Glasfaserausbau in Schwanau
Geförderter Ausbau vorerst zurückgestellt

Foto: Symbolbild gro

Schwanau (st). Der Glasfaserausbau in Schwanau befindet sich weiterhin in Umsetzung, jedoch wird das weitere Vorgehen aktuell neu bewertet. Hintergrund ist der bereits sehr hohe geplante Versorgungsgrad durch den eigenwirtschaftlichen Ausbau der Deutschen Glasfaser. Diese plant eine sogenannte Homes-Passed-Quote von 99,5 Prozent und hat damit den überwiegenden Teil der Gemeinde in ihre Ausbauplanung aufgenommen, so eine Pressemitteilung.
Von den geplanten 3.237 sogenannten Homes-Passed Anschlüssen sind bereits 2.382 im eigenwirtschaftlichen Ausbau erschlossen, was einer Fertigstellung von 73 Prozent entspricht. Der Begriff bezeichnet die Zahl der Gebäude, an denen das Glasfasernetz bereits vorbeigeführt wurde, sodass ein Anschluss technisch kurzfristig möglich wäre. Bei den Hausanschlüssen wurden bislang 449 von geplanten 1.353 Anschlüssen in Betrieb genommen. Der Ausbau in den Ortsteilen Ottenheim und Allmannsweier ist nahezu abgeschlossen. In Nonnenweier wurden bislang Teilbereiche erschlossen, während in Wittenweier noch keine Bauarbeiten begonnen haben.

Markterkundung

Während die Deutsche Glasfaser die dichter besiedelten Gebiete eigenwirtschaftlich erschließt, übernimmt die Breitband Ortenau grundsätzlich den Ausbau in den Bereichen, wo sich ein privatwirtschaftlicher Ausbau nicht rechnet. Vor dem Hintergrund des bereits weit fortgeschrittenen eigenwirtschaftlichen Ausbaus und der aktuell laufenden Neubewertung wird dieser Ansatz in Schwanau derzeit jedoch überprüft und zunächst zurückgestellt.
Ziel ist es, die Ergebnisse des neuen Markterkundungsverfahrens abzuwarten und Klarheit darüber zu gewinnen, ob die Deutsche Glasfaser ihre Ausbauzusage vollständig einhält. Sollte sich dabei zeigen, dass keine verbindlichen Ausbauzusagen für bislang unterversorgte Bereiche vorliegen, wird ein geförderter Ausbau präferiert.
„Angesichts des weit fortgeschrittenen eigenwirtschaftlichen Ausbaus durch die Deutsche Glasfaser stellen wir den geförderten Ausbau in Schwanau zunächst zurück und beobachten die weitere Entwicklung genau“, erklärt Josef Glöckl-Frohnholzer, Geschäftsführer der Breitband Ortenau. „Unser Ziel bleibt es, mögliche Versorgungslücken zuverlässig zu schließen – insbesondere in den Außenlagen, damit dort langfristig die gleichen digitalen Möglichkeiten bestehen wie in den Ortszentren.“
Schwanaus Bürgermeister Marco Gutmann dazu: „Dieses sehr bedeutsame Infrastrukturprojekt stellt im heutigen, digitalen Zeitalter ein elementarer Standortfaktor für die täglichen Lebensbereiche – Leben, Wohnen, Arbeiten und Bildung – in unserer Gemeinde dar. Seit dem Baustart im August 2023 konnte der eigenwirtschaftliche Breitbandausbau dank der guten Zusammenarbeit mit der Deutschen Glasfaser in unserer Gemeinde vorangebracht und bereits eine Homes-Passed-Quote von 73 Prozent erreicht werden. Wir hoffen, dass mit dem neuen Markterkundungsverfahren auch die restlichen Flächen auf unserer Gemarkung im eigenwirtschaftlichen Ausbau erfolgreich erschlossen werden können.“

121.000 Gebäude

Der Glasfaserausbau ist das größte Infrastrukturprojekt in der Geschichte des Ortenaukreises. Insgesamt sollen in den kommenden Jahren rund 121.000 Gebäude im Landkreis an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Ziel ist es, durch die Kombination aus gefördertem und eigenwirtschaftlichem Ausbau eine möglichst flächendeckende Versorgung mit gigabitfähiger Infrastruktur zu erreichen. Der Ausbau in der Ortenau macht gute Fortschritte: Die sogenannte Homes-Passed-Quote liegt bereits bei 52 Prozent. Das bedeutet, dass bei mehr als der Hälfte aller Gebäude das Glasfaserkabel bereits in der Straße liegt und ein Anschluss ans Netz technisch kurzfristig möglich wäre. Bis 2027 soll eine Homes-Passed-Quote von 70 Prozent erreicht werden, der vollständige Ausbau aller bislang unterversorgten Gebäude soll bis 2031 abgeschlossen sein.

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