Spielerisches Lernen: Eintritt in Jugendfeuerwehren ist ab zehn Jahren möglich
Spaß ist bei den Proben ausdrücklich gewünscht

Schon die Kleinsten haben keinerlei Berührungsängste – wie hier beim Tag der Feuerwehr in Kappelrodeck.
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Ortenau (fk). Jeder weiß: Wenn es irgendwo brenzlig wird, rückt die Feuerwehr an. Aber wie steht es um den Nachwuchs der Wehren? Wie alt sind die Anwärter und wie werden die künftigen Lebensretter geschult und für den Ernstfall gerüstet? Wir haben nachgefragt.
Der Kappelrodecker Feuerwehrwart Frank Fischer klärt über die Voraussetzungen auf, um Teil der Jugendfeuerwehr zu werden: „Der Eintritt ist ab zehn Jahren möglich. Eine Übernahme in die aktive Feuerwehr beginnt mit 17 Jahren.“ Drei bis vier neue Mitglieder kämen in Kappelrodeck pro Jahr dazu. Fischer: „Da jedes Jahr in etwa die gleiche Anzahl an Jugendlichen in den aktiven Dienst übergeht, haben wir durchschnittlich 15 Jungs und Mädchen in der Jugendfeuerwehr.“ Im Rahmen der Proben, erläutert er, „bringen wir den Jugendlichen den Feuerwehralltag auf leichte Art und Weise bei. Hierzu zählen das Verhalten bei Bränden, der Umgang mit der Feuerwehrtechnik sowie das Üben von Einsätzen. Dass hierbei der Spaß nicht zu kurz kommt, ist selbstverständlich. Zum Rahmenprogramm gehören auch Hüttenwochenenden, Ausflüge und 24-Stunden-Berufsfeuerwehrtage.“ Im 14-tägigen Rhythmus trifft man sich im Feuerwehrhaus, um den Ernstfall zu proben. Fischer: „In den kalten Wintermonaten stehen Themen wie Funken, Knotenlehre und Fahrzeugkunde auf dem Probeplan. In den wärmeren Sommermonaten sind wir draußen zum Üben. Dieses Jahr wollen wir uns verstärkt den Löschangriff anschauen. Eine Wasserschlacht bleibt hier natürlich selten aus!“ Ein Zeichen für die Effizienz seiner Einrichtung sieht Fischer darin, „dass fast alle Nachwuchsfeuerwehrfrauen und -männer aus den vergangenen Jahren aus der eigenen Jugendfeuerwehr kamen.“
Der Oberkircher Jugendfeuerwehrwart Philipp Wörner erklärt, dass, während 2016 sechs neue Mitglieder verbucht werden konnten, es 2015 noch elf gewesen seien. Zur Vorbereitung auf den Ernstfall trainiere man in Oberkirch feuerwehrspezifische Tätigkeiten wie einen Löschangriff oder Knobelaufgaben mit den Gerätschaften, in den Wintermonaten auch mal Theorieunterricht zu einem Feuerwehr-Thema. Highlight alle zwei Jahre ist das große Kreisjugendfeuerwehr-Zeltlager. "Im Jahr dazwischen organisieren wir einen 24-Stunden-Tag, auch Berufsfeuerwehrtag genannt. Hierbei verbringen die Jugendlichen 24 Stunden im Gerätehaus mit gemeinsamem Spiel, Sport, Essen und Übernachtung. Natürlich kommt dann der ein oder andere Einsatz dazwischen, der von uns inszeniert wird.“ Wörner bilanziert: „Wir bilden die Feuerwehrmänner der Zukunft aus. Ich selbst war auch in der Jugendfeuerwehr. Es ist ein tolles Gefühl, den Jugendlichen etwas beizubringen und zu sehen, wie sie sich entwickeln. Die Jugendlichen lernen Kritik- und Teamfähigkeit, zu kommunizieren und zu kooperieren. Das Selbstbewusstsein und Verantwortungsbewusstsein wird gestärkt.“
Auch in Willstätt, so Jugendfeuerwehrwart Tobias Hirsch, kommen durchschnittlich drei bis vier Neuanwärter zur Jugendfeuerwehr. Die Lehreinheiten, so Hirsch, seien altersgemäß und dem Ausbildungsstand der Jugendlichen entsprechend. Wichtig sei zunächst vor allem, „den Jugendlichen mit viel Spiel und Spaß den Feuerwehralltag, die Gerätschaften und die Abläufe zur Routine werden zu lassen.“ Hirsch weiß: „Der Einsatz und das Vertrauen im Team und auch die Wertschätzung eines jeden Einzelnen sind wichtige Grundlagen, die die Jugendlichen lernen sollen. Stolz machen einen als Ausbilder dann vor allem Sätze wie: 'So wie du will ich auch mal werden!' Dann weiß man, man hat einiges richtig gemacht!“

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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