Michaela Neuberger kam Idee beim „Handtaschenkongress“
Buch liefert Grundlage für Sagenwanderungen

Wer mit Michaela Neuberger auf eine Sagenwanderung geht, der „dreht sich manchmal um, weil er glaubt, verfolgt zu werden“.
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  • Foto: Foto: Michael Bode
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Oberharmersbach. „Ein ,Handtaschenkongress‘ gab den Anstoß für die Sagenwanderungen. Bei dem
Kaffeeklatsch überlegten wir uns, wie man mit einfachen Mitteln den
Tourismus in Oberharmersbach attraktiver machen kann. Meine spontane
Idee war eine Sagenwanderung“, sagt Michaela Neuberger und schildert die
damaligen Ereignisse: „Meine Tante, Renate Till, damals Vorsitzende der
katholischen Frauengemeinschaft, rief mich Wochen später an und sagte
mir, sie habe eine Gruppe für meine Wanderung.“ Es gab nur die Idee:
„,Du hast noch einige Wochen Zeit für die Vorbereitung‘, sagte Tante
Renate zu mir“, so die Erzählerin. Die erste Nachtwanderung – die
Sagenwanderung hieß „Was die Alten einst erzählten“ – im November 2006
kam so gut an, dass weitere folgten und für Michaela Neuberger ein Beruf
daraus wurde. Mittlerweile gibt es die Sagenwanderungen von und mit der
Oberharmersbacherin seit zehn Jahren. Zum ersten runden Geburtstag
präsentiert sie die erste CD. Die öffentliche Vorstellung wird es am 22.
April geben.

Die erste Terminbuchung im November hatte bei Michaela Neuberger zu sehr viel Arbeit geführt. Ihre Tante hatte gesagt:
„Setz dich hin und schreibe.“ Diese ließ an dem Datum nicht rütteln.
„Mein Glück war, dass mich Geschichten schon immer interessiert haben.
Zudem gibt es ein Buch von Hedwig Buß mit dem Titel ,Was die Alten einst
erzählten‘“, sagt Neuberger. Irmgard Kopf aus der Buchhandlung in Zell
am Harmersbach stellte den Kontakt her. „Es kam zu einem
,Handtaschenkongress‘ mit Hedwig Buß, bei der ich meine Idee vorstellte
und um Erlaubnis fragte, ihre Geschichten als Grundlage nehmen zu
dürfen. Sie hat sich gewundert, dass sich ,ein so junges Maidle‘, damals
war ich 38 Jahre alt, dafür interessiert. Von der Idee war sie
begeistert, weil ihre Geschichten so lebendig werden würden“, sagt
Michaela Neuberger.

Unerwartet wurde aus der Wanderung ein Dauerbrenner. Mit gutem Grund: „Am Ende der ersten Wanderung sah ich von
einem Baum ein Ahornblatt herunterfallen. Das Blatt fiel an einer
Zuhörerin vorbei, die daraufhin einen ganz lauten Schrei ausstieß, so
sehr hatte sie sich erschrocken. Bei der Sagenwanderung erlebt man die
Nacht wieder ganz anders.“ Neuberger nutzt schon etwas die Ur-Ängste:
„Die trägt jeder so mit sich herum, der eine mehr, der andere weniger.
Elektrische Taschenlampen oder gar Handys sind nicht erlaubt. Diese gab
es früher auch nicht“. Aus diesem Grund werden Holzlaternen mitgeführt.
Zu so einer Wanderung gehört eine Einführung, diese dauert, und im
Freien ist es kalt: „So kam ich, zusammen mit dem Gasthaus
,Schwarzwälder Hof‘ auf die Idee mit dem Vier-Gänge Arme-Leute-Essen, um
damit die Einführung in die Zeitreise zu beginnen.“

„Was die Alten einst erzählten“ bekam immer mehr Zuspruch. Michaela Neuberger
wagte einen neuen Schritt: „Es war so viel Material, was ich hatte,
damit beschloss ich, eine zweite Wanderung anzubieten.“ Derselbe Weg kam
nicht in Frage. Auf der anderen Talseite suchte Neuberger einen anderen
Rundkurs. Die neue Idee musste sich von der Nachtwanderung, aber auch
in anderen Bereichen abheben, anders sein. Da es diese Wanderung nur in
den warmen Monaten gibt, beschloss Neuberger, dass es zwar weiterhin ein
Essen geben wird, aber es musste eben „anders“ sein.
„Selbstverständlich helfen mir darüber hinaus bei vielen Dingen
Freunde“, sagt Michaela Neuberger, die sich nicht nur über diese
Unterstützung freut, sondern ebenso den Anwohnern der Wanderstrecke
dankbar ist, dass diese ihre Führungen mittragen: „Es sind mittlerweile
viele Termine geworden, die Ideen gehen mir nicht aus.“

Die jüngste ist die CD mit 23 Geschichten, jede wird von dem
Radiomoderatoren Markus Knoll angesagt. Seit rund sieben Jahren spricht
sie Liedtexte bekannter Songs und Hits im Radio im badischen Dialekt,
was dort unter dem Titel „auf gut badisch“ läuft. Michaela Neuberger
bietet auch Erzählabende an, ferner die Nacht der Farben, Märchen durch
die Weihnachtszeit, den Abend der Liebe sowie Kurzkrimi-Lesungen: „Der
Tag hat zu wenige Stunden für die vielen Dinge, die ich gern noch auf
den Weg bringen möchte“, so die Märchen- und Sagenerzählerin, die ihren
einstigen Beruf, Einzelhandelskauffrau, dabei nie vermisst hat.

Autor: Daniel Hengst

Autor:

dtp02 dtp02 aus Offenburg

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