Stichwort Bildung: Besuch in der Heinrich-König-Schule in Mühlenbach
"Unsere Schüler werden gefordert und gefördert"

Schulleiter Stefan Benz an einem Schülerlernplatz
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Mühlenbach (ag). Kindergarten, Grundschule, weiterführende Schulen, Ausbildung und Studium – der Weg durch die Bildungseinrichtungen ist klar strukturiert und bietet vielfältige Wahlmöglichkeiten. In unserer Serie stellen wir unterschiedliche weiterführende Schulen vor – heute die Heinrich-König-Schule in Mühlenbach.
Die Pause ist vorbei, die Kinder sind wieder in den Klassenzimmern. Nur aus der Ferne dringen leise, vereinzelte Stimmen bis in das Foyer. Herrlich bunt ist es gestaltet. An den Wänden hängen selbstgemalte Bilder. Tolle Holzarbeiten sind zu sehen und im hinteren Teil gibt es eine gemütliche Leselandschaft. Diese lädt ein, sich eines der Bücher aus dem Regal zu nehmen und eine Lesepause einzulegen.
Die Klassenzimmer wirken ebenfalls einladend. In der Mitte sind Tische zusammengestellt, um die sich Schüler und ihr Lehrer zum Unterricht gruppiert haben. Entlang der Wände hat jeder Schüler einen eigenen, leicht abgeschirmten Lernplatz. Viele haben ihn sich mit Bildern und Figuren hübsch gestaltet. Ja, hier lässt es sich gut lernen. Zumal die Klassen mit 13 bis 20 Kindern klein sind.
Mühlenbach ist eine Fusion mit Hofstetten eingegangen. So blieben die Hauptschulen erhalten. Die Klassen 5 und 6 sind in Hofstetten untergebracht, 7, 8 und 9 in Mühlenbach. In beiden Gemeinden wissen es Eltern und Schüler zu schätzen, dass es eine Hauptschule vor Ort gibt. Die Wege sind kurz, die Schülerzahlen überschaubar und die fusionierte Hauptschule Mühlenbach-Hofstetten hat einen guten Ruf. Das liegt nicht zuletzt auch an dem berufsorientierten Konzept. So können die Schüler unter anderem im Rahmen des Unterrichts verschiedene Praktika bei Kooperationspartnern in der Wirtschaft machen. Das zieht auch Schüler aus Hausach, Haslach, Fischerbach, Steinbach und anderen Gemeinden an.
Schulleiter Stefan Benz findet es gut, dass seit einigen Jahren alleine die Eltern entscheiden, auf welche weiterführende Schule ihre Kinder gehen. Die Grundschule gibt lediglich eine Empfehlung. "Bei der Einschätzung spielen das Arbeitsverhalten und natürlich die Noten eine Rolle", erklärt der Rektor. "Man sollte aber immer hinterfragen, wie groß der Aufwand ist, um eine gute Note zu erreichen, und wie sich die Familie dabei fühlt." Mitunter werde dafür ein sehr hoher Preis bezahlt. Weiter müsse berücksichtigt werden, in welcher Entwicklungsphase sich ein Kind befinde.
Wer sich für die Hauptschule entscheidet, kann später trotzdem die Mittlere Reife oder das Abitur machen. Denn das Schulsystem ist durchlässig. Zwar verfügt die Heinrich-König-Schule über keine 10. Klasse, ihr Bildungsplan entspricht aber dem der Werkrealschule. Laut Stefan Benz kann deshalb im Anschluss die Werkrealschule oder Realschule besucht werden. Oder Schüler wechseln nach der 8. Klasse auf eine zweijährige Berufsfachschule mit dem Ziel Fachschulreife. Ein Wechsel auf andere weiterführende Schulen ist auch schon früher möglich. Davon abgesehen lässt sich mit dem Hauptschulabschluss natürlich ebenfalls erfolgreich eine berufliche Laufbahn starten. Da die Heinrich-König-Schule in Sachen Praktika eng mit Unternehmen zusammenarbeitet, weiß der Rektor, dass ein ordentlicher Hauptschulabschluss in der freien Wirtschaft Wertschätzung genießt.
Aber wie sieht es mit Vorurteilen aus? Konfrontiert mit dem hässlichen Wort "Resteschule", betont Stefan Benz: "Unsere Schüler werden gefordert und gefördert. Die müssen hier etwas leisten." Ein Vorteil sei es sicherlich, eine kleine Schule zu sein. "Wir haben unsere Schüler im Blick und können auf individuelle Probleme eingehen, sollten solche auftreten", erklärt Stefan Benz.
Die Angebote an der Heinrich-König-Schule können sich übrigens sehen lassen. Sie einzeln vorzustellen, würde den Rahmen sprengen. Sie beginnen mit der freundlichen Lernumgebung und hören noch lange nicht bei den reellen Wahlmöglichkeiten bezüglich der Kurse und Bildungspartnerschaften auf. Da bekommt man richtig Lust, noch einmal die Schulbank zu drücken.

Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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