Trialfahrer Daniel Rall liebt Risiko und Sicherheit zugleich
Keine Angst vor großen Sprüngen mit dem Rad

Trialfahrer und Showtalent: Daniel Rall beherrscht sein Sportgerät wie kein Zweiter und steckt voller Ideen, was sich damit anstellen lässt.
  • Trialfahrer und Showtalent: Daniel Rall beherrscht sein Sportgerät wie kein Zweiter und steckt voller Ideen, was sich damit anstellen lässt.
  • Foto: Michael Bode
  • hochgeladen von Rembert Graf Kerssenbrock

Hornberg (gro). Einfach nur in die Pedale treten und Kilometer machen, das ist nichts für Daniel Rall. "Damit hat es angefangen", erinnert sich der 32-Jährige Hornberger. Aber als er 1992 Mitglied im MSC Hornberg wurde, fand er schnell seine wahre Leidenschaft: das Trialfahren. "Beim MSC gibt es Trainingsräder für Trial und BMX", erzählt Rall. Der Unterschied? "BMX-Fahrer springen über Rampen und die Räder haben oft keine Bremsen", erklärt Rall. Trialräder sind leichter und haben eine andere Geometrie.

Und es lassen sich ganz erstaunliche Dinge damit bewerkstelligen, wie Daniel Rall immer wieder – auch im Fernsehen – beweist. Denn typisch für den Sport ist das Überwinden von Höhenhindernissen oder das Balancieren auf dem Rad, ohne mit den Füßen den Boden zu berühren. Während in der Halle spezielle Parcours dafür abgesteckt werden, geht es in der freien Natur einfach über Stock und Stein.

Der Trial-Virus hat Rall damals schnell erfasst: Schon während seiner Schulzeit trainierte er besessen und nahm an Wettkämpfen teil. So konnte er den Trial-Pokalsieg einfahren, erreichte einen zweiten Platz im Mannschafts-Europa-Cup und schaffte als Rookie, also Anfänger, immerhin den elften Platz im World-Cup-Ranking. "Klar habe ich viele Wettkämpfe gemacht", stellt Rall fest. "Aber ich war auch immer schon ein Quatschkopf und habe Tricks ausprobiert. So sind im Prinzip meine Fahrradshows entstanden." Doch bevor er sein Hobby zum Beruf machte, stand eine Ausbildung zum Zimmermann an. "Meine Eltern haben gesagt: Nach der Ausbildung kannst Du machen, was Du willst – da bin ich also Holzwurm geworden", erzählt Rall. "Ab und an helfe ich noch aus. Das erdet, denn wenn man selbstständig ist, dann fehlt manchmal der Tritt in den Allerwertesten."

Respekt vor der Herausforderung

Von Anfang an war sein wichtigster Ratgeber, Begleiter und Coach sein Vater. "Ich konnte mich bei den Wettkämpfen immer auf seine Einschätzung verlassen", so der Trialfahrer. "Wenn er mir gesagt hat, dass ich es schaffe, dann habe ich das auch." Angst vor der Höhe, den Hindernissen oder der Herausforderung verspürt Rall selten. "Angst ist ein Gefühl", sagt er. "Das hat man immer mal. Ich bin respektvoll, wenn der Moment der Herausforderung kommt."

2008 machte sich Daniel Rall mit seinen Trialshows selbstständig. Fahrt nahm das Unternehmen auf, als er 2010 bei der legendären Mallorca-Show von "Wetten, dass...?" auftrat. "Mein Vater hat viele verrückte Ideen gehabt", erinnert sich Rall. Gemeinsam tüftelten die beiden verschiedene Wetten aus. "Die haben wir alle trainiert", so Rall. Ursprünglich wollte er mit seinem Rad über liegende Models springen, doch den Fernsehmachern war dies zu gefährlich – es wurden feste Hürden. "In dieser ersten Sendung wurde ich nicht Wettkönig, sondern nur Zweiter. Da war ich richtig angefressen", gibt er ehrlich zu und machte sich an die nächste Wette. Mit dem Fahrrad wurden Bierflaschen geöffnet: "Ich dachte da schon an Bikinioberteile, war mir aber nicht sicher, ob die Damen stillhalten." 2013 war es so weit, Daniel Rall bekam seine zweite Chance bei "Wetten, dass...?" Auf der Markgrafenwiese in Hornberg öffnete er acht Bierflaschen in nur einer Minute – und dieses Mal wurde er zum Wettkönig gewählt. Sein Vater war kurz zuvor gestorben. "Er hat es leider nicht mehr erlebt", sagt Daniel Rall.

Vergessen hat er die Idee mit den Bikinioberteilen aber nie: In diesem Sommer stellte er sein Talent mit dem Fahrrad in der Sendung "Immer wieder sonntags" unter Beweis. Mit erstaunlichem Feingefühl öffnete er mit der Vordergabel seines Fahrrads die hinter dem Rücken gebundenen Schleifen. "Ich hatte mit einem Holz probiert, aber in der Sendung saßen da junge Frauen, sie haben sich zwar wenig, aber doch etwas bewegt." Rall sah seinen großen Traum – den Weltrekord – schon in Gefahr, sicherte sich aber doch den Titel.

Bei aller Lust am Showeffekt, Sicherheit steht für ihn ganz oben. Deshalb hat er ein Schulprojekt ins Leben gerufen, bei dem Kinder mit ihren eigenen Rädern Parcours absolvieren. "Es geht darum herauszufinden, was kann mein Fahrrad", so Rall. Was ihn ärgert: "Wir leben mitten in einer Fahrradregion und die meisten fahren ohne Helm."

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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