Glasfaserausbau im Ortenaukreis
Willstätt soll ans Netz gehen

Willstätt (st). In der Gemeinde Willstätt geht es in Sachen Breitbandanschluss voran: Die Gemeinde und die Breitband Ortenau haben gemeinsam die weitere Vorgehensweise für den Glasfaserausbau erörtert. Hierzu ermittelte die Breitband Ortenau alle weißen Flecken in Willstätt, also all jene Stellen, in denen die Übertragungsrate unter 30 Megabit pro Sekunde liegt. Anschließend wurden die Kosten für deren Erschließung aufgestellt.

Unterversorgte Flecken ermittelt

Im ersten Schritt beträfe die Erschließung rund 700 unterversorgte Gebäude in den Gebieten Eckartsweier, Industriestraße, Kieswerk Bruch, Rosengarten, Sandgasse, Siedlung Bruch, Sand, Neusand, HanauerStraße, Friedensweg, Alemannenweg, Waldstraße, Lindenweg, Eichhofstraße und Legelshurst. Für diese Stellen soll nun die Förderung des Breitbandausbaus beim Bund beantragt werden. Die Erschließung ist für 2022 geplant. Als nächster Schritt soll im September auch für die drei Gewerbegebiete der Gemeinde Willstätt der Bandbreitenbedarf pro Gewerbetrieb ermittelt werden, um hierfür ebenfalls eine Förderung zu beantragen. Ebenso steht die Prüfung entsprechender Förderbedingungen für die Schulen an.

„Die Glasfasertechnologie ist die Zukunft“, sagte Christian Huber, Bürgermeister der Gemeinde Willstätt. „Nicht nur unsere Gewerbebetriebe benötigen hohe Datenraten. Darüber hinaus zeigt sich schon jetzt und insbesondere durch die Corona-Krise, dass schnelles Internet auch für die berufliche und schulische Nutzung im privaten Umfeld unverzichtbar ist. Mein Ziel für die Gemeinde Willstätt ist daher ein flächendeckender Glasfaserausbau in den nächsten Jahren.“

Auch Breitband-Ortenau-Geschäftsführer Josef Glöckl-Frohnholzer blickt dem weiteren Vorgehen positiv entgegen: „Nach und nach können wir die weißen Flecken in der Ortenau von der Karte tilgen und die Menschen so mit schnelleren Datenverbindungen versorgen.“

Weitere Projekte geplant

Zuvor wurden laut Breitband Ortenau bereits für elf Städte und Gemeinden mit insgesamt 24 lokalen Ausbauprojekten die Förderanträge beim Bund gestellt. „Die ersten Bewilligungen liegen vor. In dieser ersten Antragsrunde sind dabei: Achern, Oberkirch, Ottenhöfen, Oppenau, Gengenbach, Friesenheim, Steinach, Oberwolfach, Wolfach, Gutach und Lahr. Das gesamte Investitionsvolumen beträgt 51 Millionen Euro, davon soll der Bund 50 Prozent übernehmen und das Land Baden-Württemberg – im Rahmen einer Kofinanzierung des Bundesförderprogramms – noch einmal bis zu 40 Prozent“, informiert Glöckl-Frohnholzer.

Die Ausbaumaßnahmen werden koordiniert durch die Breitband Ortenau GmbH & Co. KG. Die kommunale Gesellschaft, an der neben dem Landkreis auch 47 von 51 Städten und Gemeinden in der Ortenau beteiligt sind, steuert in den kommenden Jahren die Verlegung eines kreisweiten, überörtlichen Glasfasernetzes („Backbone-Netz“) sowie der Ortsnetze in den Kommunen. Gemäß den Förderrichtlinien werden bis auf Weiteres nur Haushalte mit einem Verbrauch von unter 30 Megabit pro Sekunde angeschlossen.

Die staatliche Förderung des Glasfaserausbaus greift in den Gebieten, die von privaten Telekommunikationsunternehmen nicht mit ausreichender Bandbreite versorgt werden. Eine Änderung des Bundesförderprogramms erlaubt den Kreisen und Kommunen nun einen noch umfangreicheren und nachhaltigeren Ausbau: Förderfähig sind nur noch Glasfaseranschlüsse, die bis zum Gebäude reichen (Fiber to the building, kurz: FTTB) und nicht schon am Verteilerkasten enden (Fiber to the curb, kurz: FTTC). So wird ein Datenstau auf den letzten Metern der Verbindung vermieden.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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