Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord
Unklarheit über zukünftige Förderung

Präsentieren aktuelle Naturpark-Projekte: Karl-Heinz Dunker (Naturpark-Geschäftsführer), Florian Kling (Stellv. Vorsitzender Naturpark), Prof. Dr. Christian Dusch (Naturpark Vorsitzender), Thomas Schneider (Bürgermeister Fischerbach) und Richard Weith (Stellv. Vorsitzender Naturpark) (v. l.) | Foto: Gundi Woll/Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord
  • Präsentieren aktuelle Naturpark-Projekte: Karl-Heinz Dunker (Naturpark-Geschäftsführer), Florian Kling (Stellv. Vorsitzender Naturpark), Prof. Dr. Christian Dusch (Naturpark Vorsitzender), Thomas Schneider (Bürgermeister Fischerbach) und Richard Weith (Stellv. Vorsitzender Naturpark) (v. l.)
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Fischerbach (st) Rund 100 Mitglieder des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord sind am Dienstag, 18. April, in Fischerbach zur Mitgliederversammlung zusammengekommen. Bei der Versammlung präsentierte der Naturpark sein Maßnahmenprogramm für das Jahr 2023, gab einen Überblick zu laufenden und geplanten Projekten sowie über die Aktivitäten des vergangenen Jahres. Zudem wurde das Amt eines Stellvertretenden Vorsitzenden per Wahl durch die Mitglieder neu besetzt.

Weith ist neuer Stellvertretender Vorsitzender

Einer der zentralen Tagesordnungspunkte war die Nachbesetzung des Stellvertreter-Amts, das Siegfried Scheffold bekleidete. Der ehemalige Bürgermeister von Hornberg gehörte dem Naturpark-Vorstand elf Jahre lang an. Neu und einstimmig gewählter Stellvertretender Vorsitzender ist der Bürgermeister der Gemeinde Oberharmersbach, Richard Weith. „Gäbe es den Naturpark als Gebietskulisse nicht, müsste man ihn erfinden“, sagt Weith nach seiner Wahl. „Mich beeindruckt, wie man eine Mittelgebirgsregion, die einst ein etwas ‚angestaubtes‘ Image hatte, zu einem wahren Magneten für Wanderer, Naturliebhaber und Aktivurlauber, aber auch für Ruhesuchende gemacht hat. Diese Entwicklung möchte ich gerne aktiv mitgestalten.“

Das Amt des Naturpark-Vorsitzenden bekleidet Prof. Dr. Christian Dusch, Landrat des Landkreises Rastatt. Das weitere Stellvertreteramt hat Florian Kling, Oberbürgermeister der Stadt Calw, inne. Dusch und Kling wurden im vergangenen Jahr einstimmig für die Dauer von drei Jahren gewählt.

Die Schwerpunkt-Projekte 2023

In seiner Rede an die Mitglieder dankte der Naturpark-Vorsitzende Prof. Dr. Dusch zunächst Fischerbachs Bürgermeister Thomas Schneider für seine Gastfreundschaft. Anschließend ging er näher auf einige zentrale Naturpark-Projekte ein. Der Fokus des Naturparks liegt in diesem Jahr auf den Bereichen Bildung und Klima.

Das Interesse an den Naturpark-Kindergärten ist bei den Naturpark-Mitgliedsgemeinden und -städten groß. Bis Juni wird es acht Naturpark-Kindergärten geben. Auch bei dem bereits seit Längerem bestehenden Projekt der Naturpark-Schulen ist die Nachfrage der Naturpark-Mitgliedsgemeinden und -städte nach wie vor stark. In diesem Jahr wird die 25. Naturpark-Schule zertifiziert. „Ganz besonders am Herzen liegen uns auch der Klimaschutz und die Klimaanpassung in der Region“, sagt der Naturpark-Vorsitzende Prof. Dr. Dusch. „Mit den Naturpark-Schulen und -Kindergärten haben wir die Möglichkeit, schon die Jüngsten für diese Themen zu sensibilisieren. Unsere Klimabildungsoffensive bestehend aus den Pilotprojekten Klima-Kochtheater und Klima-Kochtopf schöpft dieses Potenzial voll aus.“ Mit diesen Projekten nimmt der Naturpark in Baden-Württemberg eine Vorreiterrolle im nachhaltigen Bildungsbereich ein.

