Dreikönigskonzert in Schlosskirche
Leidenschaft von Pfarrer Bernd Walter a. D.

Pfarrer Bernd Walter a. D. kann es nicht lassen, heute ist er in der Schlosskirche zu hören.
  • Pfarrer Bernd Walter a. D. kann es nicht lassen, heute ist er in der Schlosskirche zu hören.
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Mahlberg (mam). Er kann und will es nicht lassen. Auch wenn der evangelische Pfarrer Bernd Walter vor zwei Jahren als Seelsorger in den Ruhestand trat, nach 29 Dienstjahren in Mahlberg samt Kirchengemeinden Kappel-Grafenhausen und Rust: Ihn packt weiterhin seine Musikleidenschaft. Das ist eine Passion, auch, aber nicht nur biblisch motiviert. Wie kam es eigentlich dazu?

Der 1950 im fränkisch-hohenlohischen Öhringen Geborene hat erst einmal  in Heidelberg Biologie studiert, als erste Stufe für eine geplante Doktorarbeit im Labor ein entscheidendes Enzym isoliert, das für erblich bedingten Muskelschwund mit verantwortlich ist. Das ging an dem jungen Naturwissenschaftler nicht spurlos vorüber, denn bei dieser Gelegenheit hatte er viel menschliches Schicksal kennengelernt. So studierte er später Theologie und nach der zweiten theologischen Prüfung 1984 landete Walter als frischer Pfarrvikar zuerst in Kippenheimund Titisee/Hinterzarten am Feldberg. Drei Jahre drauf übernahm er dann die Pfarrstelle in Mahlberg für letztlich 29 erfüllte Jahre. Da war er längst verheiratet, seine Ehefrau Brigitte und die drei Töchter sorgten für familiäres Wohlbefinden. Ansonsten schuf sich Walter ein Liebes-Doppelleben, nämlich mit seiner ungebrochenen Musik-leidenschaft. In Mahlberg hatte er anfänglich nicht nur einen Kinderchor ins Leben gerufen, später ein Blechbläserensemble, Junges Orchester und Vocalistenensemble, sondern auch die renommierten Schlosskirchen-Konzerte erfunden. „Nebenher“ hatte Walter 1999 in barocker Achteck-Kirche die mittlerweile weit gerühmte neue Ahrend-Meisterorgel dank unermüdlich eingetriebener Spenden „in Betrieb“ nehmen dürfen.

Musikalischer Tatendrang

Wie erklärt sich Walters musikalischer Tatendrang über seine seelsorgerischen Aufgaben hinaus? Die Wurzeln liegen natürlich schon in seiner Kindheit. Da sei er von den Eltern reformpädagogisch „aufs Gleis gesetzt worden“, auch kreativ per Malen. Und: „Da wurde alles besungen!“ Schon als Neunjähriger hatte sich Walter das bis heute geliebte Posaunenspiel autodidaktisch beigebracht. Schon mit elf Jahren war der begeisterte Musiker-Knabe dann vollwertiger „Posaunenchörler“. Doch er sang auch weiter, etwa zwei Jahre später schon als Solist bei einem Oratorium in der Öhringer Stiftskirche. Als fertig studierter Biologe wollte Walter erst einmal herausfinden, was er eigentlich „als musikalischer Mensch“ kann. Folgerichtig studierte er sechs Semester in Heidelberg und Mannheim an dortigen Hochschulen Posaune und Gesang. Öffentliche musikalische Auftritte waren damit verbunden, etwa beim Mannheimer Nationaltheater. Dennoch merkte Walter schon damals: „Singen bringt mir mehr", vor allem bei geistlicher Musik. 

Die Mahlberger Schlosskirchen-Konzerte sind seit Jahrzehnten überregional bekannt, ob mit dem Vokalistenensemble oder Instrumentalisten-Gruppen. Die jährlichen Konzertprogramme sprechen für sich. Da werden stets anspruchsvollste klassische Werke in der kleinen, aber barock-feinen Schlosskirche aufgeführt. Zum traditionellen Dreikönigskonzert am heutigen Sonntag um 17 Uhr werden neben Bach und Händel viele weitere Komponisten mit Weihnachtschorälen wieder zur Geltung kommen, etwa Silcher, Reger und Crüger. Da wird Bernd Walter nicht nur als gewohnter Leiter und Dirigent wieder mit von der Partie sein, sondern auch als Basssänger des Vokalisten-Ensembles und Posaunist der Instrumentalisten. Und wer einen knappen Monat später am 3. Februar Lust auf mehr hat, kann sich ins nahegelegene evangelische Jacobushaus in Mahlberg begeben. Dort werden Bariton Walter und Organist Christof Winkler am Klavier Franz Schuberts romantische „Winterreise“ zum Besten geben.

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