Verfahren nach Badeunfall eingestellt
Mädchen liegt noch immer im Koma

Biberach/Offenburg (st). Die Ermittlungen nach dem Badeunfall im Freibad Biberach im Sommer 2016 gegen zwei Bademeister und einen Begleiter der verunglückten Kinder wurden inzwischen durch die Staatsanwaltschaft Offenburg eingestellt. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, befanden sich im Juli 2016 eine 13-Jährige und ein Elfjähriger unbeaufsichtigt im Nichtschwimmerbereich des Freibads. Die beiden Kinder, die nicht schwimmen konnten, begaben sich in den bis zu 3,80 Meter tiefen Schwimmerbereich. Dort gerieten sie unbemerkt unter Wasser. Erst nach zirka drei bis fünf Minuten wurden beide Kinder von den Bademeistern geborgen. Der Junge befand sich einige Tage im Koma, bei ihm wurden keine Spätfolgen festgestellt. Seine Schwester ist bis heute nicht aus dem Koma erwacht. Gegenstand der Ermittlungen war, ob die beiden Bademeister und auch der Begleiter der Kinder ausreichend ihren Aufsichtspflichten nachgekommen waren. Beide Bademeister befanden sich zum Zeitpunkt des Unfalls am Beckenrand, so dass eine Überwachung des Beckens stets gegeben war. Aufgrund ihres Alters und ihrer Größe waren die Kinder nicht unmittelbar als Nichtschwimmer zu erkennen gewesen. Hilferufe gaben sie nicht ab. Auch Badegäste in der Nähe der Kinder bemerkten die Notsituation nicht sofort. Vor diesem Hintergrund konnte den Bademeistern kein strafrechtlicher Vorwurf gemacht werden.
Die Ermittlungen richteten sich auch gegen einen Angehörigen der Kinder, der sie an diesem Tag beaufsichtigte. Er hatte mit einem weiteren Kind das Schwimmbecken verlassen und darauf vertraut, dass die Kinder im Nichtschwimmerbereich bleiben würden. Dies hatten sie ihm so versprochen. Zwar hätte der Mann weiter in der Nähe der Kinder bleiben müssen. Insofern ist ihm fahrlässige Körperverletzung vorzuwerfen. Die Staatsanwaltschaft hat dennoch mit Zustimmung des zuständigen Gerichts das Verfahren eingestellt. Der Angehörige ist von den Folgen der Tat persönlich sehr betroffen. Eine Strafe erscheint nicht mehr sinnvoll.

Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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