200 Kilometer aus Beton und Stahl
La Ligne Maginot en Alsace

Die Infanterie-Kasematte ESCH bei Hatten, ist eines der zu besichtigen Museen der Maginot-Linie im nördlichen Elsass. Sie war bei der Panzerschlacht von Hatten, umkämpft und beschädigt worden.
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  • Die Infanterie-Kasematte ESCH bei Hatten, ist eines der zu besichtigen Museen der Maginot-Linie im nördlichen Elsass. Sie war bei der Panzerschlacht von Hatten, umkämpft und beschädigt worden.
  • Foto: Alfred Schramm
  • hochgeladen von Alfred Schramm

Das Wetter spielt mit, und man macht sich Gedanken, über einen erlebnisreichen Ausflug bei dem es was zu  besichtigen gibt. Wie wäre es mit einer Tour zur elsässischen "Maginot-Linie"?

Die Maginot-Linie ist ein französisches Verteidigungssystem das in der Zeit von 1929 bis 1940 entstand  und nach dem damaligen Verteidigungsminister André Maginot benannt wurde. Dieses Verteidigungssystem, das aus verschiedenen Festungswerken bestand, die in die Landschaft eingefügt wurden, sollte eine neue Invasion von Deutschland aus, ähnlich wie 1914 zu vermeiden.

Da Deutschland, Elsass-Lothringen gemäß dem Friedensvertrag von Versailles an Frankreich zurück gab, bildete sich eine neue Grenze gegenüber Deutschland, die geschützt werden musste. Im Elsass, hatte der "Schutzwall aus Beton und Stahl“ eine Länge von  200 Kilometer und sollte eine unüberschreitbare Grenze sein. Er bestand aus Artillerie- und Infanteriewerkgruppen, aus sogenannten Zwischenwerken den Kampfbunker (Kasematten), Großunterständen, Beobachtungsbunkern sowie den Kleinkampfanlagen.

Die Wirksamkeit, dieser Kampfanlagen stützte sich unter anderem auf die Kreuzfeuer verschiedener mit Geschütztürmen und Schießscharten ausgerüsteten Blocks. Die an strategischen Punkten gepanzerte Bauwerke sind halb in die Erde eingelassen und von der Feindseite aus kaum erkennbar gewesen. Die Kampfbunker waren ausgestattet mit Panzerabwehrgeschützen, Maschinengewehren und Granatwerfer. Die Artilleriewerke noch mit versenkbaren Panzerkuppeln in denen sich 7,5 cm Kanonen befanden.

Im nördlichen Elsass gibt es noch viele Zeugen der Vergangenheit. Einige wurden für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und als "Erinnerungs-Museen" hergerichtet.

Dies wären unter anderem die  „Casemate ESCH“ (www.tourisme-alsace.com) und das Großunterstandsmuseum „Musée de L´Abri“ (www.tourisme-alsace.com) bei der Ortschaft Hatten. In der Nähe des Ortes Schoenenbourg, befindet sich das große Artilleriewerk „Fort de Schoenenbourg“ (www.lignemaginot.com) und bei Lembach das „Fort Four á Chaux“, ebenfalls ein Artilleriewerk. Diese Anlagen, wurden von  Vereinen, wie zum Beispiel der „Association des Amis de la Ligne Maginot d' Alsace“ in mühevoller Arbeit hergerichtet um sie für die Besucher begehbar zu machen.

Hervorheben möchte ich das  bis zu 30 Meter unter der Erde liegende „Fort de Schoenenbourg“. Es handelt sich hier um das bedeutendste Werk in der Elsassebene. Es war für 650 Männer bestimmt. Von den Eingangsbauwerken führen Schächte mit Treppen und Aufzügen zu den unterirdischen Räumen. Dort befinden sich eine Kaserne mit Küche, Lazarett, Kraftwerk, Werkstätten, Munitionslager und Befehlsstände, Unterkünfte für die Mannschaften. Im Werk verkehrte eine Schmalspurbahn, die das Material vom Materialeingang durch einen über 1 Kilometer langen Stollen zu den Kampfblocks transportierte. Die feindseitig im Hügel liegenden Kampfbunker bestehen aus zwei seitlich flankierenden Infanteriekasematten, einem versenkbaren MG-Panzerturm, zwei versenkbaren Panzertürmen mit Kanonen und einem versenkbaren Panzerturm mit einem Granatwerfer (die man von außen besichtigen kann).

Für die Besichtigung des Forts sollte man ca. zwei Stunden einplanen. Warme Kleidung zum Überziehen ist empfehlenswert, da in den unterirdischen Räumen eine Temperatur von ca. 13 Grad herrscht.

Über die Öffnungszeiten der genannten Museen kann man sich übers Internet informieren.

Übrigens:
Genutzt hat die Festungslinie nicht viel, da sie beim Frankreichfeldzug im 2. Weltkrieg von den Truppen der Wehrmacht schnell durchstoßen wurde. Auch der von den Deutschen errichtete sogenannte Atlantikwall oder der Westwall hielten die allierten Truppen nicht zurück. Im Grunde wurden von beiden Seiten, Milliarden von Steuergeldern für nichts und wieder nichts in den "Sand" gebuddelt. Die Kosten der Maginot-Line betrugen offiziell insgesamt 5 Milliarden alte Französische Francs. Aber wir als Nachkommenschaft haben wenigstens was zum Anschauen bekommen.

Kleiner Tipp noch am Rande:
Zum Ausgleich nach dem Spaziergang in der „Unterwelt“ empfehle ich als Kontrastprogramm einen Besuch in der schönen Stadt Wissembourg.

Viel Spaß bei der Tour!

Autor:

Alfred Schramm aus Gengenbach

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