Einwohnerversammlung Gengenbach
Aus Gewerbebrache wird Wohnquartier

Auf dem ehemaligen Hukla-Gelände soll ein neues Wohnquartier entstehen.  | Foto: gro
  • Auf dem ehemaligen Hukla-Gelände soll ein neues Wohnquartier entstehen.
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Gengenbach (gro) Am Montag, 6. Juli, fand in Gengenbach eine Einwohnerversammlung statt. Eines der zentralen Themen war die Weiterentwicklung des Hukla-Areals. Im Interview erklärt Bürgermeister Sven Müller den Stand der Entwicklung.

Was ist auf dem Hukla-Gelände geplant?
Auf dem Hukla-Areal entsteht ein neues Wohnquartier mit Wohnraum für bis zu 1.700 Menschen und einem zusätzlichen Gewerbeanteil. Vorrangig soll auf dem Gelände Geschosswohnungsbau realisiert werden. Ergänzt wird dieser durch Versorgungseinrichtungen, Einzelhandel sowie soziale Infrastruktur – etwa einer Kindertagesstätte. Das Viertel soll eine lebendige Quartiersmitte bekommen und mit bisher geplanten 1,5 Hektar Grünflächen sehr naturnah werden. Zusammenfassend kann man sagen: Bei dem Hukla-Areal handelt es sich um ein neues, hochmodernes Wohnviertel mit hoher Lebens- und Aufenthaltsqualität.

Wie haben die Gengenbacher Bürger auf das Konzept reagiert?
Das Konzept befindet sich immer noch in der Weiterentwicklung und wir setzen auch weiterhin auf eine rege Beteiligung der Bevölkerung. Die Menschen in Gengenbach waren von Anfang an in die Entwicklung eingebunden. Unter Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger haben wir uns von der groben Planung aus vorgearbeitet, hin zu Details und konkreteren Ideen. Der aktuelle Plan ist noch immer kein Feinkonzept. In diesem Jahr soll es daher weitere Beteiligungsformate geben – die Einwohnerversammlung war eines davon. Mein Eindruck aus persönlichen Gesprächen ist, dass die Menschen vor Ort der Schaffung von neuem Wohnraum in Gengenbach positiv gegenüberstehen. Das waren auch die Rückmeldungen, die ich im Rahmen der Einwohnerversammlung erhalten habe. Klar ist aber auch: Es geht nicht ohne weitere Beteiligung, die auch künftig ein wesentlicher Schwerpunkt der Konzipierung sein wird.

Wie will die Stadt den Zuzug steuern?
Als Stadt können wir den Zuzug nicht steuern, sondern lediglich die Bebauung. Der Bebauungsplan soll dafür klare Rahmenbedingungen schaffen. Seine bisherige Konzipierung sieht explizit vor, dass nicht nur Bauunternehmer auf dem Gelände Projekte realisieren können, sondern auch Baugruppen, Genossenschaften oder Privatpersonen, die sich ihren Traum vom Eigenheim erfüllen möchten. So entsteht eine möglichst große Vielfalt. Ganz gezielt werden wir außerdem bei der Vermarktung der Flächen agieren. So werden wir nicht das gesamte Baugebiet auf einmal vermarkten, sondern nacheinander einzelne Bebauungsparzellen, sogenannte Bauhöfe, vergeben. Man darf nicht vergessen, dass fast die Hälfte des Geländes einem privaten Träger gehört. Zum Vorteil beider Seiten läuft die bisherige Abstimmung sehr gut und wir werden uns auch in Bezug auf das künftige Vermarktungskonzept eng abstimmen.

In welchem Zeitraum soll das Gebiet aufgesiedelt werden?
Wir rechnen aktuell damit, dass der Satzungsbeschluss für den Teilbebauungsplan 1 noch in diesem Jahr gefasst werden kann. Noch 2026 sollen die Vergaben vorbereitet werden, unter anderem mit der Vorbereitung eines Gestaltungshandbuches, das gestalterische Empfehlungen für das Areal enthält. Die Projektverantwortlichen des zuständigen Architekturbüros Baldauf Architekten haben bei der Einwohnerversammlung von voraussichtlichen ersten Vergaben 2027 gesprochen und einen möglichen Baubeginn erster Gebäude für 2028 in Aussicht gestellt.

Welche Chancen ergeben sich für die Stadt aus den Planungen?
Zunächst wirken wir vor allem der Wohnraumverknappung entgegen und können gleichzeitig den gezielten Zuzug von Arbeitskräften für ortsansässige Unternehmen fördern. Wir stärken den lokalen Einzelhandel, verbessern im Gebiet das Nahversorgungsangebot. Wir stärken mit der Realisierung der Pläne den Standort als Wohn- und Arbeitsstätte und haben gleichzeitig die Chance, uns kulturell weiterzuentwickeln. Außerdem ist erfreulich, dass wir den Anteil des Geschosswohnungsbaus mit Mietanteil am Gesamtwohnraum erhöhen können.

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