejenigen angesprochen, die bereits in der Kinder- und Jugendarbeit – etwa in Vereinen – ehrenamtlich tätig sind und ihr Wissen vertiefen möchten.

Auf dem Programm der viertägigen Schulung in den Fastnachtsferien stehen Workshops zu Gruppen- und Spielpädagogik, Entwicklungspsychologie und rechtlichen Grundlagen. Die Teilnehmer lernen viele neue Spiele kennen, werden angeleitet und erhalten praktische Tipps. "Zum Beispiel zeigen wir, wie man eine Gruppe tatsächlich leitet, wie man ein Projekt in Angriff nimmt oder wie Kinder und Jugendliche von ihrer eigenen Lebenswelt beeinflusst werden", erläutert Dominique Rüger. Weiter geht es um Sexualstrafrecht, Fremdenfeindlichkeit oder Fördermöglichkeiten verschiedener Projekte. "Wir sprechen aber auch darüber, was es für die Teilnehmer bedeutet, nicht mehr selbst der Betreute zu sein, sondern die Rolle des Gruppenleiters zu übernehmen", so Rüger weiter.

Die "Juleica" ist eine hochwertige Ausbildung für Ehrenamtliche, ein vergleichbares Qualifikationsinstrument gibt es in kaum einem anderen Bereich des ehrenamtlichen Engagements. Nicht nur Eltern profitieren von der "Juleica", weil sie ganz beruhigt und guten Gewissens ihre Kinder in die Hände von geschulten Betreuern geben können. Auch die Jugendleiter selbst profitieren: So legitimiert sie die "Juleica" gegenüber öffentlichen Stellen, wie Informations- und Beratungsstellen, Jugendeinrichtungen oder der Polizei. Die Einrichtungen sind aufgefordert, die ehrenamtlichen Jugendleiter in Notsituationen und bei Problemen zu unterstützen und fachlich zu beraten.

"Konkret bedeutet das, wenn ein Jugendleiter das Kindeswohl gefährdet sieht, kann er sich an offizielle Stellen wenden", erklärt Rüger. Zwar erhalten die Jugendlichen für ihr Engagement oft nur eine geringe Aufwandsentschädigung, können aber mit der "Juleica" beispielsweise bei Bewerbungen punkten oder erhalten verschiedene Vergünstigungen. "Das ist aber ortsabhängig und reicht vom freien Eintritt ins Schwimmbad bis hin zu Ermäßigungen im Kino. Da wünschen wir uns aber noch wesentlich mehr Anerkennung und Unterstützung in der Region", so Dominique Rüger.

Anmeldungen sind mit einem Flyer möglich, der im Kinder- und Jugendbüro Lahr, Telefon 07821/92088812, erhältlich ist.

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