Polizeirevier Haslach stellt Statistik vor: deutlicher Rückgang der Straftaten
Kriminalität im Kinzigtal weit unter dem Landesschnitt

Von links: Hans J. Lauble (Leiter Polizeiposten Zell), Revierleiter Markus Huber, Johannes Maier (Leiter Bezirksdienst), Volker Mäntele (Leiter Polizeiposten Wolfach) sowie der stellvertretende Revierleiter Martin Ringwald. | Foto: Glaser
  • Von links: Hans J. Lauble (Leiter Polizeiposten Zell), Revierleiter Markus Huber, Johannes Maier (Leiter Bezirksdienst), Volker Mäntele (Leiter Polizeiposten Wolfach) sowie der stellvertretende Revierleiter Martin Ringwald.
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Haslach. Nein, das Kinzigtal ist keine Insel der Seligen. Auch dort hat die Polizei zu tun. Wie
Markus Huber, Chef des Polizeireviers Haslach, am Freitag bei der
Vorstellung der Statistik 2015 aber betonte, lag die
Kriminalitätsbelastung im Kinzigtal auch im vergangenen Jahr wieder weit
unterhalb des Landesdurchschnitts.

Das Revier ist zuständig für die Gemeinden Biberach, Fischerbach, Gutach, Haslach, Hausach,
Hofstetten, Hornberg, Mühlenbach, Nordrach, Oberharmersbach,
Oberwolfach, Steinach, Wolfach und Zell am Harmersbach. Insgesamt ist
die Zahl der Straftaten laut Markus Huber im Zuständigkeit des Reviers
Haslach im Vergleich zum Vorjahr von 1573 auf 1475 (-6,23 Prozent)
zurückgegangen: „Nur in vier Gemeinden sind Anstiege zu verzeichnen.“
Das sind Biberach mit 128 (im Vorjahr 115), Oberwolfach mit 36 (34),
Steinach mit 96 (84) und Wolfach mit 148 (130) Straftaten. Wie Hans J.
Lauble, Leiter des Polizeipostens Zell, erläuterte, ist in Biberach ein
leichter Anstieg bei den Sachbeschädigungen und Körperverletzungen zu
verzeichnen. Letzteres habe allerdings an Auseinandersetzungen bei einer
Fasnachtsveranstaltung gelegen. Insgesamt sei der Anstieg auch kein
Grund zur Sorge. In Steinach gab es ebenfalls mehr Sachbeschädigungen
und Körperverletzungen, allerdings unter Nachbarn oder im häuslichen
Umfeld, weniger im öffentlichen Raum, wie Bezirksdienstleiter Johannes
Maier erklärte. Der Wolfacher Polizeipostenleiter Volker Mäntele
erläuterte, dass es in seinem Zuständigkeitsbereich zehn Einbrüche mehr
gegeben habe. Was den Revierbereich anbelangt, gingen die
Wohnungseinbruchdiebstähle stark zurück.

Weiterhin hoch ist der Anteil der Rauschgiftkriminalität, die Zahl der Straftaten ging aber von
113 im Jahr 2014 auf 111 leicht zurück. Im Wesentlichen seien hier
allerdings keine harte Drogen im Spiel, sondern vor allem Marihuana. Bei
den Tatverdächtigen handle es sich oft um Jugendliche. Im Polizeirevier
Haslach beschäftigen sich zwei Beamte ausschließlich mit
Rauschgiftdelikten und werden zusätzlich von Kollegen unterstützt.
Hinweise darauf, dass während der Schulzeit gedealt wird oder es in
Schulen ein Drogenproblem gibt, hat die Polizei laut Huber nicht.
Allerdings passiere einiges im Umfeld von Schulen. Zunehmend spiele
„Whats App“ eine Rolle. Was die Angst vor einem Anstieg von Straftaten
durch Flüchtlinge anbelangt, konnte Markus Huber, was das
Kriminalitätsniveau anbelangt, klare Entwarnung geben. Wenn es
Körperverletzungen gegeben habe, dann untereinander. Registriert würden
kleinere Diebstähle und vor allem Schwarzfahren: „Niemand muss
beunruhigt sein. Wir haben keine Problematik in diesem Bereich.“ In
Richtung fremdenfeindlicher Aktivitäten habe es ein Banner und Plakate
mit „Meinungsäußerungen“ gegeben sowie einen Fall von
Hakenkreuzschmierereien. Außerdem hätten alkoholisierte Jugendliche die
Tür einer Flüchtlingswohnung beschädigt.

Während andernorts eine Zunahme der körperlichen und verbalen Gewalt gegen Polizeibeamte
registriert wird, erkennen die Beamten in Revier Haslach keine
allgemeine Tendenz in diese Richtung. „Der Umgang der Bürger mit der
Polizei ist insgesamt vorbildlich“, so Huber.

Bei den Unfallzahlen verzeichnet die Polizei im Zuständigkeitsbereich des
Reviers Haslach zwar eine Zunahme von 4,8 Prozent. Diese betrifft jedoch
vor allem Kleinstunfälle. Die sogenannten wesentlichen Unfälle sind von
473 im Vorjahr auf 436 im Jahr 2015 gesunken. Tödliche Unfälle hat es
laut dem stellvertretenden Revierleiter Martin Ringwald glücklicherweise
keine gegeben. Unfälle mit Schwerverletzten wurden 2015 insgesamt 50
(Vorjahr 49) gezählt, mit Leichtverletzten 101 (129). Die Zahl der
Unfälle mit Kindern blieb mit insgesamt 13 konstant.

Autor: Anne-Marie Glaser

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