Jugendwerk im Ortenaukreis
Frank Herden zum Vorsitzenden gewählt

Frank Herden (v. l.), Jörg Streib, Dr. Walter Caroli, Thomas Happersberger und Dieter Singler | Foto: Freizeithof Langenhard
  • Frank Herden (v. l.), Jörg Streib, Dr. Walter Caroli, Thomas Happersberger und Dieter Singler
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Lahr (st) Die Jahreshauptversammlung 2026 des Jugendwerks im Ortenaukreis e.V. fand am vergangenen Mittwoch auf dem Freizeithof-Langenhard statt. Frank Herden begrüßte als geschäftsführender Vorstand die zahlreich erschienen Mitglieder insbesondere auch die Vertreter der Mitgliedsgemeinden und entschuldigte seinen Kollegen Dieter Singler der dienstlich verhindert war. Nach der Begrüßung wurde dem Mitarbeiter Benny Wiechers in einer Schweigeminute gedacht, der am 14. Juni plötzlich verstorben war.

Rückblick

Das Jugendwerk war auch 2025 aktiv, sichtbar und wirksam, so Frank Herden. Zum 31. Dezember 2025 zählte der Verein 83 Mitglieder – gegenüber 86 im Vorjahr ein leichter Rückgang, der die stabile Breite der Trägerschaft jedoch nicht berührt. Als kommunale Mitglieder unterstützen weiterhin die Stadt Lahr, die Stadt Offenburg sowie die Gemeinden Friesenheim, Seelbach, Kippenheim, Schwanau, Meißenheim, Neuried und Schuttertal. Darüber hinaus gehören dem Verein der Kreisjugendring Ortenau, sieben weitere Jugendverbände, 13 Vereine, eine Schule, vier Kirchengemeinden, eine Firma sowie 37 Privatpersonen und zehn Familien an.

Auf dem Freizeithof hatte der Verein 137 Gruppen zu Gast (2024: 138), mit insgesamt 7.587 Übernachtungen – ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr (7.703), das Niveau bleibe aber konstant hoch. Während das Gruppenhaus sogar zulegen konnte, gaben Tagungshaus und Zeltplatz leicht nach.

Von den 137 Gruppen übernachteten 131; sechs Gruppen nutzten den Freizeithof für Tagesaufenthalte. Sieben Gruppen wurden durch das Jugendwerk ganz oder teilweise verpflegt – ein Angebot, das weiterhin auf positive Resonanz stößt.

Ökologiestation und Abenteuerspielplatz

Die Ökologiestation arbeitete 2025 nahezu ausgeglichen. Die zahlreichen Projekte, geförderten Programme und Veranstaltungsformate schlagen sich weiterhin in einem hohen Personaleinsatz nieder, der jedoch durch Zuschüsse von rund 26.400 Euro, Spenden von 19.000 Euro sowie Teilnahmeentgelte solide getragen wurde, so der Verein in einer Pressemitteilung weiter.

Die Ökologiestation arbeitete mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen entsprechend dem Leitbild und dem pädagogischen Konzept. Natalie Fritz berichtete über die Arbeit des Abenteuerspielplatzes. Es fanden 20 offene Aktionen an Freitagen und vier Familiensamstagen statt. Es fanden 29 Bildungsangebote mit über 600 Kinder und Jugendlichen statt. Die Kosten wurden erstmals über das Kooperationsbudget der Stadt Lahr für alle Lahrer Schulen übernommen. Teilnahme an den Kinder-Kunst-Spielen Lahr des Abenteuerspielplatzes an zwei Tagen. Es fand eine Graffiti-Aktion mit dem Jugendtreff statt, bei dem der Bauwagen in Farbe eingetaucht wurde. Baumaßnahmen mit den Rotarier fanden auch wieder statt.

In den Pfingstferien fanden zwei Tagesaktionen statt und in den Sommerferien gab es eine fünftägige Freizeit mit 21 Kindern, das Thema war Piraten. Ebenso gab es vier Tagesaktionen in den Sommerferien.

Es fand wie immer das Herbstfest statt mit 200 Gästen, davon 130 Kinder und Jugendliche. Das Winterfest mit Winterbaden in den heißen Badewannen fand mit 30 Besucher ebenfalls wieder viel Anklang. Zum Schluss gab Fritz noch einen Überblick über die kommenden Veranstaltungen aufgrund des Jubiläums von zehn Jahren Abenteuerspielplatz.

Der Abenteuerspielplatz verzeichnete 2025 über alle Formate hinweg 1.575 Teilnahmen und damit eine weiterhin hohe Nachfrage – insbesondere bei den Bildungsangeboten für Schulklassen, die das verfügbare Angebot deutlich überstieg. Erfreulich: Die Kosten der Schulklassenangebote wurden erstmals vollständig über das Kooperationsbudget der Stadt Lahr getragen. Spenden, Zuschüsse und Teilnehmerentgelte haben den Platz auch personell in einem veränderten Jahr gut getragen.

Personal

Zum 31. Dezember 2025 waren beim Jugendwerk folgende Mitarbeiter beschäftigt:
Jugendwerk / Freizeithof

  • Ursel Schorpp – Verwaltung
  • Christian Göppert – Hausdienstleitung
  • Claudius Binder – Hausdienst

Ökologiestation

  • Antje Kirsch – Fachkraft
  • Jörg Streib – Fachkraft

Abenteuerspielplatz

  • Natalie Fritz – pädagogische Fachkraft
  • Claudius Binder – pädagogische Fachkraft
  • Sylvia Lauf – Minijob

Im Juni stieß Selina Cataltepe als vierte hauptamtliche Kraft zum Team des Abenteuerspielplatzes – nach vorheriger ehrenamtlicher Tätigkeit. Zum Jahresende haben sich Claudius Binder und Sylvia Lauf nach langjähriger Tätigkeit vom Abenteuerspielplatz verabschiedet. Ihr Einsatz hat das Angebot des Platzes über viele Jahre maßgeblich geprägt.

