Millionenfrage an Julia Klöckner
Wie soll der Spagat in der Landwirtschaft gelingen?

Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft
  • Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft
  • Foto: CDU Rheinland-Pfalz
  • hochgeladen von Isabel Obleser

Die Landwirtschaft in Deutschland steht unter großem Druck. Auf der einen Seite steht der Anspruch der Verbraucher, nachhaltig produzierte Lebensmittel zu konsumieren, auf der anderen Seite aber auch Preisdruck, gestiegenen Anforderungen an die Produktivität, sowie staatliche Reglementierungen. Viele Landwirte haben das Gefühl, der Zielkonflikt zwischen diesen Interessen werde auf ihren Rücken und zu ihren Lasten ausgetragen. So geht es zum Beispiel auch Sebastian und Camille Seusing. Mitte Januar hat das Brandenburger Imkerpaar deshalb über einhundert Eimer Honig vor dem Bundeslandwirtschaftsministerium abgeladen. Wegen zu hoher Belastung mit Glyphosat dürfen die rund vier Tonnen Honig nicht verkauft werden. Die eigentlich erfolgreiche Imkerei steht dadurch jetzt vor dem Aus.

„Nicht entweder oder, sondern sowohl als auch“


Frau Klöckner, wie soll der Spagat zwischen den steigenden Anforderungen an landwirtschaftliche Produktivität in Vereinbarkeit mit Schutz von Umwelt und Artenvielfalt gelingen, so dass es für die Landwirte noch wirtschaftlich ist?

Julia Klöckner, Bundesministerin Ernährung und Landwirtschaft:
Unsere Bauern decken uns den Tisch. Sie sind nicht in erster Linie Landschaftsgärtner, sie produzieren das, was wir zum Leben brauchen. Wir sollten uns das zunächst immer vor Augen führen. Gleichzeitig will die Branche den gesellschaftlichen Wunsch nach mehr Tierwohl sowie nachhaltiger Produktion erfüllen.

Den gestiegenen Ansprüchen stellen sich unsere Bauern schon längst. Nur: Höhere Anforderungen im Sinne des Gemeinwohls verursachen Kosten, die ausgeglichen werden müssen. Ansonsten werden wir regionale Erzeugung in Deutschland nicht halten können. Hier sind auch die Verbraucher gefragt: Wer sonntags Wünsche formuliert, muss in der Woche auch dementsprechend einkaufen. Denn wenn diese Wünsche nicht zu passenden Erlösen führen, müssen die Wünsche den Erlösen angepasst werden.

Zum anderen geht es darum, den Landwirten die richtigen Mittel an die Hand geben, um Produktivität und Nachhaltigkeit miteinander zu verbinden: Präzisionslandwirtschaft, Pflanzenzüchtungen – neue Techniken, neue Sorten. Wir haben in Deutschland eine hochmoderne Landwirtschaft. Wenn Pflanzen- und Bodensensoren sowie Kameras an Drohnen den Pflanzen- und Bodenzustand erkennen, wenn Sensoren die Gesundheitsdaten der Nutztiere präzise und passgenau weitergeben, können Erträge gesteigert und gleichzeitig noch ressourcenschonender produziert werden. Dieses Potential fördern wir als Ministerium mit erheblichen Mitteln.

Zudem plädiere ich für mehr Offenheit für vielversprechende Methoden der Pflanzenzüchtung. Beispiel die Genschere CRISPR/Cas. Klimastressresistente, schädlingsstabile Pflanzen – gewollte Merkmale, die Ernten sichern und Pflanzenschutz reduzieren, können mit neuen Methoden zielgerichteter und schneller erreicht werden als durch klassische Züchtung. Die genannten Instrumente helfen, Ökonomie und Ökologie zusammenzubringen. Produktivität, Einkommen und Ressourcenschutz sind Schenkel des gleichen Dreiecks – nicht entweder oder, sondern sowohl als auch.

Die Millionen-Frage
Die Millionen-Frage wird von einer Redakteursgruppe aus dem Bundesverband deutscher Anzeigenblätter (BVDA) gestellt. Sie ist an einen prominenten Vertreter aus Politik und Gesellschaft adressiert und soll die Menschen in Deutschland  millionenfach erreichen – weil sie in jedem teilnehmenden Anzeigenblatt gleich gestellt und gleich beantwortet wird. Dem BVDA gehören 207 Verlage mit einer Auflage von über 60 Millionen an.

Autor:

Isabel Obleser aus Gengenbach

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