Kita St. Josef erhält Naturpark-Prädikat
Heimat erleben und entdecken

Bei der Auszeichnungsfeier des Katholischen Kindergartens St. Josef als Naturpark-Kindergarten dabei: Kiga-Leiterin Stefanie Jogerst (v. l.), Naturpark-Geschäftsführer Karl-Heinz Dunker, Laufs Bürgermeisterin Bettina Kist, Bernd Mettenleiter MdL, Pfarreiökonom Georg Zeferer, Kindergärten-Geschäftsführerin der Römisch-katholischen Kirchengemeinde Acher-Renchtal Anne Männle und Naturpark-Projektmanagerin Susanne Wagner mit Kiga-Kindern und Naturpark-Entdeckerkiste  | Foto: Gundi Woll/Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord
  • Bei der Auszeichnungsfeier des Katholischen Kindergartens St. Josef als Naturpark-Kindergarten dabei: Kiga-Leiterin Stefanie Jogerst (v. l.), Naturpark-Geschäftsführer Karl-Heinz Dunker, Laufs Bürgermeisterin Bettina Kist, Bernd Mettenleiter MdL, Pfarreiökonom Georg Zeferer, Kindergärten-Geschäftsführerin der Römisch-katholischen Kirchengemeinde Acher-Renchtal Anne Männle und Naturpark-Projektmanagerin Susanne Wagner mit Kiga-Kindern und Naturpark-Entdeckerkiste
  • Foto: Gundi Woll/Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord
  • hochgeladen von Matthias Kerber

Lauf (st) Raus aus dem Kindergarten, rein in die Natur. Das zeichnet Naturpark-Kindergärten aus. Mit regionalen Fachleuten aus Bereichen wie der Land- und Forstwirtschaft, dem Naturschutz und dem Brauchtum erleben und erforschen die Kinder des Katholischen Kindergartens St. Josef in Lauf die Schwarzwälder Kulturlandschaft. Für den besonderen Einsatz im Rahmen der Naturpark-Projekte hat der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord dem Kindergarten am vergangenen Freitag, 18. September, das Prädikat „Naturpark-Kindergarten“ verliehen.

Damit ist er der vierte Naturpark-Kindergarten im Ortenaukreis. Im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord ist es der 23. Bei der Auszeichnungsfeier hebt der Geschäftsführer des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord, Karl-Heinz Dunker, hervor: „Hier im Naturpark-Kindergarten können die Kinder ihre Heimat ganz praktisch selbst erforschen. Bei Förstern oder Müllern lernen sie traditionelle Berufe kennen, die unsere Kulturlandschaft mitgestalten und erhalten. Das Gelernte bleibt den Kindern in Erinnerung, da sie selbst mitanpacken dürfen. Das begeistert und schafft Identifikation mit der Heimat.“

Kinder gestalten Naturpark-Projekte aktiv mit

Viele Ideen für die Naturpark-Projekte im Katholischen Kindergarten St. Josef in Lauf brachten die Kinder selbst ein. „Unsere Kinder trinken sehr gerne frisch gepressten Apfelsaft. So kam die Frage auf, wie der Saft eigentlich entsteht“, beschreibt die Kindergarten-Leiterin Stefanie Jogerst. „Da es in der Nähe des Kindergartens viele Streuobstwiesen und Obstbaubetriebe gibt und unsere Naturgruppe auch selbst zwei Apfelbäume pflegt, war der direkte Bezug zum Thema mit lokalen Kooperationspartnern gegeben und das Naturpark-Projekt war geboren.“

Durch die Auszeichnung des Kindergartens ist es in der Gemeinde Lauf nun möglich, nach dem Naturpark-Kindergarten direkt in die Naturpark-Schule zu wechseln. Denn in der Neuwindeck-Schule wird das Naturpark-Konzept fortgeführt. „Die durchgängige Bildungskette mit dem Naturpark-Konzept ist ein wichtiger Beitrag für die Zukunft unserer Gemeinde. Durch die Naturpark-Projekte entwickeln die Kinder eine natürliche Verbundenheit mit der Region und übernehmen Verantwortung für eine positive Entwicklung“, sagt die Bürgermeisterin der Gemeinde Lauf, Bettina Kist, bei der Auszeichnungsfeier im Kindergarten. 

Die Veranstaltung begleitete auch der Landtagsabgeordnete der Grünen-Fraktion aus dem Wahlkreis Kehl, Bernd Mettenleiter. Als ehemaligem Biologie-Lehrer liegt ihm eine naturnahe Bildung, wie sie in den Naturpark-Kindergärten praktiziert wird, besonders am Herzen.

In sieben Naturpark-Projekten haben die Kinder des Katholischen Kindergartens St. Josef in Lauf die Natur- und Kulturlandschaft ihrer Heimat mit allen Sinnen entdeckt. Beim Projekt „Vom Apfel zum Saft“ sammelten sie Äpfel von heimischen Streuobstwiesen, pressten und verkosteten sie selbst und besuchten die historische Trotte im Trotthaus Alsenhof. Von Obstbauern erfuhren sie dabei, wie eng Streuobstwiesen, Landwirtschaft und regionale Traditionen miteinander verbunden sind.

Beim Projekt „Vom Korn zum Brot“ lernten sie verschiedene Getreidearten kennen, mahlten selbst Mehl und verarbeiteten es zu Waffeln und Brot. Beim Besuch der Straubenhofmühle in Sasbachwalden und mit Unterstützung der Brauchtumsgruppe Sasbachwalden sowie einer Familie mit historischem Brotbackhäuschen erhielten sie Einblicke in das traditionelle Müller- und Bäckerhandwerk.

Rund um die Kartoffel verfolgten die Kinder deren Entwicklung vom Pflanzen und Pflegen bis zur Ernte. Sie kochten verschiedene Kartoffel-Gerichte und beschäftigten sich mit Schädlingen.

Im eigenen Obst- und Gemüsegarten säten, pflanzten, pflegten und ernteten die Kinder verschiedene, heimische Gemüse- und Obstsorten. Zudem kümmerten sie sich um die eigenen Obstbäume. Unterstützt wurden sie dabei von der Gärtnerei Weiss in Lauf, von Erdbeerbauern sowie von Eltern.

Beim Projekt „Der Rotfuchs“ lernten die Kinder vom Forstbeamten und Jäger Jan Heckamnn von Malotka mehr über Lebensraum, Verhalten und Lebensweise des Rotfuchses.

Als auf einer Weide zahlreiche Maulwurfhügel auftauchten, entstand das Projekt „Der kleine Maulwurf“. Dabei erforschten die Kinder die unterirdische Lebensweise des Tieres, seine Gänge und seine Bedeutung für das Ökosystem und setzten ihre Erkenntnisse in kreativen Angeboten und Spielen um.

Schließlich lernten sie bei „Was machen eigentlich die Heidschnucken nebenan?“ von der Schäferin Marianne Burger sowie von den Ziegenfreunden Lauf, warum die Tiere für die Offenhaltung der Schwarzwälder Kulturlandschaft und die Artenvielflat wichtig sind.

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