Ergänzt wurde das Team durch Ehrenamtliche und pädagogische Betreuer in allen drei Bereichen sowie durch Honorarkräfte bei der Ökologiestation. Bei der Verwaltung des Vereins und der Ökologiestation stehen mit Schorpp und Streib weiterhin zwei Eintritte in den Ruhestand an. Die Personalsuche läuft bereits; Einstellung und Einarbeitung der Nachfolge sind für 2026 vorgesehen.

Wahlen

Nach dem Tod des langjährigen Vorsitzenden Günter Evermann hatten Frank Herden und Dieter Singler die Geschäftsführung seit Anfang 2025 übernommen. Für die kommende Wahlperiode soll der Posten des Vorsitzenden nun wieder regulär besetzt werden.
Frank Herden, bisheriger stellvertretender Vorsitzender, Stadtrat aus Mahlberg und seit mehreren Jahrzehnten im Vorstand, stellte sich für die Wahl zum Vorsitzenden zur Verfügung. Für den damit freiwerdenden Posten des stellvertretenden Vorsitzenden stellte sich Thomas Happersberger zur Wahl. Als Beisitzer kandidierten Markus Isemann und Alina Leutert für die Stadt Offenburg. Die Vorschläge wurden einstimmig gewählt.

2025 war ein Jahr, in dem trotz herausfordernder Rahmenbedingungen solide gearbeitet wurde, so Frank Herden. Unterm Strich stehe ein Überschuss von rund 35.400 Euro, deutlich mehr, als der Plan mit seinem leichten Minus von knapp 9.700 Euro erwarten ließ. 

Die Einnahmen liefen insgesamt stabil: Tagungshaus und Gruppenhaus hielten das hohe Niveau, die Naturwerkstatt-Veranstaltungen wurden gut angenommen, und auch beim Abenteuerspielplatz und der Ökologiestation kamen Spenden und Zuschüsse solide herein. Bei den Ausgaben wurde mit Augenmaß gewirtschaftet: Die Personalkosten blieben weitgehend im Plan, einzelne Baumaßnahmen (Ausbau Nebengebäude, energetische Sanierung) wurden zurückhaltender umgesetzt als budgetiert. Ein Wermutstropfen: Beim Fuhrpark und bei einzelnen Sachkosten der Ökologiestation lagen die Ausgaben über Plan.

2025 war erneut ein Jahr, in dem viele kleine Disziplinen mehr bewirkt haben als einzelne Glanzleistungen. Der geplante Gegenwind blieb größtenteils aus – stattdessen trugen Spenden, Fördermittel und eine verlässliche Nachfrage nach unseren Angeboten das Ergebnis. 

Für 2026 plant der Vorstand bewusst vorsichtig. Die mit Abstand größte Veränderung betrifft die Heizung: Der Planwert steigt von 12.000 auf 102.000 Euro – ein Sprung, der allein für den deutlich höheren geplanten Jahresfehlbetrag verantwortlich ist. Begründet ist der deutliche Anstieg durch die Erneuerung der bestehenden Heizungsanlage.

Daneben laufen einzelne Baumaßnahmen aus (Ausbau Nebengebäude) oder neu an: Projekt NeDs, das sich nach Planung weitgehend selbst trägt, und die Förderlinie „Glück zur Nachhaltigkeit“ endet. Die Personalkosten steigen nur moderat. Frank Herden dankte seinem Kollegen Dieter Singler für die gute Zusammenarbeit.

Des Weiteren galt sein Dank der Julabo Stiftung und der BZ Weihnachtsaktion für die großzügige Spende beim VW Bus.

Nach 32 Jahren wurde Jörg Streib von der Ökologiestation in den Ruhestand verabschiedet. Frank Herden betonte bei der Verabschiedung wenn ein langjähriger Wegbegleiter das Team verlässt ist dies immer ein ganz besonderer Moment. Herden bedankte sich für die hervorragende und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Sein Einsatz und seine Expertise und Loyalität haben das Team maßgeblich geprägt und vorangebracht. Frank Herden überreichte Jörg Streib ein kleines Präsent zum Dank.

Streib berichtet von seinen 32 Jahren im Rückblick. Es gab viele Projekte an die er sich gerne zurückerinnert. Er geht mit einem weinenden Auge, weil er Abschied nehmen muss vom Langenhard und mit einem lachenden Auge, weil er weis dass die Arbeit der Ökologiestation weitergeführt wird. Er brachte noch das Bild der Beheimatung vor. Er fühlte sich in den 32 Jahren auf dem Freizeithof beheimatet.

Es war Frank Herden eine Ehre das langjährige Mitglied und seinen ehemaligen Lehrer Dr. Walter Caroli für 50 Jahre Mitgliedschaft zu ehren. Er übergab mit Dankesworten ein Bild mit Walter Caroli auf dem Langenhard sowie ein Weinpräsent. Der mühsame aber erfolgreiche Weg zum Nationalen Naturerbe Langenhard ist der Verdienst von Caroli. Er war es auch, der schon vor 30 Jahren für die Zuschüsse sorgte, die heute noch wichtig sind. 

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung konnte der Abend bei gemütlichem Zusammensein mit Flammkuchen und Getränken auf Einladung von Jörg Streib im Innenhof des Freizeithofes genossen werden.

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