Schiffsunglück auf dem Rhein vor 130 Jahren
Erinnerung an 1888

Am heutigen Mittwoch, 5. Dezember, vor 130 Jahren geschah auf dem Rhein ein schweres Unglück, an das dieses Denkmal in Altenheim noch heute erinnert.
  • Am heutigen Mittwoch, 5. Dezember, vor 130 Jahren geschah auf dem Rhein ein schweres Unglück, an das dieses Denkmal in Altenheim noch heute erinnert.
  • Foto: Dieter Fink
  • hochgeladen von Christina Großheim

Neuried-Altenheim (df) Vor 130 Jahren verunglückten der damalige Bürgermeister von Altenheim, Johann Michael Sutter, fünf Gemeinderäte und zwei Waldhüter bei der Heimfahrt mit dem Nachen über den Rhein. Nur einer der acht Männer überlebte das Unglück am Vorabend des Nikolaustages.

Am 5. Dezember 1888 fuhren der Bürgermeister und seine Begleitung mit dem Gemeindeschiff über den Rhein, wo sie mit dem elsässischen Waldmeister dienstliche Gespräche führten. Zu dieser Zeit gehörten Flächen links des Rheins zur Altenheimer Gemarkung. Anschließend besuchten sie das Gasthaus "Altenheimer Hof" im Elsass. Unterdessen legte sich dichter Nebel über den Strom, sodass die Winternacht an diesem Abend besonders früh hereinbrach.

Dichter Nebel über dem Rhein

Um 17 Uhr bestiegen die acht Männer den Nachen, um über den Strom wieder nach Haus zu fahren. Beim Abstoßen vom Ufer brach jedoch ein zehn mal 20 Zentimeter großes Stück eines Bretts aus dem Boden des Kahns. Dieser füllte sich schnell mit Wasser und geriet deshalb ins Kentern.

Alle Männer stürzten ins Wasser. Gemeinderat Johann Jakob Strosack konnte sich eine Weile am Schiff festhalten, bevor es im gelang, ans nahe elsässische Ufer zu schwimmen. Dort wurde er von dem dortigen Hüttenwärter aufgenommen und am anderen Morgen nach Marlen gefahren. Er kehrte als einziger von den acht Männern nach Altenheim zurück.

Von acht überlebte nur einer

Die Nachricht von dem Unglück ging wie ein Lauffeuer durchs Dorf. Inzwischen fanden Marlener Schiffsleute die Leichen von Bürgermeister Johann Michael Sutter, Gemeinderat Johannes Roth und Waldhüter Michaels Graf, die am 8. Dezember unter großer Anteilnahme – auch aus den umliegenden Dörfern – nebeneinander beigesetzt wurde.

Im Januar 1889 konnten ebenfalls die sterblichen Überreste von Waldhüter Stephan Mild und im folgenden Monat Gemeinderat Theobald Hügel bei Kehl gefunden werden. Sie wurden neben den anderen Opfern des Unglücks bestattet werden. Lange blieben die Altenheimer über das Schicksal der weiteren Vermissten im Dunkeln, denn erst im Jahr 1891 konnten auch die Leichen der Gemeinderäte Johannes Strosack und Johannes Rinkel bei Plittersdorf gefunden werden.

Die Überreste dieser beiden letzten Vermissten wurden schließlich unter dem großen Denkmal, das die Gemeinde den im Dienst verstorbenen Männern aufstellen ließ, bestattet. Das Denkmal erinnert noch heute an das Unglück vor 130 Jahren. Im ganzen Land war damals die Anteilnahme groß; und es gingen viele Spenden für die Hinterbliebenen ein. Großherzogin Luise schenkte den sieben Witwen Gebetsbücher. Das Unglück war in schwerer Schlag für die Dorfgemeinschaft. Doch das Leben ging weiter und bevor das Jahr 1888 zu Ende war, hatte Altenheim mit David Wurth, dem Schwiegersohn des verstorbenen Bürgermeisters, wieder ein Gemeindeoberhaupt und auch wieder einen kompletten Gemeinderat.

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