Sonntagsporträt
Christoph Hodapp steuert Wirtschaftsförderung in Kehl
- Christoph Hodapp ist schon ganz schön in der Welt herumgekommen. Dabei konnte er viele Erfahrungen sammeln, die er in seine Aufgabe als Chef der Kehler Wirtschaftsförderung und des Stadtmarketings einbringen kann.
- Foto: Michael Bode
- hochgeladen von Anne-Marie Glaser
Kehl (dg)„Ich bin gerne auf dieser Welt.“ Wenn Christoph Hodapp das sagt, dann lächeln auch seine Augen. Es ist dieser offene, unverstellte Blick, der sofort klarmacht: Der 59-Jährige meint, was er sagt. Und er hat es erlebt.
Veranstaltungen wie Messdi und "R(h)einschauen
Wer den Chef der Kehler Wirtschaftsförderung und des Stadtmarketings ein wenig kennt, weiß allerdings auch: Er ist nicht nur gerne auf der Welt – er war vor allem lange Zeit gerne in der Welt unterwegs. 23 Jahre arbeitete der gebürtige Önsbacher im Ausland, unter anderem in Bangkok, Sydney, Manila und Katar. Seit März 2025 ist Hodapp Geschäftsführer der Kehler Wirtschaftsförderung und der Kehl Marketing GmbH. Und er wirkt dabei erstaunlich angekommen. „Ich fühle mich hier wie zuhause“, sagt er. Das Unterwegssein ist in den Hintergrund gerückt – und das offensichtlich ohne Wehmut. Vor der Brust hat er dennoch einiges. Veranstaltungen wie der Kehler Messdi – mit nahezu 200.000 Besuchern eines der größten traditionellen Volksfeste der Ortenau – oder Innovationen wie die Ausstellung „Kehler Berge“ unter dem Motto R(h)einschauen und der darunter neu etablierten Reihe „Kehl kann Kunst“ sind echte Herausforderungen. Genau wie die Förderung regionaler Wirtschaft in Zeiten der Rezession.
Auslandsaufenthalte
23 Jahre Auslandsaufenthalte haben dennoch nie Heimweh ausgelöst. Aber irgendwann sei auch das Fernweh verschwunden. „Nach all den Jahren hatte ich keine Lust mehr, dauernd Koffer zu packen und ins Flugzeug zu steigen.“ Dabei gehörte genau das fast ein Vierteljahrhundert zur Routine.
Der studierte Volkswirtschaftler arbeitete für einen der größten Anbieter flexibler Arbeitsplatzlösungen, Regus. Das Unternehmen betreibt in 120 Ländern mehr als 4.000 Standorte – Coworking-Spaces, virtuelle Büros, Konferenzzentren. Wachstum, Expansion, Erfolgsstorys: Das war sein Alltag. Doch der brachte nicht nur wirtschaftliche Dynamik, sondern auch dramatische Momente.
Während eines Bewerbungsgesprächs erhielt er eine Nachricht mit einer klaren Drohung: Er solle Jakarta innerhalb von 72 Stunden verlassen – sonst würden er und seine Frau im Sarg nach Deutschland ausfliegen. Hodapp reagierte ruhig, aber zielgerichtet. Solche Grenzüberschreitungen seien zwar schockierend, aber in bestimmten Kontexten nicht völlig unrealistisch in diesen Ländern. Er und seine Frau packten die Koffer innerhalb von 48 Stunden und gingen nach Bangkok. Neun Jahre blieben sie dort. Hodapp tauchte tief in das Messe- und Kongressgeschäft ein.
Kurz vor Corona dann der nächste Wechsel: Ein Headhunter aus Katar meldete sich – Umzug, Neuanfang. Diesmal im Wüstenemirat. Dort verantwortete er das Messe- und Kongressgeschäft für Qatar Tourism. Bis seine Abteilung aufgelöst wurde. „Die haben uns von einem Tag auf den anderen den Stecker gezogen." Und plötzlich war klar: Es geht zurück nach Deutschland.
Ein Ort, zu dem es eine offensichtliche Verbindung gibt
Seit Mitte 2022 lebt Hodapp mit seiner Frau wieder in der Heimat – gemeinsam mit seinen hochbetagten Eltern. Für diese und ihn selbst ist das ein Glücksfall. Als Kehls Oberbürgermeister Wolfram Britz ihm vorschlug, die Wirtschaftsförderung und das Stadtmarketing zu übernehmen – just in dem Moment, als Hodapp sein eigenes Beratungsunternehmen „Grauhaupt“ aufbaute – überlegte er nicht lange. Mit Kehl war er vor langer Zeit in Verbindung: Sein Vater war Lehrer am Kehler Einstein-Gymnasium, wo er selbst auch Abitur machte. Heute sagt er: „Es ist richtig gut, hier zu sein.“ Und wenn er das sagt, klingt es nicht nach Zwischenstation, sondern nach Ankommen.
Christoph Hodapps persönliche Favoriten
- Joggen am frühen Morgen
- Urlaub in Süddeutschland
- Schlagzeug spielen
- Wandern im Schwarzwald









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