Sparkasse legt Filialen ab August zusammen

Die Filiale der Sparkasse Hanauerland an der Europabrücke verschmilzt mit der am Marktplatz. Die Einweihung ist Mitte Oktober.  | Foto: Sparkasse Hanauerland
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Kehl. Die Sparkasse Hanauerland zieht sich aus der Fläche zurück. Das Filialnetz wird zum 1.
August den Kundenströmen angepasst. „Durch die Digitalisierung hat sich
das Kundenverhalten verändert. Online-Banking, SB-Automaten und auch
Bankgeschäfte über das Mobiltelefon nehmen immer stärker zu“, stellt
Sparkassendirektor Joachim Parthon fest. Grund für die Sparkasse, ihre
bisherige Vertriebsstruktur auf den Prüfstand zu stellen.

„Eine von uns in Auftrag gegebene Umfrage hat ergeben, dass unsere Kunden
diese Flexibilität schätzen und nutzen. Für die Beratung legen sie aber
Wert auf einen Ansprechpartner vor Ort“, so Parthon. Die Realität in den
Geschäftsstellen: Die kleineren Filialen haben bereits verkürzte
Öffnungszeiten, die Frequenz für klassische Bankgeschäfte nimmt immer
stärker ab. Beratungsgespräche werden direkt mit dem Kundenberater –
auch außerhalb der klassischen Öffnungszeiten – vereinbart.

„Die Anforderungen an die Qualität der Beratungsgespräche ist immer weiter
gestiegen – nicht nur von Seiten der Kunden, sondern auch von der
Bankenaufsicht in Bezug auf die Dokumentationspflicht“, betont Parthon.
Um diese auch weiterhin zu erfüllen und den Kunden eine qualitativ
hochwertige Beratung zu bieten, hat sich die Sparkasse entschlossen,
Beratungs- und Kompetenzzentren zu bilden. Dafür werden Filialen
zusammengelegt: „Wir bündeln unsere Kräfte in den Kompetenzzentren an
den Standorten Kehl in der Hauptstelle und an der Europabrücke,
Bodersweier, Freistett, Goldscheuer, Kork, Lichtenau, Rheinbischofsheim,
Sundheim und Willstätt“, erklärt Parthon das Konzept. An diesen
Standorten wird das Angebot ab 1. August ausgebaut. Dafür entfallen die
Filialen Diersheim, Helmlingen, Scherzheim, Linx, Leutesheim, Auenheim
und die Filiale am Kehler Marktplatz. „Wir bieten für jeden Kunden in
einer Entfernung von fünf Kilometern eine Filiale mit einem persönlichen
Ansprechpartner“, stellt Wolfgang Huber, Mitglied des Vorstandes der
Sparkasse Hanauerland, fest.

So wird die Filiale Leutesheim mit der in Bodersweier eine größere Einheit bilden. Diersheim und Linx werden mit der Filiale Rheinbischofsheim und die Geschäftsstellen in
Helmlingen und Scherzheim mit der Filiale Lichtenau zusammengelegt. Dort
werden die gewohnten Ansprechpartner der Kunden zu finden sein. Die
Auenheimer Kunden werden von der Hauptstelle in Kehl betreut. Die
bisherige Filiale wird zu einem Servicecenter mit Geldautomaten und
SB-Terminal umgebaut. Die Geschäftsstelle am Marktplatz wird mit der
neuen Filiale an der Europabrücke – sie wird Mitte Oktober eingeweiht – zusammengelegt.

„Von der Schließung der Filialen sind rund zwölf Prozent unserer Kunden betroffen“, erklärt Wolfgang Huber. Gut die Hälfte dieser Kunden nutzt schon Online-Banking. „Man kann also sagen,
dass sechs Prozent der Kunden künftig weitere Wege haben“, schließt
Joachim Parthon. Für die Entscheidung gibt es einen einstimmigen
Beschluss des Aufsichtsrats. Gegenwind von den kommunalen Eigentümern
wird es also nicht geben. Bei dem Konzept spielt natürlich auch die
Wirtschaftlichkeit der Bank eine Rolle. 500.000 bis 700.000 Euro werden
durch die Neuausrichtung eingespart. „Auf der anderen Seite investieren
wir in die Geschäftsstellen“, so Parthon. Der Bauantrag für eine neue
Filiale in Willstätt ist eingereicht, auch in Lichtenau soll investiert werden.

Autor: Christina Großheim

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