19. April 2017, 10:10 Uhr | 0 | 22 Leser

Drobs und Fachstelle Sucht ab November im Süd-Ost-Flügel der Illenau
Behördenzentrum in Achern erweitert das Angebot

Vertragsunterzeichnung (v. l.): Christian Heise, Geschäftsführer des BWLV, Stefanie Berger vom Fachgebiet Hochbau und Bauverwaltung sowie Oberbürgermeister Klaus Muttach
Vertragsunterzeichnung (v. l.): Christian Heise, Geschäftsführer des BWLV, Stefanie Berger vom Fachgebiet Hochbau und Bauverwaltung sowie Oberbürgermeister Klaus Muttach (Foto: ds)

Achern (ds). Die Drogenberatungsstelle (Drobs) und die Fachstelle Sucht werden künftig im Süd-Ost-Flügel der Illenau in Achern zu finden sein. Christian Heise, Geschäftsführer des Baden-Württembergischen Landesverbands für Prävention und Rehabilitation (BWLV), hat gestern den Mietvertrag unterschrieben. Damit ist der BWLV nach dem Caritasverband der zweite Mieter, der nach der Sanierung voraussichtlich zum 1. November in den Süd-Ost-Flügel einziehen wird. Auch der kaufmännische Bereich der Stadtwerke, das Energiewerk Ortenau (EWO) sowie Teile der Stadtverwaltung werden die neuen Büroräume nutzen.
Größter Mieter wird der Caritasverband sein, der über drei Stockwerke rund 400 der insgesamt 1.000 Quadratmeter nutzen wird. 61 Quadratmeter – zwei Büroräume und ein Gruppenraum im zweiten Obergeschoss – hat nun der BWLV für mindestens 15 Jahre angemietet. "Damit erweitern wir die Angebotspalette im Behördenzentrum Illenau", betonte Oberbürgermeister Klaus Muttach im Rahmen der Vertragsunterzeichnung. Bisher war die Drobs neben dem Gasthaus "Alte Zunft" untergebracht, wo auch die Fachstelle Sucht nach dem Abriss der Friedrichstraße 1 vorübergehend ein neues Zuhause gefunden hatte. "Wir hatten dann die Idee, beide Einrichtungen dauerhaft und mit mehr Platz in der Illenau zusammenzuführen", berichtete Muttach. Bereits seit 2006 unterstützt die Stadt die Einrichtung, indem sie die Kaltmiete von 284 Euro monatlich übernimmt. In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat den künftigen Zuschuss nun auf 384 Euro im Monat erhöht.
Etwa 100 Dogenabhängige betreut die Drobs derzeit in Achern. Über 100 Menschen, vorwiegend alkoholkrank, erfahren in der Fachstelle Sucht Unterstützung. Während sich Letztere meist freiwillig Hilfe suchen, finden Süchtige in der Regel erst aufgrund von gerichtlichen Auflagen den Weg in die Drogenberatungsstelle. Vier Personen werden in der Einrichtung des BWLV im Süd-Ost-Flügel arbeiten – Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, ein Psychologe sowie stundenweise ein Arzt. Die Beratung in beiden Einrichtungen ist kostenlos. "In der Fachstelle Sucht geht es in erster Linie darum abzuklären, ob sich eine Rehabilitationsmaßnahme anbietet", erklärte Christian Heise. Auch Angebote der ambulanten Rehabilitation gibt es bei der Fachstelle Sucht. Die Mitarbeiter der Drobs begleiten ihre Klienten hauptsächlich während der Substitution. Die Einrichtungen des BWLV ist aber auch Anlaufstelle in Sachen Medikamentensucht, Spielsucht und Internetsucht. Hauptsächlich finanziert sich die gemeinnützige GmbH durch Gelder des Landkreises. Weiterführende Informationen sind im Internet unter www.bw-lv.de zu finden.