80. Jahrestag der Reichspogromnacht
Grenzüberschreitendes Erinnern

"Erinnern statt vergessen": Gedenken an die Reichspogromnacht in der Sankt-Johannes-Nepomuk-Kirche
  • "Erinnern statt vergessen": Gedenken an die Reichspogromnacht in der Sankt-Johannes-Nepomuk-Kirche
  • Foto: lhb
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Kehl (st). Auch in Kehl wurden Männer jüdischen Glaubens im November 1938 vor aller Augen durch die Straßen getrieben, gedemütigt, im Gestapo-Haus auf der Kommissionsinsel verhört und geschlagen sowie in der damaligen Festhalle in der Jahnstraße eingesperrt und misshandelt: Zum 80. Jahrestag der Reichspogromnacht hat der Arbeitskreis 27. Januar eine Gedenkwoche mit mehreren Veranstaltungen vorbereitet.

Die Veranstaltungsreihe beginnt am Sonntag, 4. November, um 15.30 Uhr in der Friedenskirche mit einer Vernissage der Ausstellung mit Werken von Francine Mayran unter dem Titel „Die Shoah und ihr Schatten“. Die Malerin, Psychiaterin und Expertin am Europarat setzt sich künstlerisch mit der Erinnerung an die Shoah, dem Völkermord an Sinti und Roma, an Armeniern, Tutsis und Jessiden auseinander. In der Ausstellung, die bis zum 10. November, täglich von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr, zu sehen ist, zeigt sie auch Bilder, die durch die Beschäftigung mit der Reichspogromnacht in Kehl entstanden sind. Über die Reichspogromnacht in Kehl berichten am Dienstag, 6. November, von 19 Uhr an Friedrich Peter und Uli Hillenbrand im Zedernsaal der Stadthalle.

Eine Gruppe von Straßburgern, darunter auch Mitglieder der jüdischen Gemeinde, kommt am Donnerstag, 8. November, um 16.30 Uhr nach Kehl, um die Stolpersteine in der Innenstadt zu polieren. Friedrich Peter sowie Museumsleiterin Dr. Ute Scherb werden die Gruppe begleiten und an die Schicksale der Menschen erinnern, deren Namen auf den Stolpersteinen eingraviert sind. Um 18.27 Uhr fahren die Teilnehmer der Aktion „Erinnern ohne Grenzen“ mit der Tram zurück nach Straßburg. Dort findet um 19 Uhr am Platz der alten Synagoge (Tramhaltestelle Les Halles) eine Gedenkveranstaltung der israelitischen Gemeinde statt.

Am 80. Jahrestag der Reichpogromnacht, am Freitag, 9. November, wird Oberbürgermeister Toni Vetrano um 18.30 Uhr am Mahnmal in der Jahnstraße Blumen für die Opfer niederlegen. „Erinnern statt vergessen“ lautet der Titel der Gedenkveranstaltung, die sich in der Sankt-Johannes-Nepomuk-Kirche um 19 Uhr anschließt. Das Theater der zwei Ufer, der Kirchenchor, das Kehler Kammerorchester und der Arbeitskreis 27. Januar gestalten das literarisch-musikalische Gedenken.

Mit der Finissage endet die Gedenkwoche am 10. November in der Friedenskirche. Dort werden ab 15.30 Uhr Inge Auerbacher und Simone Polak, beide Überlebende des Holocausts, aus ihrem Leben berichten.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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