Ab Mai müssen sechs Pflegekräfte aus Ettenheim in die Bresche springen
Lahrer Klinikum: Engpässe bei Patientenversorgung

Lahrer Klinikum: Im Pflegebereich der HNO-Abteilung und der Neurologie wurde das Personal knapp.
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Lahr/Ettenheim. Oft in der Vergangenheit haben Verantwortliche des Ortenaukreises zusammen mit Kollegen in der Region auf das Problem der Belastung von Pflegekräften
im Zusammenhang mit der Finanzausstattung verwiesen – beispielsweise auf
einer Demo in Freiburg mit Landrat Frank Scherer an der Spitze. Jetzt
hat Personalmangel am Lahrer Klinikum zu Engpässen bei der Versorgung
von Patienten im HNO- und Neurologiebereich geführt. Die Folge:
Pflegekräfte aus dem Ettenheimer Klinikum werden nach Lahr beordert.

„Ab Anfang Mai werden sechs Pflegekräfte des Ortenau Klinikums in Ettenheim
vorübergehend im Ortenau Klinikum in Lahr eingesetzt“, bestätigte
Christian Eggerglüß auf Anfrage. Ziel der Maßnahme sei „bestehende
Engpässe in der Versorgung von HNO- und neurologischen Patienten zu
vermeiden und damit die Patientenversorgung in der Raumschaft insgesamt
zu verbessern“. Derweil hofft die Klinikleitung offenbar, die derzeit
vakanten Stellen bald wieder besetzen zu können. Der Pressesprecher:
„Der Einsatz der Pflegekräfte aus Ettenheim in Lahr ist nicht auf Dauer
vorgesehen, sondern nur so lange, bis die freien Stellen besetzt sind.“

Dabei scheint es sich um ein grundlegendes Problem zu handeln. Wie an allen
anderen Krankenhäusern in Baden-Württemberg werde es, so Eggersglüß,
„zunehmend schwerer, freie Stellen in der Pflege mit Fachkräften zeitnah
zu besetzen“. Auch das Ortenau Klinikum bekomme diese Entwicklung
zunehmend zu spüren. Um dem Trend entgegenzutreten, startet das Ortenau
Klinkum vielfältige Aktivitäten. So engagiert es sich, wie Eggersglüß
betont, seit vielen Jahren, durch viele Veranstaltungen wie den
„Ortenauer Pflegetag“ sowie die Schüler-Gesundheitsakademien, an allen
Standorten für den Pflegeberuf zu werben und das Ortenau Klinikum als
attraktiven Arbeitgeber zu präsentieren.

Durch den Betrieb der drei eigenen Bildungszentren für Gesundheits- und Pflegeberufe sowie die
Beteiligung am Oekumenischen Institut für Pflegeberufe in der Ortenau
leiste das Ortenau Klinikum, wie der Pressesprecher betont, „einen
großen Beitrag zur Ausbildung im Pflegebereich und sorgt so für die
Ausbildung von jährlich über 400 Nachwuchs-Fachkräften pro Jahr“. In den
drei Bildungszentren für Gesundheits- und Pflegeberufe in Lahr,
Offenburg und Achern konnten laut Eggersglüß in den vergangenen Jahren
und auch aktuell alle Ausbildungsplätze besetzt werden. „Darüber
hinaus“, so Eggersglüß, „haben der Klinikträger und das Ortenau Klinikum
seit Jahren die mangelnde Finanzausstattung der Kliniken öffentlich
thematisiert. Klar ist, dass die Zahl der im Pflegedienst des Ortenau
Klinikums Beschäftigten in den vergangenen Jahren von 1773 im Jahr 2010
auf 1911 Ende vergangenen Jahres gestiegen ist.

Um deren Einkommen geht es auch in den derzeit laufenden Tarifverhandlungen im
öffentlichen Dienst. Während Landrat Scherer immer wieder betont, dass
diese an ihrer Belastungsgrenze angekommen seien, muss der Kreis als
Träger und die Führungsspitze des Ortenau Klinikums kämpfen, um nicht in
die roten Zahlen zu rutschen. Die Leistungen der Krankenkassen sind
festgelegt, man werde knapp gehalten, weiß Eggersglüß. Trotz einiger
Verbesserungen befinde sich bundesweit die Hälfte aller Kliniken in
roten Zahlen, darunter nicht das Ortenau Klinikum.

Autor: Norbert Rößler

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