Beim Klima-Kochtheater werden Kindergartenkinder und Grundschüler/innen spielerisch für den Zusammenhang von Ernährung und Klimaschutz sensibilisiert. „Die Resonanz von Seiten der Kinder, Eltern und Schulen ist positiv“, berichtet Naturpark-Geschäftsführer Karl-Heinz Dunker. „Das Gelernte bleibt den Kindern in Erinnerung und wird daheim direkt umgesetzt.“ Bis Ende Juni dieses Jahres wird das Konzept ausgewertet. Anschließend soll das Klima-Kochtheater in möglichst vielen Kindergärten und Schulen im Naturpark stattfinden können.

Mit dem Klima-Kochtopf soll das Projekt inhaltlich an das Alter angepasst auf die Klassenstufen drei und vier ausgeweitet werden.
Das Naturpark-Humusprojekt hingegen läuft seit einem guten Jahr. „Die regelmäßig stattfindenden Info- und Austauschveranstaltungen des Naturparks für Landwirt/innen werden sehr gut angenommen“, berichtet Naturpark-Geschäftsführer Karl-Heinz Dunker. Dazu zählen etwa: Feldtage auf beispielhaften Höfen, Fachvorträge, moderierte Humus-Praktiker-Treffen. Humusaufbau bedeutet: fruchtbare Böden, bessere Wasserspeicherkapazität der Böden, weniger Düngereinsatz.

Im Bereich der Regionalvermarktung gibt es auch in diesem Jahr wieder die Rekord-Anzahl von 24 Naturpark-Märkten – mit dabei auch der Wilde Sau-Foodtruck. Am 6. August findet zudem der Naturpark-Brunch auf dem Bauernhof statt. Dabei geben die Höfe Einblick in die Erzeugung heimischer Produkte und sensibilisieren die Gäste für die wertvolle Arbeit der Landwirt/innen für den Erhalt der Kulturlandschaft. „Mit diesen Event-Angeboten fördert der Naturpark die Vernetzung heimischer Produzent/innen und bringt die regionalen Produkte zu den Menschen“, erklärt der Stellvertretende Naturpark-Vorsitzende Florian Kling. Als Oberbürgermeister von Calw sagt er: „Der Naturpark-Markt in unserer Stadt ist ein richtiges Happening. Und das Naturpark-Projekt ‚Wilde Sau‘ ist ein Export-Schlager.“ Das Projekt zur Vermarktung von Wildschwein-Spezialitäten wird auch in den Naturparken Neckartal-Odenwald und Stromberg-Heuchelberg eingeführt.

Unklarheit über künftige Förderung

Über die Naturpark-Förderung haben die Mitgliedsgemeinden und -städte die Möglichkeit, Fördergelder beispielsweise für die Umsetzung zahlreicher touristischer, Bildungs- und Naturschutzprojekte zu erhalten. Im Durchschnitt verfügte der Naturpark jährlich über rund 160.000 Euro in der nationalen und über rund 620.000 Euro in der EU-cofinanzierten Förderung.

In diesem und in den kommenden beiden Jahren soll die Naturpark-Förderung nur auf Sparflamme laufen. Auch darüber hat der Naturparkverein seine Mitglieder informiert. „Das ist für uns nicht akzeptabel“, sagt Prof. Dr. Dusch. „Deshalb werden wir gemeinsam mit den sechs anderen Naturparken in Baden-Württemberg in Gesprächen mit dem Land unsere Position deutlich machen und Lösungsvorschläge unterbreiten.“

Die Mitglieder des Vereins haben sich bereits positioniert. Sie fordern das Land auf, dass die Fördermittel bereits 2024 wieder vollständig zur Verfügung stehen.

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