Ziele des Nationalparks
Zwischen Tourismus und Natur

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Sommerakademie „Perspektive Wildnis! Naturschutz und Nachhaltige Entwicklung im Nationalpark Schwarzwald“ mit dem Umweltstaatssekretär, Dr. Andre Baumann
  • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Sommerakademie „Perspektive Wildnis! Naturschutz und Nachhaltige Entwicklung im Nationalpark Schwarzwald“ mit dem Umweltstaatssekretär, Dr. Andre Baumann
  • Foto: Nationalpark
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Seebach (st). Auf der einwöchigen Sommerakademie „Perspektive Wildnis“ im Nationalpark Schwarzwald dreht sich alles um die Themen Wildnis, Naturschutz und nachhaltige Entwicklung. In einem politischen Fachgespräch diskutierten der Umweltstaatsekretär Dr. Andre Baumann, Tourismusdirekter Patrick Schreib und der Nationalparkleiter Dr. Wolfgang Schlund mit den teilnehmenden jungen Erwachsenen aus ganz Deutschland. Organisiert wurde die Sommerakademie auf der Badener Höhe von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU), der BUNDjugend Baden-Württemberg und dem Nationalpark Schwarzwald. 

Die Ziele des Nationalparks

Im Naturfreundehaus auf der Badener Höhe wurde es eng, als sich die 40 Teilnehmer der Akademie unter dem diesjährigen Motto „Perspektive Wildnis“ mit ihren Diskussionsgästen versammelten. Auf der einwöchigen Sommerakademie vom 6. bis 11. August, die dieses Jahr erstmals zusammen mit dem Nationalpark Schwarzwald durchgeführt wurde, standen neben Exkursionen, wissenschaftlichen Vorträgen und einer Wildnisübernachtung auch ein politisches Fachgespräch auf dem Programm. Die zentralen Fragen der Diskussionsrunde waren, welche Ziele und Entwicklungen es im Nationalpark gibt und welche Rolle dieser in der nachhaltigen Entwicklung vor Ort übernimmt.

Die Diskussionsgäste machten dabei deutlich, dass der Nationalpark bereits viele wichtige Anstöße geben konnte und weiterhin geben wird, beispielsweise bei der aktuellen Entwicklung des Verkehrskonzepts, das sowohl die Bedürfnisse der Bewohner der Region als auch der Gäste miteinbezieht und viele Fragen rund ums Thema Nachhaltigkeit aufgreift. Vor der großen Diskussionsrunde hatten die jungen Erwachsenen die Möglichkeit genutzt, den vier Gästen aus Politik und Praxis ihre kritischen Fragen in kleineren Fachgesprächen zu stellen. Für die 22-jährige Katja Indelkofer, die in Freiburg Waldwirtschaft und Umwelt studiert, war diese Möglichkeit eine Bereicherung: „Es war für mich etwas Besonderes, in der sehr persönlichen Runde mit Andre Baumann mehr über den Ablauf von politischen Prozessen zur Umsetzung von Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt zu erfahren und dabei neben Möglichkeiten auch Schwierigkeiten anzusprechen. Außerdem war es spannend, mit jemandem ein Fachgespräch führen zu können, den man sonst nur aus der Zeitung kennt.“

Der Staatssekretär zeigt sich ebenfalls begeistert vom Gespräch mit den jungen Erwachsenen: „Man spürt das Interesse und die Begeisterung für ein so großes Projekt wie den Nationalpark Schwarzwald. Und ich kann die Begeisterung nur teilen. 75 Prozent des gesamten Gebiets sollen später einmal als Kernzone des Nationalparks der Natur überlassen werden. Das ist ein riesiges Gebiet, das unglaubliche Chancen bietet als Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Bis dahin gibt es aber noch jede Menge Arbeit und jede Menge Herausforderungen, die das Nationalparkmanagement meistern muss. Wie das Motto des Nationalparks „Natur Natur sein lassen“ umgesetzt werden kann in den nächsten Jahren und Jahrzehnten, war ein wichtiges Thema der Sommerakademie.“

Einig waren sich alle Beteiligten in dem Punkt, dass es wichtig ist, jungen Erwachsenen von innerhalb und außerhalb der Region, die Auseinandersetzung mit konkreten Fragen und lokalen Problemen im Spannungsfeld zwischen „Natur Natur sein lassen“ und einer regionalen Entwicklung zu ermöglichen. Ziel ist auch, Lösungsansätze in den Blick zu nehmen – so wie es auf den Sommerakademien für Naturschutz und Nachhaltige Entwicklung von HfWU und BUNDjugend geschieht. Seit bereits zweieinhalb Jahren kooperieren die Hochschule und der Jugendverband mit sogenannten Großschutzgebieten in Baden-Württemberg hierfür.

2016 und 2017 haben die beiden Institutionen bereits „Sommerakademien für Naturschutz und Nachhaltige Entwicklung“ im Biosphärengebiet Schwäbische Alb durchgeführt und hierbei mit mehreren lokalen Praxispartnern von vor Ort aus den Bereichen Landwirtschaft und Umweltbildung zusammengearbeitet. Jetzt ging es erstmals in den Nationalpark Schwarzwald. Dr. Wolfgang Schlund, einer der Leiter des Nationalparks: „Durch die Gründung des Nationalparks wurde ein Stück des Schwarzwalds unter Prozessschutz gestellt. Wir können hier seither beobachten, wie die Natur sich ohne Zutun des Menschen entwickelt – und wie Bewohner und Gäste des Schwarzwalds die wilder werdende Natur des Nationalparks erleben. Die Sommerakademie bot eine spannende Gelegenheit für mich, mit jungen, interessierten Menschen über das Thema Nachhaltigkeit und das Spannungsfeld zwischen Schutz und Nutzen von Natur zu diskutieren.“

Das dreijährige Projekt „Sommerakademien für Naturschutz und Nachhaltige Entwicklung in baden-württembergischen Großschutzgebieten“ wird von der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg mit insgesamt rund 120.000 Euro gefördert. Diese Förderung läuft Ende des Jahres aus, so dass nach der Akademiewoche für die Projektbeteiligten die Frage im Vordergrund steht, wie die bewährte Veranstaltung verstetigt werden kann. Das Biosphärengebiet Südschwarzwald hat bereits Interesse an einer Weiterführung bekundet und das Biosphärengebiet Schwäbische Alb für 2020. Für 2021 ist die nächste Runde wieder im Nationalpark angedacht.

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