Bauvorhaben Altenberg
Deutsche Bauwert AG einigt sich mit Bürgerinitiative

Vor-Ort-Termin am Altenberg: Uwe Birk (v. l.), Vorstand der DBA Deutsche Bauwert AG, Oberbürgermeister Markus Ibert, die BI-Mitglieder Frank Himmelsbach und Ulf Schmidt sowie Bürgermeister Tilman Pitters
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  • Vor-Ort-Termin am Altenberg: Uwe Birk (v. l.), Vorstand der DBA Deutsche Bauwert AG, Oberbürgermeister Markus Ibert, die BI-Mitglieder Frank Himmelsbach und Ulf Schmidt sowie Bürgermeister Tilman Pitters
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Lahr (st). Nach einer jahrelangen Auseinandersetzung um das Bauvorhaben am Altenberg haben sich die Bürgerinitiative Altenberg Lahr (BI) und die DBA Deutsche Bauwert AG einigen können. Im Rahmen einer außergerichtlichen Vereinbarung zwischen der BI und dem Projektentwickler wurden sämtliche Rechtsstreitigkeiten beigelegt. Gemäß des gemeinsam unterzeichneten Schriftstücks wird die Bürgerinitiative keine weiteren Maßnahmen gegen die Pläne von Stadt Lahr und DBA Deutsche Bauwert AG vornehmen und auf Rechtsmittel verzichten. Die DBA Deutsche Bauwert AG verpflichtet sich, im Rahmen des Bauvorhabens über die Bedeutung der Historie des Reichswaisenhauses für die Stadt zu informieren und die Kindertagesstätte „Die kleinen Strolche“ zu unterstützen.

Rechtsstreit beigelegt

Am Altenberg entsteht derzeit ein Wohnbauprojekt der DBA Deutsche Bauwert AG für Lahr – rund um die beiden Baudenkmäler Thaederhaus und Schauenburghaus wächst ein Quartier mit acht Mehrfamilienhäusern und 18 Einfamilienhäusern, das der wachsenden Stadt hochwertigen neuen Wohnraum bietet. Uwe Birk, Vorstand der DBA Deutsche Bauwert AG: „Die Einigung zwischen der Bürgerinitiative Altenberg Lahr und der DBA Deutsche Bauwert AG ist ein großer Tag für die Stadt Lahr, weil sie Rechtssicherheit für das Zukunftsprojekt Altenberg Park schafft und zeigt, dass es am Ende allen um das Wohl dieser wunderbaren Stadt geht. Ich freue mich sehr, dass wir diesen konstruktiven Weg eingeschlagen haben und bin sicher, dass der Altenberg Park Lahr am Ende zu einem Projekt wird, das alle Bürger dieser Stadt schätzen.“

Frank Himmelsbach, Sprecher der Bürgerinitiative Altenberg Lahr: „Wir haben in den vergangenen Jahren alle uns zur Verfügung stehenden Mittel genutzt und mit dem Bauträger gemeinsam immer wieder Verbesserungen erreichen können. Durch die Fortführung des Rechtsstreits entstünde, insbesondere für die Stadt Lahr, weiterer personeller und finanzieller Aufwand, der am eigentlichen Projektstand nichts mehr ändern würde. Wir sind sehr froh darüber, dass die Kommunikation untereinander nie abgebrochen ist und wir im Sinne unserer Kritikpunkte final noch weitere Vorteile für die Bürger erzielen konnten.“

Oberbürgermeister Markus Ibert: „Das Baugebiet Altenberg hat viele Bürger bewegt. Das Meinungsspektrum war breit gestreut, es gab kontroverse Diskussionen. Wir haben aus diesem demokratischen Prozess durchaus Positives mitgenommen. So haben alle Seiten trotz unterschiedlicher Ansichten stets sachlich miteinander diskutiert, es wurden Standpunkte zusammengetragen und abgewägt, Kompromisse wurden gefunden. Es liegt in der Natur eines Kompromisses, dass das Ergebnis nicht allen und allem gerecht wird, aber es ist wichtig, dass am Ende alle Seiten sagen können und sagen wollen: Das
trage ich mit. In einigen Jahren, wenn am Altenberg Alltag eingekehrt ist, werden wir zurückschauen und feststellen, dass wir hier gemeinsam Demokratie gelebt haben und als Stadtgesellschaft daran gewachsen sind. Ich danke allen Beteiligten, dass sie diesen Weg des Kompromisses beschreiten.“

Diskussionspunkt Bebauungsplan

 Die Bürgerinitiative Altenberg Lahr war in den vergangenen Jahren gegen das Bauvorhaben vorgegangen. Der entsprechende Bebauungsplan für das Areal wurde Ende 2018 vom Gemeinderat der Stadt mehrheitlich beschlossen – auf seiner Grundlage wurden auch die Baugenehmigungen und Bauvorentscheide für das Projekt erteilt. Gegen diesen Bebauungsplan hatte die Bürgerinitiative zuletzt ein Normenkontrollverfahren beim Verwaltungsgerichtshof eingeleitet, in dessen Rahmen der VGH zwar Mängel im Bebauungsplan sah, diese von den Parteien aber als „heilbar“ eingeschätzt wurden. Im Rahmen der Vereinbarung haben sich die Bürgerinitiative und die DBA Deutsche Bauwert AG nun darauf verständigt, die Auseinandersetzung zum Wohle der Stadt zu beenden.

Die Bürgerinitiative nimmt ihre Klagen im Normenkontrollverfahren zurück und verzichtet auf Rechtsmittel, die DBA Deutsche Bauwert AG wird im Bereich des Bauareals vier Informationstafeln errichten, mit deren Hilfe die einzigartige Historie des Denkmals Reichswaisenhaus beleuchtet wird. Darüber hinaus wird der Projektentwickler die Kindertagesstätte im zweiten Baudenkmal, dem Schauenburghaus, finanziell unterstützen, damit Spielgeräte für den Außenbereich erworben werden können.

Bauarbeiten schreiten voran

Nachdem die beiden denkmalgeschützten Gebäude bereits vermarktet sind, hat der Vertrieb von insgesamt 92 Wohneinheiten in den acht Neubauvillen begonnen, die bis Anfang 2023 fertiggestellt werden sollen. Aktuell sind auch die Arbeiten an den Häusern schon in Gang. Neben dem Altenberg Park ist die DBA Deutsche Bauwert AG aktuell in Lahr noch am Langenhard und auf dem Nestler-Areal engagiert, wo auch jeweils 20 Prozent der Einheiten als geförderter Wohnungsbau entstehen. Insgesamt befinden sich von der DBA Deutsche Bauwert AG in Lahr gerade 370 Wohneinheiten in der Projektentwicklung, wobei die aktuellen Vorhaben nach dem Quartiersplatz und Wohnen am Hohbergsee nicht die ersten Projekte des Unternehmens vor Ort sind.

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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