Hochgeistiges im Glas
Die echten Typen unter den Spirituosen

Ein Cognac ist der perfekte Abschluss für ein Menü.

Ortenau (gro). Sie beschließen ein gutes Essen oder wirken anregend auf den Appetit – die Rede ist von Spirituosen. Wie bei vielen Dingen gibt es Massenware, aber auch edle Einzelstücke, die durch ihren Geschmack und Charakter bestechen. 

Zu den Klassikern zählt der Single Malt Whisky. Die bekanntesten stammen aus Schottland, die meisten aus den Highlands. Ein Single Malt Whisky überzeugt nicht nur durch seinen Geschmack, sondern auch durch die Vielschichtigkeit. Es gibt kaum ein Getränk, das so stark durch seine Umwelt geprägt wird. Die Form der Brennblase, die Art wie die Gerste gemälzt wurde, der Brennstoff, der für das Mälzen eingesetzt wurde, die Art des Fasses, in dem der Malt reifte, aber auch der Ort, an dem er lagerte – all das findet sich im Geschmack wieder. Auch die Dauer der Lagerung, allerdings nur solange er im Fass ruht, prägt das Aroma dieses populären Getränks. 

Das Wort "Single" zeigt an, dass der Whisky nur in einer Brennerei hergestellt wurde. Er wurde nicht mit Erzeugnissen aus anderen verschnitten. Ein "Malt" wird nicht aus Mais, Roggen oder Weizen gemacht, sondern aus Gerstenmalz. "Scotch" macht deutlich, dass das Getränk in Schottland hergestellt wurde. Mittlerweile gibt es erstaunlich gute Single Malts aus Irland, Japan, aber auch Deutschland oder Frankreich. Nach dem Brennen wird der Whisky in einem Fass, in der Regel handelt es sich um alte Cognac- oder Sherryfässer, gelagert.

Wer einen "Vatted Malt" kauft, der erwirbt einen Whisky, in dem die Malts verschiedener Destillerien miteinander verschnitten wurden. Er wird auch "Malt Scotch Whisky" bezeichnet. "Blended" werden Whiskys genannt, in denen mehrere Sorten verschnitten wurden.

Wer einen Cognac kauft, kann sicher sein, dass es sich um einen Weinbrand aus der französischen Stadt gleichen Namens handelt. Denn der Begriff ist geschützt. Die verwendeten Weine stammen aus dem Cognacais sowie den beiden benachbarten Anbaugebieten Charentes und Charente-Maritimes. Es handelt sich um Weißweine. Dieser Traubenbrand wird nach der Destillation in Eichenfässern gelagert. In der Regel wird bei der Farbe mit Zuckercouleur nachgeholfen, es gibt nur wenige unbehandelte Cognac auf dem Markt. Die zeichnen sich dann durch einen ganz besonderen, fast schon wilden Geschmack aus.

Die Altersangaben sind an der Buchstabenkombination erkennbar: V.S. oder drei Sterne zeigen an, dass das Getränk mindestens zwei Jahre im Fass gereift ist. Die Bezeichungen V.S.O.P, Réserve, Vieux oder V.O. stehen für eine Lagerung von mindestens vier Jahren. Napoléon, XO, Extra, Hors d'âge, Royal, Très Vieux, Vielle Réserve werden an mindestens sechs Jahre alte Cognac vergeben. Ab dem 1. Januar wird das Mindestalter auf zehn Jahre heraufgesetzt.

Schon lange nicht nur ein Getränk für Piraten ist Rum. Der Branntwein aus der Karibik wird aus der Melasse des Zuckerrohrs gewonnen. Wie bei allen Spirituosen gibt es auch hier gewaltige Unterschiede, denn Rum reift in Holzfässern, ähnlich wie Whisky oder Cognac. Auch hier gibt es verschiedene Bezeichnungen, deren Bedeutung man kennen sollte, um zu verstehen, was man da trinkt. So wurde ein "Original Rum" importiert und unverändert verkauft. Er kann bis zu 74 Volumenprozent Alkohol haben. Echter Rum wurde auf Trinkstärke, nämlich 37,5 Volumenprozent gebracht. "Overproof Rum" hat einen Alkoholgehalt von über 57,15 Volumenprozent und dient in aller Regel zum Mixen von Cocktails.

"Rhum Agricole" stammt von den französischen Antillen, Haiti, Französisch-Guayana, Réunion oder Mauritius. Im Gegensatz zum karibischen Rum wird dieser aus frischem Zuckerrohrsaft und nicht aus Melasse gemacht. Werden verschiedene Sorten miteinander vermischt, wird dies als "Verschnitt" bezeichnet. Kunst-Rum wird mit Aroma gemacht. Er stammt aus Österreich und ist wichtiger Bestandteil des Jägertees. "Flavoured" werden aromatisierte Rumsorten genannt. 

Einen wahren Boom hat der Gin erlebt. Der Wacholderschnaps ist Bestandteil vieler Cocktails und wird selten pur getrunken. Das ist schade, denn außer Wacholder werden auch Kräuter eingesetzt. Die Zusammenstellung ist je nach Produzent verschieden und so gibt es eine wundervolle Palette von Ginsorten und Geschmäckern. Darunter auch einige, die in der Ortenau hergestellt werden. Das Aroma kann von blumig-weich bis scharf-würzig reichen. Gin ist ein sehr individuelles Getränk. Er wird nicht nur in Großbritannien hergestellt, es gibt hervorragende Brennereien in Deutschland, Frankreich und sogar auf Menorca. Dieser wird im Gegensatz zu den anderen Ginsorten auf Weinbasis hergestellt. Ansonsten wird Getreide- oder Melassealkohol mit Gewürzen, vor allem Wacholderbeeren, aromatisiert. gro

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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