Spieluhren & Co. – Mechanische Wunderwerke der Musik
Melodien aus dem 19. Jahrhundert lauschen

Diese Spieldosen konnten sich auch die einfacher Arbeiter leisten.
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Wolfach (ro). Es ist der Klang von Spieluhren, der durch das Wolfacher Schlossgewölbe ertönt.
Ihr Klang erinnert an eine frühere Zeit, an ein Bild von gemütlichen und warmen Stuben, in denen die Kinder im Kerzenschein des Weihnachtsbaumes mit der Holzeisenbahn spielen und die Eltern ihnen, in schweren Sesseln sitzend, liebevoll zusehen. 

Sonderausstellung im Wolfacher Schloss

Bernd Fritsch und Raphael Lüthi reisten durch ganz Deutschland und die Schweiz, um Exponate für eine, wie sie sagen, "einmalige Ausstellung zu sammeln". Dass die Sonderausstellung, die am Wochenende im Wolfacher Schloss beginnt, einzigartig ist, darin ist sich Christian Oberfell, der Vorsitzende des Vereins Kultur im Schloss Wolfach sicher: "Ich glaube, es gibt nur wenige Ausstellungen von größerem Maßstab, bei denen die Spieluhren auch tatsächlich spielen. Mir ist da keine bekannt", sagt er sichtlich beeindruckt.

Restaurierung selbstspielender Musikinstrumente

Viel Mühe und Zeit haben der Hobbysammler Bernd Fritsch und Orgelrestaurator Raphael Lüthi investiert, um die Spieluhren zu reinigen und zu restaurieren. "Die Spuren der Zeit waren deutlich zu erkennen", sagt Bernd Fritsch lachend. Er trägt weiße Handschuhe, um beim Aufziehen der Spieluhren nichts zu vermutzen. Die meisten Exponate sind Leihgaben von Museen, Sammlern und Liebhabern, erklärt Christian Oberfell. Dass die selbstspielenden Musikinstrumente tatsächlich funktionieren, zeigen Bernd Fritsch und Raphael Lüthi bei der Pressekonferenz kombiniert mit Fachwissen. In dem alten Schlossgewölbe ist der Klang besonders klar. "Wir leben nach dem Motto, jedes Instrument ist es wert, gespielt zu werden", beschreibt Bernd Fritsch seine Arbeit. "Wir wollen mit den Menschen in Kontakt kommen", ergänzt Oberfell, "und den Flair der Biedermeierzeit versprühen." Auch die Vielfalt der ausgestellten Spieldosen, ein Oberbegriff für die verschiedenen Spieluhren, war den Veranstaltern wichtig. So gibt es neben einer musikspielenden Standuhr auch skurrile Möbelstücke zu betrachten, wie ein musikspielender Kleiderhaken oder ein Stuhl, bei dem eine Melodie ertönt, wenn man sich hinsetzt.

Damit es bei der Sonderausstellung kein Durcheinander an Melodien gibt, werden Bernd Fritsch und Raphael Lüthi abwechselnd zu den Öffnungszeiten die Ausstellung begleiten. Sie freuen sich darauf, den Besuchern Einblicke in diese, "mechanischen Wunderwerke der Musik" zu geben. Die Ausstellung öffnet am Sonntag, 2. Dezember, bis einschließlich Sonntag, 3. Februar, immer samstags und sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr im Museum des Wolfacher Schlosses.

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