Vom Iran an die Acher: Flüchtlinge in Kappelrodeck

Willkommen in Kappelrodeck (von links): Annick Grassi, Hedieye und Amir H. sowie Stefan Hattenbach.
  • Willkommen in Kappelrodeck (von links): Annick Grassi, Hedieye und Amir H. sowie Stefan Hattenbach.
  • Foto: Gemeinde Kappelrodeck
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Kappelrodeck. Der Flüchtlingsstrom ebbt nicht ab und die Gemeinden stehen in der Pflicht,
den zugewiesenen Flüchtlingen ein Obdach zu bieten. Etwas zeitverzögert
kommt nun die Flüchtlingswelle in der Ortenau an.

In Kappelrodeck ist bereits seit November eine fünfköpfige serbische
Familie heimisch geworden. Wichtigstes Anliegen der Gemeindeverwaltung
ist es, – über den gesetzlichen Auftrag der Bereitstellung von Wohnraum
hinaus – den Flüchtlingen die Chance zu bieten, sich in Deutschland und
der Gemeinde zu integrieren. „Pragmatisch und ohne zusätzliche
Personalstellen helfen unsere Gemeindemitarbeiter – vorneweg
Hauptamtsleiterin Annick Grassi – mit, den Flüchtlingen Hilfestellungen
zu bieten, dass sie schnellstmöglich den Alltag vor Ort selbst
bewältigen und sich integrieren können“, so Bürgermeister Stefan Hattenbach.

Glücklicherweise könne man hier auf eine intakte und offene Gemeindegemeinschaft bauen: Der zwölfjährige Micha besucht beispielsweise die Schlossbergschule und geht zum Fußballspielen zum FSV-Kappelrodeck/Waldulm, der fünfjährige Igor zum Kinderturnen beim
Turnverein Kappelrodeck. „Sprache ist und bleibt der Schlüssel“, so
Hattenbach. Laut Bescheid des Landratsamtes Ortenaukreis muss die
Gemeinde Kappelrodeck 2014 weitere neun Flüchtlinge aufnehmen.

Nun hieß Bürgermeister Stefan Hattenbach zusammen mit Hauptamtsleiterin
Annick Grassi die 27-jährige Iranerin Hedieye H. in Kappelrodeck
willkommen. Zusammen mit ihrem vierjährigen Sohn Amir floh sie vor knapp
zwei Jahren aus dem Iran und war seit Ende April in einer
Gemeinschaftsunterkunft in Offenburg untergebracht. Beide haben in
dieser Zeit deutsch gelernt, Amir besuchte in Offenburg bereits einen
Kindergarten. Ohne Verwandtschaft in Deutschland ist die kleine Familie,
die im September Zwillings-Zuwachs erwartet, in Deutschland „geduldet“.

„Es ist absehbar, dass wir als Gemeindeverwaltung mit weiteren Flüchtlingen bald an unsere Grenzen stoßen, wenn wir wie bislang in verantwortbarer Weise unserer Aufgabe nachkommen wollen. Wir können die Menschen aber nicht ganz auf sich alleine gestellt lassen“, so
Bürgermeister Hattenbach. Neben der Forderung nach professioneller
hauptamtlicher Unterstützung bittet die Gemeindeverwaltung deshalb
Kappelrodecker Bürger, dabei mitzuhelfen, ein ehrenamtliches
Unterstützernetzwerk aufzubauen.

Autor: st

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