Miriam Waldenspuhl im Porträt
Passender Auftritt für Schurken und Helden

Miriam Waldenspuhl aus Hausach liebt es kreativ. Als Kostüm- und Maskenbildnerin sorgt sie für den perfekten Auftritt der Schauspieler in Film und Theater. Foto (+ Titelseite): Michael Bode
  • Miriam Waldenspuhl aus Hausach liebt es kreativ. Als Kostüm- und Maskenbildnerin sorgt sie für den perfekten Auftritt der Schauspieler in Film und Theater. Foto (+ Titelseite): Michael Bode
  • hochgeladen von Matthias Kerber

Hausach. "Ich bin froh, dass es jetzt richtig losgeht", sagt Miriam Waldenspuhl. Mit richtig losgehen meint sie ihre Selbstständigkeit als Kostüm- und Maskenbildnerin. Im Januar erfolgte der offizielle Startschuss. Dazu richtet sie sich momentan noch ihr Atelier im Mostmaierhof in ihrem Heimatort Hausach ein. Angst, gerade jetzt, inmitten in der Coronakrise, den Weg in die Selbstständigkeit zu wagen, dazu noch in der schwer gebeutelten Kulturbranche, hat sie nicht. "Wir öffnen mit unserer Arbeit eine Welt, die jeder in irgendeiner Form braucht, in die man auch einmal entfliehen kann", sagt die sympathische 30-jährige Hausacherin.
Dass sie sich für den Beruf als Kostüm- und Maskenbildnerin entscheiden würde, war schon ziemlich früh klar. "Die Welt des Theaters haben mir meine Eltern schon früh eröffnet", erzählt sie, "und außerdem bin ich eine leidenschaftliche Kinogängerin." Nach einem berufsorientierenden Praktikum habe sie sich dann schnell umgeschaut, welcher Ausbildungsweg am sinnvollsten sei, um ihren Traumberuf zu lernen. Konsequent und zielgerichtet hat sie nach verschiedenen Praktika im Theater, zum Beispiel in Freiburg und am Staatstheater Stuttgart, und einer Friseurlehre umgeschaut. Dann hat sie schließlich das Studium für Maskenbild in München aufgenommen. Einen Tag vor ihrer Abschlussprüfung dort bekam sie dann eine ganz besondere Nachricht: die Zulassung zum Studium für Kostümbild in New York City. "Es war immer mein Traum, einmal in New York zu leben", erzählt Waldenspuhl begeistert. Also habe sie sich nach einer Hochschule umgeschaut und beworben. Ihre Uni hat sie mit einem Empfehlungsschreiben ausgestattet und die Studienstiftung des deutschen Volkes mit einem Stipendium. "Maskenbild hat mir immer total Spaß gemacht, aber mich hat immer die komplette Person im Theater oder Film interessiert. Deshalb war für mich klar, dass ich noch ein Studium in Kostümbild draufsetzen möchte. Und ich wollte immer international arbeiten." Insgesamt drei Jahre hat sie im Big Apple gelebt und gearbeitet. Die Rückkehr erfolgte im März dieses Jahres.

Ein Stück New York im neuen Atelier

Ein Stück New York hat sich Waldenspuhl aber auch in ihrer alten Heimat geschaffen. Zusammen mit dem Vater ihres Freundes hat sie in ihrem neuen Atelier eine typisch rote New Yorker Backsteinwand gemauert. "Genau so eine Wand hatte ich in meinem Appartement in Brooklyn und so werde ich immer an die tolle Zeit in New York erinnert", erzählt sie.
Das Schöne an ihrem Beruf sei die Vielseitigkeit. "Ich erzähle mit dem Kostüm- und Maskenbild immer auch eine Geschichte und lasse so die Personen im Film entstehen." Wenn Miriam Waldenspuhl von ihrem Job erzählt, steckt sie mit ihrer Begeisterung schnell an. Man merkt, dass dies einfach ihre Welt ist. "Eine eigene Farbenwelt entstehen zu lassen, ist einfach toll", schwärmt sie. Und weiter: "In jeder Anprobe mit Schauspielern versuche ich herauszufinden, was die Person und Rolle echt und authentisch aussehen lässt." Am Anfang eines jeden Projekts stehe aber zunächst die Textanalyse, aus der heraus dann eine neue Welt kreiert werde. "Das Schöne ist, dass jedes Projekt anders ist", so Waldenspuhl. Dann folgen Zeichnungen und am Schluss die Stoff- und Materialwahl. Kostüm- und Maskenbild ist Teamarbeit.
Als Inspirationsquelle könne alles Mögliche dienen. "In New York lagen die Ideen regelrecht auf der Straße", erzählt die Hausacherin, die an ihrer Heimat nicht nur die Natur, sondern vor allem auch die Ruhe zum Entwerfen schätzt. Festgelegt auf ein bestimmtes Genre ist sie nicht. "Ich bin offen für Projekte, die ich noch gar nicht gemacht habe, und bin oft überrascht, was alles möglich ist, wenn ich entwerfe. Wir waren sogar mal mit einem Projekt als bester Film bei einem Horrorfilmfestival nominiert", erzählt sie lachend. Sie wolle aber ihren eigenen Stil entwickeln. Mit jedem neuen Projekt begebe sie sich auf eine Art Entdeckungsreise, beschreibt sie das Faszinierende an ihrem Beruf.
Die Film- und Theaterwelt ist oft eine Traumwelt und einen Traum hat auch Miriam Waldenspuhl. "Irgendwann mal einen James Bond- oder Mad Max-Film auszustatten, wäre wirklich klasse." M. Kerber

Autor:

Matthias Kerber aus Offenburg

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