Pflanzkonzept für neuen Stadteingang schafft Lebensraum
Bäume und Gräser: Die Tram wird grün

Verschiedene Baumsorten, die neu gepflanzt werden, prägen bald den Kehler Stadteingang.
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  • Verschiedene Baumsorten, die neu gepflanzt werden, prägen bald den Kehler Stadteingang.
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Kehl (st). Wenn die Tram in wenigen Tagen ihren Regelbetrieb bis zum Kehler Bahnhof aufnimmt, wird das Umfeld der Straßenbahnstrecke auf Kehler Boden deutlich farbenfroher geworden sein: 35 verschiedene Baumsorten entlang der B28 und mehr als 90 Grassorten im Gleisbett sorgen nicht nur für Artenvielfalt, sondern auch für eine Fülle an Formen und Farben. Zusätzliche Farbtupfer gibt es in neuen Blumenkübeln, die gemeinsam mit speziell für Kehl entworfenen Bänken vor dem Bahnhof aufgestellt werden.
„Die Artenvielfalt wird enorm erweitert“, sagt Frank Wagner, Leiter der Grünflächenabteilung beim städtischen Betriebshof. Wo zuvor fast ausschließlich Platanen standen, werden nun 35 verschiedene Baumsorten gepflanzt. Breitkronige Sorten werden mit säulenartigen Bäumen gemischt, Kastanien, Amberbäume, Platanen und Tulpenbäume wechseln sich beispielsweise mit Silberlinden, Birnbäumen, Ulmen und Zierkirschen ab. Den Stadteingang an der Hauptstraße wird ein Baumtor aus Säuleneichen säumen, das die Aufmerksamkeit der Tram-Fahrgäste in Richtung Innenstadt lenken soll. „Säuleneichen sind besonders widerstandsfähig und haben einen sehr geringen Totholzanteil“, erklärt Frank Wagner. In diesem, von Fußgängern stark frequentierten Bereich sei das ein wichtiger Sicherheitsaspekt. Ein ähnliches Baumtor soll den Stadteingang von Frankreich kommend hinter der Brücke markieren. Generell hat der Leiter der Grünflächenabteilung bei der Sortenauswahl darauf geachtet, Bäume mit sehr allergenen Pollen wie Birken oder Pappeln zu vermeiden. Vor allem wurde aber im Sinne des städtischen Nachhaltigkeitskonzeptes neben der Artenvielfalt besonderer Wert auf klimaresistente Sorten gelegt.
Auch die Gleisbegrünung wird dem Nachhaltigkeitsgedanken gerecht: Der Gleisaufbau in Kehl entspricht dem sogenannten Travetto-System, bei dem statt quer liegenden Schwellen Betonlängsbalken mit Abstandhaltern zum Einsatz kommen. Dieses System ermöglicht den Einbau einer dickeren Substratschicht zwischen den Gleisen, so dass Niederschlagswasser besser versickern kann und der Rasen tiefere Wurzeln schlägt, dadurch besser wächst und nicht bewässert werden muss. Das Substrat wurde speziell für Kehl gemischt und hat einen hohen mineralogischen Anteil. Die Grasmischung, die Mitarbeiter des Betriebshofs in diesen Tagen einsäen, besteht aus mehr als 90 Sorten. „Damit schaffen wir Lebensraum für zahlreiche Mikroorganismen“, sagt Frank Wagner, auch Bienen würden von der Blütenpracht profitieren. Zudem ist der Pflegeaufwand um ein Vielfaches geringer als bei herkömmlicher Gleisbegrünung. Wo in der Regel etwa 30 Mal pro Jahr gemäht werden muss, Wässerungen und Düngungen notwendig sind, muss die Kehler Grasmischung nur dreimal pro Jahr gepflegt werden. „Das Gras wird oft und vielfältig blühen, wir erwarten mehr als eine Million Einzelblüten“, schwärmt der Leiter der Grünflächenabteilung.
Auf versiegelten Flächen, beispielsweise am Brückenkopf, werden Sukkulenten gepflanzt, die mit sehr wenig Wasser auskommen, Schattenbereiche werden mit Moosen begrünt; an Verkehrsknotenpunkten, beispielsweise am Übergang des ersten Bauabschnitts zum zweiten Bauabschnitt wird das Staudenkonzept wiederholt, das sich in der Innenstadt in den vergangenen Jahren bewährt hat. Außerdem werden – zunächst auf dem Bahnhofsvorplatz, am Läger und am Rathaus – neue Bänke mit eingelassenem Kehl-Logo neben ebenfalls neuen Blumenkübeln aufgestellt. 30 Kübel und 60 Bänke, die Frank Wagner selbst entworfen hat, hat der Betriebshof insgesamt bestellt. Sie werden nach und nach alte Bänke im Stadtgebebiet ersetzen, teilt die Stadtverwaltung mit. 2000 Pflanzen sind am Mittwoch auf dem Betriebshofgelände eingetroffen, darunter etwa 150 Bäume. Sie werden nicht nur im Tramumfeld, sondern an verschiedenen Stellen in der gesamten Kernstadt und den Ortschaften ihre neuen Standorte finden. Allein im Rheinvorland, wo bislang hauptsächlich Platanen standen, werden mehr als 40 neue Baumsorten eingemischt. Einige Bäume sind für die bereits fertiggestellten Bereiche des Baugebiets Schneeflären vorgesehen.
Sobald die Witterung es zulässt, wird im Rathausumfeld, in der Hauptstraße, an der Stadthalle, auf dem Marktplatz und in den Ortsteilen wieder so genanntes „mobiles Grün“ aufgestellt, große Kübel und Blumenampeln mit Sommerblumen. Grüne Stadt

Verschiedene Baumsorten, die neu gepflanzt werden, prägen bald den Kehler Stadteingang.
Ins Gleisbett der Tram werden Gräser eingesät.
Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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