Maren Seifert besucht Schutterwald
Projekte und Herausforderungen

Denis Kainka, Geschäftsführer Firma Berger (v. l.), stellvertretender Bürgermeister Thomas Stantke (FWU), zweite stellvertretebnde Bürgermeisterin Andrea Junker (CDU), Maren Seifert MdL (Grüne), Bürgermeister Martin Holschuh (SPD), Olga Herr, Prokuristin Firma Berger  | Foto: Büro Maren Seifert
  • Denis Kainka, Geschäftsführer Firma Berger (v. l.), stellvertretender Bürgermeister Thomas Stantke (FWU), zweite stellvertretebnde Bürgermeisterin Andrea Junker (CDU), Maren Seifert MdL (Grüne), Bürgermeister Martin Holschuh (SPD), Olga Herr, Prokuristin Firma Berger
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Schutterwald (st) Ein Rathaus, das in ein fast 100 Jahre altes Gebäude umzieht, ein kommunales Nahwärmenetz, das öffentliche Gebäude mit regenerativer Energie versorgt, und ein Handwerksbetrieb, der mit digitalen Ideen um Fachkräfte wirbt. Beim Gemeindebesuch in Schutterwald hat die Offenburger Landtagsabgeordnete Maren Seifert (Grüne) gemeinsam mit Bürgermeister Martin Holschuh (SPD) aktuelle Projekte und Herausforderungen der Gemeinde in den Blick genommen, heißt es in einer Pressemitteilung.
Das denkmalgeschützte Gebäude des „Alten Jakob“ aus dem Jahr 1927 soll künftig wieder eine zentrale Rolle im Ort spielen. Der Gemeinderat hat Ende 2025 den Umzug des Rathauses in das Gebäude beschlossen, die Ausschreibungen wurden im Juli 2026 auf den Weg gebracht. Das Rathaus aus den 1970er-Jahren soll erhalten bleiben und könnte künftig Vereinen zur Verfügung stehen. Zugleich plant die Gemeinde eine Neugestaltung der Ortsmitte mit Marktplatz, Rathausplatz und einem Platz vor dem neuen Pflegeheim.

Vorhandene Strukturen nutzen

„Wir wollen unsere Ortsmitte Schritt für Schritt weiterentwickeln und dabei vorhandene Strukturen sinnvoll nutzen“, betont Bürgermeister Holschuh. „Der Alte Jakob bietet dafür eine besondere Chance. Unser Ziel ist ein lebendiger Ortskern, in dem Rathaus, Vereine, Kirche, Schule und weitere Angebote gut zusammenfinden.“
Auch bei der Energieversorgung setzt Schutterwald auf eigene Strukturen. Große kommunale Gebäude werden bereits über das Nahwärmenetz der Gemeindewerke mit regenerativer Energie versorgt. Dafür wurde die bestehende Hackschnitzelanlage erweitert. Auch das künftige Rathaus im Alten Jakob soll angeschlossen werden. Herausforderungen bestehen dagegen beim Glasfaserausbau. Nach Angaben der Gemeinde ruht der Ausbau durch die Deutsche Glasfaser seit der Winterpause 2025. Ein verbindlicher Zeitplan fehlt bislang. „Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur gehört heute zur Grundausstattung einer Kommune“, sagt Seifert. „Wenn der Ausbau über Monate stillsteht, brauchen Gemeinden und Bürger vor allem Verlässlichkeit darüber, wann es weitergeht.“

Handwerk sucht Fachkräfte

Beim anschließenden Besuch der Berger Maler & Ausbau GmbH ging es um Ausbildung, Digitalisierung und die Bedingungen für Handwerksbetriebe. Das Schutterwälder Unternehmen beschäftigt 64 Menschen aus 14 Nationen und erwirtschaftete 2025 rund 6,8 Millionen Euro Umsatz. Vier Schulen sind Ausbildungspartner, neun Vereine werden unterstützt. Bei der Nachwuchsgewinnung setzt der Betrieb unter anderem auf Praktika, Ferienjobs und eine unkomplizierte Bewerbung per WhatsApp. „Für das Handwerk entscheidet sich vieles an ganz praktischen Fragen, von der Erreichbarkeit bis zur Ausbildung“, sagt Seifert. „Wenn wir mehr Menschen für handwerkliche Berufe gewinnen wollen, müssen wir Ausbildung stärker an der Praxis aus- richten und klimafreundliche Mobilität auch für Beschäftigte ermöglichen.“
Ein konkretes Anliegen des Unternehmens betrifft deshalb die Verkehrsinfrastruktur. Am Offenburger Ei soll nach Wunsch des Betriebs ein Teil des bislang überwiegend für Schwertransporte vorgesehenen Parkplatzes für Handwerkspendler geöffnet werden. Zudem wurde angeregt, Ladesäulen auf größeren Baustellen bereits während der Bauphase für Handwerksfahrzeuge nutzbar zu machen. Viele Beschäftigte wohnen zur Miete und können ihre Fahrzeuge nicht zu Hause laden. Bürgermeister Holschuh verweist auf die Bedeutung des Handwerks für die Gemeinde: „Unsere Betriebe schaffen Arbeitsplätze, bilden junge Menschen aus und engagieren sich vor Ort. Wir müssen deshalb darauf achten, dass die Rahmenbedingungen für sie stimmen und sie auch künftig genügend Fachkräfte finden.“

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