Michael Ketterer
Dem Bier und der Bühne in Tradition verbunden
- Wenn es um die Qualität seines Biers geht, ist Michael Ketterer sehr ehrgeizig. Deshalb ist ihm auch das Brauwasser sehr wichtig. Das stammt seit Anfang des Jahrtausends aus einer eigenen Quelle und wird auch als natürliches Mineralwasser vertrieben.
- Foto: Michael Bode
- hochgeladen von Anne-Marie Glaser
Hornberg (ag) Eigentlich war es bereits bei seiner Geburt beschlossene Sache: Der Michael wird später einmal in der Familienbrauerei Ketterer arbeiten. "Meine Eltern haben das einfach erwartet", sagt der gebürtige Hornberger. Er selbst hat aber auch nie etwas anderes gewollt. Im Gegenteil interessierte sich Michael Ketterer schon als Kind für die Brauerei, die einst sein Urgroßvater gegründet hatte und damals von seinem Vater und Onkel gemeinsam geführt wurde.
Um den vorbestimmten Weg einzuschlagen, verließ er das Gymnasium in Hausach schon nach der Mittleren Reife. Sein Lehrer versuchte den Vater noch umzustimmen, bestellte ihn ein und forderte: "Lassen Sie den Kerle doch Abitur machen." Doch Vater Albert blieb eisern, denn er war nicht der Gesündeste. Tatsächlich starb er nur wenige Jahre später. Gerade einmal 20 Jahre alt übernahm Michael Ketterer im Oktober 1969 seinen Platz im Familienbetrieb.
Ausbildungen als Brauer und Kaufmann
Immerhin konnte er zu dem Zeitpunkt sowohl eine Ausbildung als Brauer sowie als Kaufmann vorweisen. Außerdem hatte er noch in zwei Schweizer Brauereien Erfahrungen sammeln können. Zum geplanten Studium in Weihenstephan kam es leider nicht mehr: "Ich wurde zu Hause gebraucht." Den Braumeister und ein Studium zum Diplom-Betriebswirt machte der heutige Vater von drei inzwischen erwachsenen Töchtern und vierfacher Opa neben der Arbeit. Mit sympathischer Offenheit gibt Michael Ketterer zu, dass es viele Herausforderungen gab und ältere Kunden anfangs für ihn durchaus einschüchternd sein konnten. Noch gut kann er sich an eine Situation in einem Gasthaus erinnern. Es gab dort ein Problem und der damals 20-Jährige wollte dem gestandenen Wirt das Anstechen zeigen. Der meinte nur: "Ich hab' schon vor dir Bier angestochen." Aber so jung er auch noch war, Michael Ketterer brannte für seine Arbeit. "Ich hatte viele Ideen und wollte allerbeste Qualität produzieren", erzählt er. 1987 zahlte Michael Ketterer seinen Onkel aus. Nun konnte er schalten und walten, wie er es wollte. Und, wie er mit einem Lächeln einräumt: "Ich hatte einen Buckel voll Schulden. Aber ich glaubte immer an meine Brauerei." Der Erfolg gibt ihm recht. Seit 2001 ist mit Tochter Anke und Schwiegersohn Philipp die nächste Generation mit im Boot. Der 76-Jährige selbst ist aber nach wie vor der Dritte im Bund.
51 Jahre berittener Kurier beim "Hornberger Schießen"
Eine andere Familientradition der Ketterers ist der Historische Verein. Vater Albert war Gründungsmitglied und Vorsitzender, legte selbst Hand an beim Bau der Kulisse für das Stück "Hornberger Schießen" seines Freundes Erwin Leisinger. Später übernahm Sohn Michael seine Rolle in dem Stück und spielte 51 Jahre lang den berittenen Kurier des Herzogs. Als zweiter Vereinsvorsitzender initiierte er das Familienstück, das längst fester Bestandteil des Jahresprogramms der Freilichtbühne ist.
"Man muss Visionen haben und diese auch umsetzen", sagt Michael Ketterer, der gerne auf Skiern sowie mit dem Mountainbike unterwegs und sieben Marathons gelaufen ist, unter anderem in New York. Dazu braucht man mitunter einen langen Atem. Den hat der Unternehmer schon öfter bewiesen. Beispielsweise bei der zehnjährigen Suche nach dem perfekten Wasser für das Ketterer-Bier, das jetzt als „Hornberger Lebensquell“ auch als natürliches Mineralwasser deutschlandweit vermarktet wird. Während er davon erzählt, leuchten seine Augen vor Begeisterung. Ja, Michael Ketterer hat sich beruflich von seinen Eltern in die Pflicht nehmen lassen. Diese Pflicht war aber nie Last. Sie ist seine Berufung.
Michael Ketterers Favoriten:
Langlauf im Schwarzwald
Weißenbach – Martinskapelle
Rohrhardsberg
Fohrenbühl





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