Unterwegs auf dem Sagenrundweg
Traumhafte Aussichten und schaurige Mythen

Des Nachts soll am Schwarzen Kreuz ein Schwarzer Ritter auf unvorsichtige Wanderer warten.
  • Des Nachts soll am Schwarzen Kreuz ein Schwarzer Ritter auf unvorsichtige Wanderer warten.
  • Foto: Rolf Fey
  • hochgeladen von Christina Großheim

Appenweier-Nesselried (tf). Im kleinen Örtchen Nesselried, einem Ortsteil von Appenweier, gibt es einen besonderen Rundweg. Auf zehn Kilometern Länge führt der gut zu laufende Weg den Besucher nicht nur zu wunderbaren Ausblicken, sondern auch zu Sagen und Mythen.

Auf der Strecke ist auf den zutreffenden Wegschildern ein blaues Melusinensymbol aufgeklebt. An markanten Stellen befindet sich ein eigenes Wanderschild "Nesselrieder Sagenrundweg". An neun besonderen Orten erfährt der Wanderer von klagenden Weibern, schwarzen Rittern und anderen verlorenen Seelen oder besonderen Begegnungen.

Gestartet wird an der Kirche im Ort. Dort erzählt die erste Tafel vom Ritter, der eine singende Marienstatue in den Brennnesseln fand. Er nahm sie mit nach Hause, doch am nächsten Tage fand er sie wieder in den Brennnesseln. Nachdem sich dies dreimal wiederholte, sah der Ritter dies als Zeichen, hier eine Kirche zu bauen – wo sie noch heute steht.

Weit gruseliger ist die Geschichte der drei Männer vom Weilerwald, welche noch heute des Nachts im Walde umhergehen sollen. Ebenso in diesen Tagen anzutreffen soll der Schwarze Ritter sein, der in besonderen Nächten vor dem weithin sichtbaren schwarzen Kruzifix am Weg von St. Wendel zum Schloss Staufenberg steht, verrät der Sagenrundweg auf seinen Schildern. Am Abzweig zur Sommerhalde sollte der Wanderer tunlichst vermeiden "Davidlii kumm!" zu rufen – sonst könnte er ordentlich Ohrfeigen aus dem Nichts erhalten.

Tragischer ist die Geschichte des Lichtes vom Springmättle, welches in der Adventszeit zwischen den nebelverhangenen Hügeln hin und her wandert. Es sollen dies die Seelen französischer Soldaten sein, die im Krieg hier umgebracht wurden und die nun keine Ruhe finden können. Erlösung gefunden hat "d'Schaldkärchli", den ein Wanderer des Nachts traf und ansprach. Wie, wird hier nicht verraten. Besonders schaurig ist die Geschichte um die "Kammeri Bedlad", einen verwunschen in einem kleinen Tal liegenden Felsen. Eine böse, zänkische Kindsmörderin wurde von einem Priester unter diesen Felsen verbannt und dort soll man noch heute ihr Ächzen und Heulen hören können.

Der Sagenrundweg Nesselried bietet viele spannende Geschichten, gut gangbare Wege und immer wieder grandiose Aussichten. Wer allerdings den Weg in dunklen, trüben Nächten geht, sei hiermit ausdrücklich gewarnt – denn niemand kann genau sagen, wie viel Wahrheit in den Geschichten und Sagen steckt.

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