Gauben am Rathaus Gengenbach
Historisches Erscheinungsbild kehrt zurück

Ein Bild des Gengenbacher Rathauses mit Gauben | Foto: Stadt Gengenbach
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Gengenbach (st) Bereits am 24. Januar 2024 war die Erweiterung der Fenstergauben am historischen Rathaus in Gengenbach durch den Gemeinderat beschlossen worden. Da aus der Bürgerschaft jedoch Befürchtungen laut wurden, das charakteristische Erscheinungsbild des Adventskalenders – als Markenkern mit seinen 24 Fenstern – könne dadurch beeinträchtigt werden, wurden nochmals intensiv alternative Optionen geprüft, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

Ein Expertengremium aus Stadtverwaltung, externen Planern und dem Landesamt für Denkmalpflege hat dabei sämtliche Alternativen sorgfältig durchdacht – darunter auch von Bürgermeister Sven Müller angeregte Varianten wie Dach-Romben - lange Fensterflächen - oder zusätzliche Lichtfenster. Ausschlaggebend war zudem, dass der oberste Stock künftig als Büroräume genutzt werden muss und hierfür eine ausreichende Belichtung notwendig ist. Nach eingehender Diskussion mit den Fachgebietsleitern des Landesamtes für Denkmalpflege wurde deutlich, dass die Wiederherstellung der Gauben in historischer Form sowohl den denkmalpflegerischen Anforderungen entspricht als auch die funktionale Nutzung ermöglicht, ohne den Charakter des Gebäudes zu beeinträchtigen.

Ursprüngliches Erscheinungsbild

Damit wird das Rathaus in sein ursprüngliches Erscheinungsbild aus der Zeit seiner Erbauung zurückgeführt und die historische Leuchtkraft des Gebäudes gestärkt – ganz im Sinne des Entwurfs von Viktor Kretz aus dem Jahr 1784. Das Landesamt für Denkmalpflege fasst die Entscheidung wie folgt zusammen: „Das Rathaus steht mit seiner Hauptansicht und seinen Blickachsen an so markanter und präsenter Stelle im geschützten Ortsbild der Stadt Gengenbach, dass eine denkmalverträgliche Dachgestaltung erforderlich ist. Diese wird durch die vier Gauben, die an historischer Stelle errichtet werden sollen – wie sie nach Befund im Dachstuhl und auf Fotografien des 19. Jahrhunderts bereits vorhanden waren – am besten gewährleistet.“

Bürgermeister Sven Müller betont: „Mir war es wichtig, auch alternative Fensteroptionen nochmals zu prüfen, um die Thematik der 24 Adventskalenderfenster und die aus der Bürgerschaft geäußerten Befürchtungen gegebenenfalls mit einer anderen, zugleich denkmalgerechten Lösung aufzugreifen. Auch wenn ich mir persönlich eine andere Variante hätte vorstellen können, wird das Rathaus nun in sein historisches Erscheinungsbild zurückgeführt. Nach der Renovierung wird es für unsere Stadt und die Bürgerschaft in jeder Hinsicht ein Gewinn sein – sowohl durch die gestärkte bauliche Substanz als auch als modernes Verwaltungsgebäude, in dem die Bürgerinnen und Bürger willkommen sind.“

Historische Vorlagen

Georg Buß – Projektleiter „Rathausumbau“ der Stadt Gengenbach: „Mit dieser Entscheidung stellen wir die ursprüngliche Gaubensituation des Rathauses sowohl auf der Markt- als auch auf den Giebelseiten wieder her. Grundlage hierfür sind historische Bilddokumente aus den Jahren 1880 bis 1890 – also rund ein Jahrhundert nach der Errichtung des Gebäudes. Damit knüpfen wir an die bauzeitliche Gestalt an und führen das Rathaus in eine authentische architektonische Tradition zurück.“ Mit der Entscheidung für die historisch belegten Gauben ist eine Lösung gefunden, die denkmalschutzfachlich anerkannt, städtebaulich verträglich und funktional überzeugend ist. Damit ist ein zentraler Meilenstein auf dem Weg zur umfassenden Sanierung und Aufwertung des Rathauses erreicht.

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